ET+8

Sprechen wir doch noch mal über Schleimpfröpfe. Es ist nämlich so, dass ich jüngst lernen musste, dass sich dieser Schleimpfropf, der quasi die Gebärmutter verkorkt, nachbilden kann. Da staunen Sie, was? Hab ich nämlich auch. Heute Morgen überraschte mich auf der Toilette nämlich ein erneuter Golfballgroßer Klumpen Dings. Diesmal allerdings von roten Blutfäden durchzogen. Claudia sagt, dass sich so ein Schleimpfropf halt auch schon mal nachbilden kann. Dass es der Rest davon war ist eher unwahrscheinlich, denn inzwischen wären wir – alles zusammen genommen – bei Tennisballgröße!

Dazu Durchfall (was wir aber auch schon alles Mal hatten).

Schon gestern Abend nahm ich ein, zweimal diese homöopathischen Tropfen (Cimicifuga), die Claudia mir gestern besorgt hat und ich bekam recht schnell starke regelmäßige Wehen. Die blieben auch, bis wir ins Bett gingen. Aber wie das immer so ist: irgendwann schlief ich ein und die Wehen waren weg.

Cimicifuga wird eigentlich bei Wechseljahrbeschwerden gegeben, begünstigt aber auch die Wehentätigkeit, sofern die Schwangerschaft in einem geburtsbereiten Stadium ist. Allerdings muss man in meinem Fall berücksichtigen, dass ich beim Quietschbeu ja eine Wehenschwäche hatte. Dies bedeutet, dass mein Körper das Wehenhormon Oxytocin nicht in ausreichender Menge selber produzieren konnte. Das ist jetzt keine chronische Krankheit. Es wäre völlig normal, wenn mein Körper das diesmal von alleine hinbekommt. Es kann aber halt auch sein, dass die Hormonbildung wieder zu gering ist. Dann müsste man vernünftige Wehen bzw. den absolut richtigen Zeitpunkt abwarten und diese mit einem Tropf dann verstärken. Aber aktuell hoffe ich noch, dass ich das alleine hinbekomme.

Heute Morgen also direkt noch vor dem Aufstehen mit der Einnahme von je 10 Tröpfchen alle 30 Minuten begonnen. Bis zu 6 Stunden – also insgesamt 12 Mal – soll ich die Tropfen nehmen. Entweder habe ich dann richtige Wehen, oder eben nicht.

Gegen Mittag werde ich mit meiner Schwester telefonieren, wie es mir geht und bei ausbleibender oder zu geringer Wehentätigkeit dann mit dem Miezmann gemeinsam den Quietschbeu besuchen. Oh, er fehlt mir so, aber ich weiß, dass es ihm gut geht, er viel Spaß hat und wir sehr bald eine große Familie sein werden. Und darauf freue ich mich enorm. Auch bin ich wirklich dankbar, dass ich die Tage noch mal zum Kraft tanken nutzen kann.

Als Erstgebärende über den Termin will man das nicht hören: „Ruh Dich noch mal aus, genieß die Entspannung, lies ein Buch, schlaf Dich aus!“ Aber als Mehrgebärende weiß man, dass genau diese Dinge unbezahlbar sind und diese ruhige Zeit mit Kind ein Luxus ist, den man so schnell nicht wieder bekommt.

Ich würde sagen, heute ist ein guter Tag. Eine acht auf einer Skala bis 10.
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ET+7

„Sie und Ihr 1 Woche altes Baby“

„Ein neues Leben beginnt“

Diese Newsletter, die davon ausgehen, dass man auf den Stichtag genau entbunden hat. Föchterlich. Alle Schwangerschaften wieder.

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Hallo 42.SSW, da bist Du ja wieder. Langsam freunden wir uns an, hm? Ich könnte glatt in die Versuchung kommen, Dich beim dritten Kind von vorne herein einzuplanen. Aber wir wollen mal nicht übermütig werden.

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Ich glaube das heute Morgen war der erste Frisörbesuch meines Lebens, der mich so gar nicht euphorisch stimmte. Dies lag aber nicht an mangelender Kompetenz des Frisörs, denn diesem gehört seit Jahren mein ganzes Vertrauen, nein … es war halt nur Spitzen schneiden. Dazu wollte ich noch die Frontpartien leicht angestuft haben, was mein Frisör aber falsch verstand und rund herum die Spitzen durch stufte. Egal. Ich binde die eh zusammen. Praktische Muttifrisur in der long version. Duschen, Waschen, Zusammenbinden. Mehr ist in den ersten Wochen mit Baby nicht drin. Im Herbst lasse ich mir dann wieder einen Bob schneiden und ein paar Strähnchen setzen.

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Es ist aber auch wirklich erstaunlich, wie stark die Wachstumshormone, die den Herrn Minimiez in die Länge treiben, sich auf meinen Körper auswirken. Die Haare sind gewachsen wie Unkraut. Die Fingernägel und Fußnägel kann ich mir 2 Mal die Woche schneiden, so schnell wachsen diese. Eigentlich könnte ich auch noch zur Pediküre gehen, aber bekommen Sie da mal kurzfristig einen Termin von dem Sie nicht mal mit Sicherheit wissen, ob sie ihn wirklich wahrnehmen können, also hab ich gerade noch einen Termin für 11 Uhr gemacht (Jemand hat kurzfristig abgesagt. Yeah!).

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Zu meiner heutigen Laune kann ich noch gar keine Stellung beziehen. Gerade fühle ich mich sehr neutral. Der Miezmann ist heute ins Büro gefahren. Claudia kommt später vorbei, um ein CTG zu schreiben. Ich sitz hier so rum. Warten. Ächz.

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Bei der Gelegenheit möchte ich Ihnen allen von Herzen für Ihren Zuspruch und die nicht abreißenden Motivationsversuche danken. Auch wenn anonym und nur übers Internet, so gibt es mir doch tatsächlich viel Kraft, dass da Menschen sind, die mit mir fiebern und leiden und warten und die nicht müde werden, mich aufzubauen, wenn ich mal wieder das große Jammern bekomme. Danke!
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ET+6

Der gestrige Tag war ein sehr schöner, auch wenn er murksig endete. Den Vormittag verbrachten wir bei meiner Schwester, also mit dem Quietschbeu. Der kleine Mann freute sich sichtlich uns zu sehen und mir tat es unheimlich gut zu sehen, dass er mir den Urlaub bei der Tante offensichtlich nicht übel nimmt. Ich legte ihn dann gegen 13 Uhr zum Schlafen hin, sagte ihm noch einmal wie sehr ich ihn liebe und dass ich ganz bald wieder jeden Tag bei ihm bin und auch, dass ich ihn vermisse. Als er eingeschlafen war sind wir dann wieder gefahren, da die Familie meiner Schwester nachmittags zum Fußball gucken geladen waren und wir ja von Claudia ebenfalls eingeladen waren.

Der Nachmittag bei Claudia war wunderbar. So viele Kinder jeglichen Alters. Wunderbar nette Menschen, mit denen man schnell und einfach ins Gespräch kam. Ein berauschendes Fußballspiel und mehrere echt heftige Wehen, die mich sehr optimistisch stimmten. Einfach nur toll!

Am Abend zu Hause wurden die Wehen dann immer regelmäßiger und stärker. Zum Schluss konnte ich 8 minütige Wehenabstände aufschreiben und hopste in die Wanne. Auch hier wurden Wehen nicht weniger, eher mehr. Alle 4 Minuten Wehen. Das war doch mal was. Das war einfach wunderbar! Ich twittere das ansatzweise, weil ich irgendwie glaube, wenn ich das jetzt laut und deutlich sage (schreibe), dann gehen die weg.

Als hätte jemand einen Schalter umgelegt, sind die Wehen gegen 22 Uhr weg. Komplett. Ich schmolle, bin traurig und gehe mit dem Miezmann gegen 23 Uhr ins Bett.

Und heute?

Dem Miezmann geht es heute nicht gut. Er hat schlecht bis gar nicht geschlafen und nun Kopfschmerzen und einen verspannten Nacken. Das ist keine gute Voraussetzung für eine Geburt.

Dazu kommt, dass ich ebenfalls nicht wirklich gut geschlafen habe. Ich habe wie ein Schwein geschwitzt, was aber auch daran liegen kann, dass unser Schlafzimmer in einem Dachstudio liegt und sich über Tag gerne aufheizt. Bei +32 Grad ist das dann auch mal die ganze Nacht über schön warm.

Ich habe überlegt, ob ich noch mal zum Frisör gehen soll, aber der hat heute Ruhetag. Ansonsten fällt mir kein Rahmenprogramm mehr ein, bei dem ich nicht viel Geld ausgeben müsste und das haben wir ja bekanntlich aktuell nicht unbedingt übrig.

Die Webseite des neuen Erdenbürgers habe ich fertig gestellt und sogar aus Langeweile eine Excel-Tabelle angelegt, in der ich meine Laune seit dem 14.06. festgehalten habe.

Und weil schon mehrere Leute nachgefragt haben: der Quietschbeu sollte eigentlich bis zur Entbindung plus 1 Tag bei meiner Schwester bleiben. Ich habe aber nicht gewollt, dass das gleich 2 Wochen werden. Das liegt mir eben zusätzlich schwer im Magen!

Ich bin ein bisschen von mir selber genervt. Das ist blöd, denn versuchen Sie mal, sich selber aus dem Weg zu gehen.
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ET+4

Seit gestern ist mir irgendwie mein Hunger abhanden gekommen. Und das mir. Ich esse zwar eine Kleinigkeit und genieße auch das leckere Abendessen, dass der Miezmann uns zubereitet, aber Hunger habe ich nicht so richtig. Nicht mal auf Süßes und das ging in den letzten Tagen immer.

Ich bin entspannt bis gelangweilt. Liege, Sitze, Laufe umher. Ich wasche eine Ladung helle und eine Ladung dunkle Wäsche, freu mich über die Tchibo-Lieferung, die mir u.a. ein neues Stillkissen und 3 wunderhübsche Stilltops beschert. Rechtzeitig.

Ich denke, der Herr Minimiez kann dann jetzt ja kommen. Ist ja jetzt alles da und bereit.

Von 2:27 Uhr bis 3:53 Uhr habe ich regelmäßige Wehen in fünf Minuten Abständen. Es zieht sehr stark in den Leisten bis in die Oberschenkel und der Bauch wird steinhart. Ich bin optimistisch, schlafe dann doch wieder ein und werde heute Morgen um 8 Uhr wach. Weiterhin schwanger und ohne nennenswerte Wehen.

Der Miezmann und ich scherzen noch im Bett darüber, warum der Minimiez wohl so trödelt und ob wir uns irgendwann dafür rächen sollten. An Weihnachten, oder so. bei der Gelegenheit stellt der Miezmann auch erneut seine Unsicherheit bezüglich des gewählten Zweitnames dar. Ich hab die ja schon länger. Und so entscheiden wir uns noch vor dem Aufstehen für einen andere, zuvor schon mal in Betracht gezogenen Zweitnamen. So hört und fühlt sich das nun aber wirklich richtig an.

Ich denke, der Herr Minimiez kann dann jetzt ja kommen. Ist ja jetzt alles da und bereit.

Ich frühstücke so ein bisschen Müsli und trinke einen halben Kaffee. Ich verliere ständig Flüssigkeit und frage mich, ob die Fruchtblase vielleicht im Schlaf eingerissen ist. Aber es ist weder Schwallartig noch sonst wie auffällig. Es tröpfelt halt ab und an so dahin.

Ich sauge die untere Wohnetage, räume die Küche auf und werfe die Spülmaschine an. Dann sitze ich auf dem Sofa und wehe so lala vor mich hin. Die von heute Nacht waren schmerzhafter. Ich schmolle.

Nachher irgendwann kommt Claudia vorbei. Ich bin emotional so ein bisschen zwischen Trauer, Vorfreude und Sorge. Was, wenn das jetzt doch noch 10 Tage dauert? Ich kann doch den Quietschbeu nicht so lange bei meiner Schwester lassen. Der weiß ja nachher gar nicht mehr, wer wir sind. Und ich bin ein bisschen traurig, weil ich gestern und heue Nacht so optimistisch war und doch wieder nix geschah. Vorfreude, weil wirklich alles erledigt ist und mich mental eigentlich nichts mehr zurück halten kann … glaube ich jedenfalls.

Da, eine Wehe!

Ich denke, der Herr Minimiez kann dann jetzt ja kommen. Ist ja jetzt alles da und bereit.Flattr this

ET-3

Ich bin ein sehr rücksichtsvoller Mensch, der stets bedacht ist, andere Leute nicht in Bedrängnis oder Unannehmlichkeiten zu bringen. Wahrscheinlich ist der Minimiez daher immer noch inside.

Claudia sagte bei Ihrem letzten Besuch im Spaß, dass heute nicht ginge, weil sie auf einer Taufe sei und Patin würde. Die Taufe geht bis in den frühen Nachmittag, danach wäre es dann wieder okay. Ich grinse noch und sage, dass ich das Kind dann ganz sicher nicht bekommen würde …

Ich glaube nämlich ernsthaft, dass mein Unterbewusstsein auf sowas Rücksicht nimmt. So wie letzten Dienstag, als der Miezmann noch dringend was auf der Arbeit zu Ende bringen musste oder am Donnerstag, wo meine Schwester immer einen vollgepackten Terminkalender hat oder am Mittwoch, als es dem Quietschbeu nicht so gut ging.

Heute ist der klein Mann auch noch bei seinen tollkühnen Gehübungen gefallen und hat sich den Kopf angehauen. Er hatte sofort eine fette blaue Beule am Kopf, hat aber kaum geweint. Eher protestierte er stark, weil er nur 5 Arnika-Kügelchen bekam, aber gerne mehr gehabt hätte. Nun liegt er im Bett und macht Mittagsschlaf und ich habe wieder Sorge, dass es schlimmer ist, als es aussieht und werde daher jetzt auch ganz sicher kein Kind oder Wehen bekommen, bis er wieder fröhlich quietschend durchs Wohnzimmer wetzt.

Dieses Unterbewusstseinsdings ist schon ein komisches. Morgen dann vielleicht. Wenns allen gut geht und keiner Termine hat.