Liebes kleines Löwenmäulchen,
Du bist heute eineinhalb Jahre alt. 18 Monate genau. Schon! Erst?
In den letzten Wochen hast Du Dein Babydasein gänzlich hinter Dir gelassen. Dein Wille ist stark, Dein Wortschatz klein und die Kombination aus beidem macht Dich derzeit zu einem kleinen Rumpelstilzchen. Da fliegt schon mal ein Brot, wenn es den falschen Belag hat. Oder ein Spielzeug, wenn Du ein anderes haben wolltest. Das ist auf der einen Seite zwar sehr Kräftezehrend, aber im nächsten Moment wirfst Du Dich jauchzend auf einen, presst seinen Kopf an meine Brust und seufzt tief.
Dein gebelltes „NAAAIIIN“ hat leider immer noch etwas sehr süßes, so dass man Dir nicht so richtig ernsthaft entgegen treten kann. Oft muss ich mein Grinsen verstecken, mich umdrehen und Dich kurz ignorieren.
Du hast weiterhin einen ausgeprägten Hunger und isst, bis nichts mehr da ist oder man Dir suggeriert, dass alles aufgegessen sei. Und obwohl DU weiterhin zarte 76 Zentimeter misst, bist Du nicht wirklich dick oder moppelig. Dein Gesicht ist weniger Babyspeckig und Deine braunen Haare haben sich zu herzallerliebsten Löckchen gekringelt.
Deine Augen sind bunt. Braun, grün und blau. Je nach Stimmungslage leuchten sie mal heller oder sind ganz tief dunkel.
Am liebsten spielst Du Kochen. Im Kindergarten oder zuhause, das ist egal. Mehrfach in der Stunde kredenzt Du Tee oder Suppe und grinst stolz, wenn man dann alles laut schmatzend und mhhhhhhend aufisst.
Du bist verrückt nach nackter Haus und frupperst Bäuche, sobald Du an einen heran gelangst. Du ziehst blitzschnell Papas T-Shirts hoch und zuppelst an kleinen feinen Haaren bis er protestiert oder kneifst mir in den Hüftspeck, wenn ich nicht damit rechne.
Wenn Du morgens aus dem Bett gekrabbelt bist, mich zur Begrüßung geküsst hast, tapst Du zuerst ins Schlafzimmer, krabbelst in unser Bett, drückst Deinem Papa einen feuchten Kuss ins Gesicht und flötest mit unerwartet hohem Piepsstimmchen „‘Allo!!!“ Wenn Du vor Deinem großen Bruder wach bist krabbelst Du auch schon mal in sein Bett und küsst ihn wach, was der mit einem gackernden Lachen quittiert.
Du begrüßt im Kindergarten jeden Morgen jedes einzelne Kind mit einer Umarmung und einmal über den Kopf streicheln. Das Küssen haben wir Dir langsam abgewöhnen müssen, da Du jede Woche eine andere Krankheit mit nach Hause gebracht hast. Inzwischen küsst Du nur noch Familienmitglieder, was ja auch völlig ausreicht. Deine Erzieherinnen lieben Dich und Du liebst Deine Erzieherinnen.
Mittlerweile schläfst Du ganz wunderbar durch und bist sogar der Langschläfer der Familie. Hinzu kommen 2 Stunden Mittagsschlaf. Wir haben inzwischen die Stäbe aus Deinem Gitterbett genommen, so dass Du morgens selbständig aussteigen kannst. Oft findet man Dich dann im Bett Deines Bruders.
Du magst keine Kartoffeln, Pommes, Klöße oder Kartoffelpüree. Außerdem bist Du extrem fimschig mit Dingen, die man abbeißen muss, obwohl Dir nur noch die Eckzähne fehlen.
Du hast eine zuckersüße Mimik, aber wie Dein Papa letztens ganz richtig feststellte: „Nur süß und nur niedlich ist jetzt wohl vorbei.“ Es ist wunderschön zu sehen, wie sich Dein ganz eigener kleiner Charakter formt und bildet und Du eben kein Abziehbild Deines großen Bruder bist (was Du tatsächlich eigentlich NIE warst!).
Wir lieben Dich sehr, kleines willensstarkes Löwenmäulchen. Du bist eine Belohnung, eine Herausforderung, eine Stärkung und unser Glück!
Deine Mama
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