18 Monate Löwenmäulchen

Liebes kleines Löwenmäulchen,

Du bist heute eineinhalb Jahre alt. 18 Monate genau. Schon! Erst?

In den letzten Wochen hast Du Dein Babydasein gänzlich hinter Dir gelassen. Dein Wille ist stark, Dein Wortschatz klein und die Kombination aus beidem macht Dich derzeit zu einem kleinen Rumpelstilzchen. Da fliegt schon mal ein Brot, wenn es den falschen Belag hat. Oder ein Spielzeug, wenn Du ein anderes haben wolltest. Das ist auf der einen Seite zwar sehr Kräftezehrend, aber im nächsten Moment wirfst Du Dich jauchzend auf einen, presst seinen Kopf an meine Brust und seufzt tief.

Dein gebelltes „NAAAIIIN“ hat leider immer noch etwas sehr süßes, so dass man Dir nicht so richtig ernsthaft entgegen treten kann. Oft muss ich mein Grinsen verstecken, mich umdrehen und Dich kurz ignorieren.

Du hast weiterhin einen ausgeprägten Hunger und isst, bis nichts mehr da ist oder man Dir suggeriert, dass alles aufgegessen sei. Und obwohl DU weiterhin zarte 76 Zentimeter misst, bist Du nicht wirklich dick oder moppelig. Dein Gesicht ist weniger Babyspeckig und Deine braunen Haare haben sich zu herzallerliebsten Löckchen gekringelt.

Deine Augen sind bunt. Braun, grün und blau. Je nach Stimmungslage leuchten sie mal heller oder sind ganz tief dunkel.

Am liebsten spielst Du Kochen. Im Kindergarten oder zuhause, das ist egal. Mehrfach in der Stunde kredenzt Du Tee oder Suppe und grinst stolz, wenn man dann alles laut schmatzend und mhhhhhhend aufisst.

Du bist verrückt nach nackter Haus und frupperst Bäuche, sobald Du an einen heran gelangst. Du ziehst blitzschnell Papas T-Shirts hoch und zuppelst  an kleinen feinen Haaren bis er protestiert oder kneifst mir in den Hüftspeck, wenn ich nicht damit rechne.

Wenn Du morgens aus dem Bett gekrabbelt bist, mich zur Begrüßung geküsst hast, tapst Du zuerst ins Schlafzimmer, krabbelst in unser Bett, drückst Deinem Papa einen feuchten Kuss ins Gesicht und flötest mit unerwartet hohem Piepsstimmchen „‘Allo!!!“ Wenn Du vor Deinem großen Bruder wach bist krabbelst Du auch schon mal in sein Bett und küsst ihn wach, was der mit einem gackernden Lachen quittiert.

Du begrüßt im Kindergarten jeden Morgen jedes einzelne Kind mit einer Umarmung  und einmal über den Kopf streicheln. Das Küssen haben wir Dir langsam abgewöhnen müssen, da Du jede Woche eine andere Krankheit mit nach Hause gebracht hast. Inzwischen küsst Du nur noch Familienmitglieder, was ja auch völlig ausreicht. Deine Erzieherinnen lieben Dich und Du liebst Deine Erzieherinnen.

Mittlerweile schläfst Du ganz wunderbar durch und bist sogar der Langschläfer der Familie. Hinzu kommen 2 Stunden Mittagsschlaf. Wir haben inzwischen die Stäbe aus Deinem Gitterbett genommen, so dass Du morgens selbständig aussteigen kannst. Oft findet man Dich dann im Bett Deines Bruders.

Du magst keine Kartoffeln, Pommes, Klöße oder Kartoffelpüree. Außerdem bist Du extrem fimschig mit Dingen, die man abbeißen muss, obwohl Dir nur noch die Eckzähne fehlen.

Du hast eine zuckersüße Mimik, aber wie Dein Papa letztens ganz richtig feststellte: „Nur süß und nur niedlich ist jetzt wohl vorbei.“ Es ist wunderschön zu sehen, wie sich Dein ganz eigener kleiner Charakter formt und bildet und Du eben kein Abziehbild Deines großen Bruder bist (was Du tatsächlich eigentlich NIE warst!).

Wir lieben Dich sehr, kleines willensstarkes Löwenmäulchen. Du bist eine Belohnung, eine Herausforderung, eine Stärkung  und unser Glück!

Deine Mama

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Der aufmerksame fürsorgliche Wildling ♥

Albernerweise war ich heute echt aufgeregt. Warum? Weil ich heute meinen ersten Elternsprechstunde in der Quietschbeugruppe hatte. Wer Familie Miez hier schon ein wenig begleitet weiß, dass der Quietschbeu von beiden Miezbeus der Anspruchsvollere ist. Da er zu Hause gerade in einer 1A Trotzphase steckt, erwartete ich schon irgendwie, dass ich auch im Kindergarten zu hören bekommen würde, dass er gerade in einer „anstrengenden“ Phase stecken würde. Doch ganz im Gegenteil.

Der Quietschbeu ist ein aufmerksamer, fürsorglicher Wildling, der in bemerkenswert kurzer Zeit neue Dinge erlernt und versteht.

Besondere „Plus“-Merkmale sind seine Hilfsbereitschaft, seine sozialen Kompetenzen, sein großes künstlerisches Interesse und Talent sowie seine rasche Auffassungsgabe. Bemerkenswert ist es im Übrigen auch, dass er zwar andere Kinder sehr intensiv und aufmerksam beobachtet, aber nie, wirklich nie nachahmt. Normalerweise lernen Kinder durch Nachahmung. Der Quietschbeu nimmt das Beobachtete hingegen auf, verwurstet es in seinem kleinen Kopf und wendet es für sich praktikabel an. Oder eben nicht. Die Erzieherin bekräftigte übrigens auch meine Meinung, dass er aus diesem Grund nachts oft aufschreckt. Er verarbeitet sehr viel, für sein kleines Köpfchen und sein junges Alter.

Besondere „Minus“-Merkmale sind seine Ängstlichkeit unbekannten und neuen Situationen gegenüber sowie sein nahezu krampfhaftes Festhalten an Ritualen und Gewohnheiten. Dienstagmorgens, zum Beispiel, haben sie im Kindergarten ein gemeinsames Frühstück von der Gruppe organisiert. Dienstagmorgens weint der Quietschbeu, weil wir seinen Rucksack nicht mitnehmen, er sich nicht an den Tisch setzen kann und wir gemeinsam seine Brotdose auspacken können. Wir wollen daher nun versuchen, ihm ein wenig entgegen zu kommen, indem er sich morgen früh an den Tisch setzt und wir ihm etwas zu trinken anbieten wollen. So kann er erst mal ankommen, beobachten und dann mitmischen.

Ab kommendem Jahr, also nach den Weihnachtsferien, wollen sie im Kindergarten mit den großen Kindern, zu denen der Quietschbeu gehört, mit dem Toiletten-Training beginnen. Wobei Training nicht wörtlich zu nehmen ist. Vorher werden wir uns aber noch mal genau abstimmen, damit das „trocken werden“ Hand in Hand und ohne Zwang von Statten geht.

Das Fazit der Erzieher ist also, dass er ein ganz wunderbar entwickelter 2,5jähriger ist, der hier und da etwas weiter entwickelt, aber doch noch recht ängstlich und zurückgenommen ist. Das ist aber eine Typsache, da sind wir uns alle einig.

Ich bin sehr stolz auf meinen großen Jungen, dass er sich so wunderbar im Kindergarten eingelebt und seine Position gefunden hat. Und dass ihn alle ganz offensichtlich und zweifelsohne sehr sehr gern haben. ♥

11 Monate Löwenmäulchen

Du wunderbarer kleine Mensch,

heute bist Du 11 Monate alt. 47 Wochen und 6 Tage, um ganz genau zu sein.

Es ist der letzte Monatsbericht vor Deinem ersten Geburtstag! Und je näher dieser erste Geburtstag rückt, umso häufiger und deutlicher muss ich erkennen, dass Du kein Baby mehr bist. Du bist ebenso mobil wie Dein großer Bruder, auch wenn Du Dich weiterhin hauptsächlich krabbelnd oder an Gegenständen festhaltend fortbewegst. Du bist rasend schnell und man kann eben nicht mal mehr kurz in den Keller gehen und dabei die Tür offen lassen. Du bist unglaublich mutig und hast keine Scheu vor unbekanntem Terrain, solange Du Mama, Papa oder den Bruder im Blick hast. Es reicht Dir völlig aus, einen von uns in der Nähe zu wissen. Dann dürfen Dich auch gänzlich fremde Menschen auf den Arm nehmen, wenn Du zum Beispiel auf dem Spielplatz gefallen bist, und Dich trösten. Du bist ein Menschenfreund und über die Maße zutraulich (was mir in Hinblick auf die Zukunft schon Bauchschmerzen macht).

Du beginnst langsam damit Dich verbal zu artikulieren. Hast Du letzten Monat noch wirre Laute von Dir gegeben, so brabbelst Du inzwischen eine deutlich wiederkennbare Melodie, die sich verdächtig nach mir anhört, wenn ich Monologe führe. Auch sagst Du inzwischen sehr zielgerichtet Mamam und Papap.

Wenn man Dich fragt „Wo ist die/der Mama/Papa?“ beginnst Du den Kopf hin und her zu wenden und uns zu suchen. Hast Du uns dann entdeckt strahlst und lachst Du und krabbelst auf uns zu.

Du bist weiterhin sehr klein für Dein Alter. Größe 74 sitzt immer noch sehr locker und Deine Schuhgröße beträgt weiterhin Größe 19/20. Du bist ein leichtes Kerlchen mit gerade 9 Kilogramm, wobei das bei Deiner Größe auch völlig in Ordnung ist.

Inzwischen hast Du 7 Zähne und Nummer 8 ist bereits im Anmarsch. Überraschenderweise verweigerst Du die Einnahme von Osanit gänzlich und wirst schrill hysterisch, wenn ich versuche Dir die kleinen Kügelchen unterzujubeln. Daher gebe ich Dir in ganz schlimmen Nächten, in denen Du vor Schmerz nicht schlafen kannst, ein Viburcol Zäpfchen. Man erkennt Zahnungsschmerz bei Dir sehr treffsicher an den Geräuschen, die Du dann von Dir gibst (und an den schrecklich dicken Krokodiltränen, die Du dann weinst).

Stillen ist für Dich immer noch eine große Leidenschaft. Inzwischen stillen wir aber nur noch nachts und vor dem Mittagsschlaf. Tagsüber isst Du Obst, Brot, Müsli, Nudeln und vieles von den Dingen, die wir täglich kochen. Auch ist es kaum noch Matscherei Dir eine Banane oder anderes in die Hand zu geben. Das meiste davon landet definitiv im Mund. Inzwischen darfst Du auch schon selber mit einem Löffel in Deinem Müsli rühren und wenn ich Dir diesen befülle, bekommst Du ihn auch selber in den Mund geschoben. Tagsüber trinkst Du Wasser aus einem Trinklernbecher, aber Du kannst auch bereits ganz wunderbar aus einem offenen Becher trinken.

Deine Liebe gehört dem blauen BobbyCar des großen Bruders, das Du mit lautem Gebrüll eroberst, besteigst und dann wie ein König stundenlang einfach nur darauf sitzt, mit den großen Zehen den Boden berührst und dabei versuchst durch wildes Geschaukel das Auto vorwärts zu bewegen. Besonders begeistert es Dich, wenn der große Bruder Dich dann noch durchs Haus schiebt. Du hämmerst dann laut quietschend auf die Hupe und lachst Dich kringelig.

Du magst Rody, das gelbe Gummi-Hüpfpferd, das Dein Bruder bis heute absolut doof findet. Du schaukelst gerne sehr hoch und rutscht von den höchsten Rutschen. Zu meinem Leidwesen erkletterst Du diese auch ganz alleine, wenn man mal eine Sekunde nicht aufpasst. Auch hast Du Dich schon des Öfteren (eigentlich bei jeder Gelegenheit) unbemerkt in die erste Etage abgesetzt. Wenn ich Dich dann suche und das offene Treppengitter sehe, bleibt mir jedes Mal fast das Herz stehen, aber Du spielst meist nur im Spielzimmer versunken vor Dich.

Du verteilst an Papa und Mama gezielt Küsse auf den Mund, winkst, wenn wir uns verabschieden. Während des Stillens kneifst Du mich entweder ins Dekolleté oder Du streichelst meinen Arm. Letzteres ist mir sehr viel lieber!

Dein Bruder missbraucht oft Deine Babywippe als Wipp-Surfboard, indem er sich mit dem Bauch darauf legt und Schwung holt. Du musstest das nur ein-, zweimal sehen, um es ihm nachmachen zu können. Seitdem habt Ihr Euch schon heiße Kämpfe um die Wippe geliefert und es ist nur eine Frag der Zeit, bis der erste von Euch im hohen Bogen herunter katapultiert wird.

Inzwischen ist es völlig normal, dass Du mit Deinem Bruder in einem Zimmer schläfst. Eure Betten stehen sich gegenüber, so dass Ihr Euch sehen könnt. Nachdem ich Dich hingelegt habe meckerst Du manchmal noch ein Minütchen rum. Im Regelfall rollst Du Dich aber nur auf die Seite (immer die Rechte, mit dem Gesicht zum Bruder) und machst die Augen zu. Gegen Mitternacht legen wir einen Stillstop ein und gegen 3 Uhr kommst Du dann zu uns ins Bett, wo wir bis 6 Uhr schlafen und kuscheln. Dann beginnt meist unser regulärer Alltag. Nach wie vor muss ich Dich morgens allerdings wecken, da Du gerne noch weiter schlafen würdest. Je nachdem wie ausgeschlagen – oder eben nicht – Du bist, kannst Du ein ganz schöner Morgenmuffel sein!

Du bist so ein wundervoller, kleiner, reizender Mensch. Dein ganzes Wesen hat sich geöffnet, Du bist immer freundlich und lachst den ganzen Tag. Nur noch selten ziehst Du Dein kritisches Schnütchen, sondern flirtest viel lieber mit all den Menschen um Dich herum, die Dir tagtäglich begegnen. Dich im Arm halten zu dürfen, Deine braunen drahtigen Haare zu streicheln, Deine warme Haut zu spüren und Deinen Geruch ganz tief einzuatmen, ist ein wahnsinnig berauschendes Gefühl. Du bist so ein Herzmensch. Und so gar kein Baby mehr. Die erste Stufe des Loslassen Müssens hat uns also erreicht. Du bist ein kleiner Junge, der seine Welt auf eigene Faust entdecken will, der Unmengen an Sand und Gras verspeisen und jedes Hindernis erklimmen möchte. Ich dachte, ich sei dafür bereits, aber tief im Herzen fällt es mir schwer, Dich schon so groß zu wissen.

Ich liebe Dich von ganzem Herzen, mein kleiner großer Junge!

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10 Monate Löwenmäulchen

Mein geliebtes Kind,

nun bist Du bereits 10 Monate alt. 44 Wochen und 4 Tage (ja, ich bin diesmal spät dran).

Du läufst zielgerichtet an Möbeln entlang und benutzt alle beweglichen Gegenstände (Stühle, Kisten, Hocker) als Lauflernhilfe. Noch besser kannst Du Klettern. Überall rauf, runter und drüber. In Windeseile erklimmst Du eine lange Treppe und mir bleibt jedes Mal das Herz stehen, wenn Du Dich, oben angekommen, stolz umdrehst und mich anstrahlst. Dann fliege ich die Treppe hoch, aus Angst, Du könntest das Gleichgewicht verlieren und Kopfüber hinab stürzen.

Du bist immer noch schmächtige 72cm groß und wiegst gerade knappe neun Kilogramm. Du bist ein kleines Kerlchen, hast aber eine Körperspannung, wie sie Dein großer Bruder mit 2 Jahren noch nicht hat. Darum sitzt Du seit rund 3 Wochen nun auch in einem richtigen Autokindersitz. Im Maxi Cosi hast Du Dich bei jeder noch so kurzen Fahrt erbrochen und der Kinderarzt sagte, Deine kleine Speiseröhre sei schon leicht angeätzt. Da fiel uns die Entscheidung für den großen Kindersitz leicht. Seither weinst Du im Auto auch kaum noch, weil Du ja nun aus dem Fenster schauen und die vorbeiziehende Umgebung beobachten kannst.

Du kneifst, kratzt und beißt mit viel Hingabe alles, was Du erwischt. Du bist brutaler als eine wilde Katze, doch Dein unschuldiger Blick und der Knutschmund, den Du immer ziehst, schaffen es, dass man nicht einen Moment sauer sein kann. Dein Lachen und ganz besonders Dein Gackern ist entwaffnend und lässt einen sofort dahin schmelzen. Das ist gut so, fehlen Dir doch die blauen Augen, mit denen Dein Bruder jeden mit einem Augenaufschlag für sich gewinnt. Deine Augen sind weiterhin einfach nur bunt. Innen dunkelblau, nach außen braun werdend und grün umrandet. Wunderschön.

Du trägst Kleidergröße 74 und hast noch Luft. Dein Bruder trug in diesem Alter bereits Größe 86. Dafür sind Deine Füße mit Schuhgröße 19/20 schon enorm groß.

Bis heute hast Du nicht wirklich richtig Gefremdelt. Generell jammerst Du kurz, wenn ich den Raum verlasse. Allerdings kann man Dich ratzfatz ganz prima ablenken und der Mama-Jammer ist vergessen.

Aktuell sabberst Du ganze Wasserfälle und zu den 6 Zähnen, die Du bereits hast, kündigen sich Nummer 7 und 8 bereits sichtbar an. Vermutlich ist das auch ein Grund, warum Du aktuell des nachts wieder stündlich Stillen willst. Langsam stoße ich an meine Grenzen, ertrage aber noch geduldig in der Hoffnung, dass es wirklich nur eine Phase ist.

Abends schläfst Du nun mit Deinem Bruder gemeinsam in einem Zimmer. Ich lege Dich wach in Dein Bettchen, singe und bete mit Euch und verlasse dann das Zimmer. Mittlerweile weinst Du nicht mehr, sondern drehst Dich auf die Seite, kuschelst Deine Boo an Dich und machst die Augen zu. Fällt noch Licht durch den Türspalt beobachtest Du dieses so lange, bis Dir die Augen zufallen. Legen wir Dich jedoch vor Deinem Bruder hin (wie es an seiner Geburtstagfeier einmal vorkam) schreist Du Dir sie Seele aus dem Leib. Ohne den großen Bruder gehst Du nicht ins Bett. Aktuell habt ihr deshalb auch die gleichen Schlafenszeiten. Von 19.30 Uhr bis morgens um 7 Uhr und Mittagsschlaf von 13 Uhr bis 15 Uhr. Plus/minus einer halben Stunde. Meist haben wir einen Stillstopp gegen 23 Uhr. Danach gehe ich ins Bett. Etwa gegen 2 Uhr hole ich Dich dann zu uns ins Bett, wo Du bist zum Morgen auch bleibst.

Du isst inzwischen auch viele Dinge, die sicher nicht Altersgemäß sind. Fischstäbchen, Apfelpfannkuchen, Pudding, Rostbratwürstchen. Du magst diese Dinge und verträgst sie gut, weshalb ich sie Dir eben auch gebe, wenn wir sie kochen (was ja nicht jeden Tag vorkommt). Du magst Milchbrötchen mit Rosinen und Laugenbrezeln. Inzwischen isst Du morgens Müsli mit Kuhmilchjoghurt und Fruchtmus.

Du verweigerst weiterhin jede Form von Nuckel, weshalb Du aus einer Trinklernflasche mit Sportverschluss trinkst. Du magst Zähneputzen, Baden und gekämmt werden.

Du bist ein Kuschelkind und drückst Dich bei jeder Gelegenheit feste an Papa oder mich. Du gibst feuchte Küsse und winkst, wie eine kleine Winkekatze, wenn man sich von Dir verabschiedet.

Du bist ein so herziger kleiner Mann. Dein Knutschmund, Deine wachen Augen, das schelmische Grinsen und Deine frechem ungestüme Art haben mein Herz nicht nur im Sturm erobert, sondern es auf alle Zeiten schrecklich verliebt in Dich gemacht. Wenn Du mich morgens mit Deinen leuchtenden Augen anstrahlst, Dein Werwolfbrummen machst und Dich mit aufgerissenem Mund auf mich stürzt, dann klopft mein Herz ganz doll und ich möchte Dich küssen, drücken, an mich pressen und nie wieder loslassen.

Liebes, kleines Löwenmäulchen. Ich liebe Dich. So sehr. So unglaublich tief und feste.

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9 Monate Löwenmäulchen

Mein geliebter kleiner großer Sohn!

Nun bist Du schon 9 Monate alt. 39 Wochen und einen Tag, um genau zu sein!

Du bist ein kleiner Weltentdecker. Neugierig ziehst Du Dich an jedem Gegenstand, der es Dir irgendwie ermöglicht, in den Stand. Dabei hast Du schon mehrere dramatisch anmutende Stürze hinter Dich gebracht. Allerdings hast Du auch einen Hang zur Theatralik, ganz im Gegensatz zu Deinem Bruder, der so gut wie nie weinte oder jammerte, wenn er sich wehtat. Bei Dir geht dann immer direkt die Welt unter. Manchmal reicht es auch nur, dass etwas nicht nach Deiner Nase läuft. Wenn Du etwas Essbares zum Beispiel nicht selber festhalten darfst/kannst. Dann wirst Du fuchsteufelswild und beginnst ganz fürchterlich aufgebracht zu weinen.

Der größte Unfall bisher war der Sturz von der zweiten Treppenstufe. Ich war so naiv zu glauben, dass Du es noch gar nicht bis dahin schaffen würdest und da Dein Bruder die Treppen inzwischen sicher gehen kann, habe ich das Treppenschutzgitter nicht verriegelt. Alles fing damit an, dass Du eines Morgens, als Du im Bett über uns drüber geturnt bist, abgerutscht bist und Dir die Wange am Nachttisch angeschlagen hast, was Dir Deinen ersten Bluterguss im Gesicht beschert hat. Seither kommen täglich drei neue dazu.

Du bist unheimlich verbissen und ehrgeizig, wenn es um das Erreichen Deiner Ziele geht. Wedelt man mit einer Banane walzt Du zuverlässig alles nieder, was sich Dir in den Weg stellt. Selbst den großen Bruder hast Du dabei schon umgeschubst. Überhaupt hat er gerade stark unter Dir zu leiden. Am liebsten bohrst Du ihm in den Ohren, ziehst an seiner Nase und versuchst über ihn drüber zu klettern. Auch habt ihr beide schon auf dem Teppich im Wohnzimmer laut gackernd und lachend miteinander gerungen. Dann bist Du plötzlich ganz hart im Nehmen und kannst Einstecken und Austeilen wie ein Großer.

Du bist eine Bananenvernichtungsmaschine. Wenn ich Dich ließe, würdest Du 2 Bananen auf einmal verspeisen. Es ist auch sehr erstaunlich mit welcher Geschwindigkeit Du so eine Banane komplett in Deinem Mund verschwinden lassen kannst. Deine neuste Liebe gehört gegrillte Zucchini. Beim letzten Grillen hast Du ganz alleine eine ganze Zucchini verdrückt.

Aktuell hast Du leider wieder eine nächtliche Wachphase. Zwischen 2 und 3 Uhr erzählst Du Dir neben mir liegend Geschichten, fummelst an mir herum, lutscht an meinen Armen und ziehst mir an den Haaren. Sehr unentspannend. Aber ich weiß ja, dass das nur eine Phase ist. Schlimmer wäre, Du würdest weinen. Aber nach dieser Stunde stillst Du kurz, drehst Dich auf die Seite und schläfst dann weiter. Ich muss nur darauf achten, dass Du in dieser Zeit nicht versuchst aus dem Bett zu krabbeln. Das wäre ein fieser Sturz! Darum haben wir uns jetzt auch dazu entschlossen unser Bettgestell vorübergehend abzubauen und stattdessen eine weitere Matratze anzubauen, damit wir alle wieder mehr Platz haben.

Inzwischen läufst Du die ersten Schritte an den Möbeln entlang und auch an unseren Händen. Ich denke, Du wirst auch in Sachen freies Laufen ein bisschen früher dran sein, als der große Bruder.

Im letzten Monat hast Du keine weiteren Zähne bekommen, so dass wir weiterhin bei vier Schneidezähnen sind.

Du hast in den letzten Wochen so sehr an Ausdruck, Charakter und Charisma gewonnen, dass es mich umhaut. Deine Blicke sprechen Bände und ich sehe Dir sofort an, ob Du ernsthaft jammerst, oder nur ein bisschen meckern willst. Fremde gucken dann immer ganz pikiert, aber es gibt es wirklich, das Schmollmeckern, wenn Du etwas nicht sofort bekommst oder es nicht nach Deinem Willen geht.

Du bist so wunderbar, so Herzerfrischend, so berührend. Ich liebe Dich so so sehr, kleiner Mensch, kleines Herz. Ich danke Dir für jedes Lachen und dafür, dass Du bei uns bist.

Mama

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