Heute Nacht. So eine Nacht, die einem erstmal gut in Erinnerung bleibt. Das Löwenmäulchen nörgelt irgendwann gegen 2 Uhr rum. Normalerweise dreht er sich nach einer Minute einfach um und schläft weiter. Heute Nacht jedoch stimmt der Quietschbeu in das Gejammer mit ein. Sowas lässt mich grundsätzlich in Sekunden aus dem Bett schnellen. Denn umso eher ich reagiere, umso größer ist die Chance, dass er sich ebenfalls einfach umdreht und weiter schläft.
Ich gehe taumle schlaftrunken also in das Schlafzimmer der Miezbeus, beuge mich über den Quietschbeu und denke: pfuh, was riecht denn hier so beißend?
Ich strecke die Hand nach ihm aus, will ihn streicheln und beruhigen und greife ins Nasse. Meine Hände wandern im Dunkeln durchs Bett. Erst langsam dann immer schneller. Alles nass. Pitschnass!
Ich nehme das Löwenmäulchen aus seinem Bett und bringe es zum Miezmann. Über die Tatsache, dass ich den Raum dann wieder verlasse und mich nicht, wie gewohnt, neben ihn kuschel, ist er mehr als erbost und tut seinen Unmut lautstark kund.
Ich mache im Kinderzimmer also das Licht an und erkenne erst jetzt das ganze Ausmaß. Sintflutartiges Ausmaß! Der Quietschbeu hat zwar seine Windel noch an, aber diese um das dreifacher der aufnehmbaren Menge gesprengt. Mindestens.
Das komplette Bett ist nass, inklusive Bettdecke, beiden Boos und das komplette Kind. Nur das Schmusekissen hat er irgendwie vor der Pfütze bewahrt.
Ich pflücke mein jammerndes, stinkendes, nasses Kind also aus seinem Bett und beginne es zu reinigen. Erstmal abtrocknen, dann mit einem Waschlappen abwaschen und erneut abtrocknen. Anschließend einen neuen Schlafanzug angezogen und ins Bett des Bruders gelegt. Leider habe ich als Alternativprogramm nur eine Daunendecke im Angebot, doch da wir gerade total oktobereskes Wetter haben, ist das nicht mal wirklich ein Problem. Ich zaubere schnell und heimlich die neue Boo (die eigentlich mit in den Kindergarten ziehen soll) aus dem Schrank und biete sie dem Quietschbeu an. Er fordert sofort seine „anna Boo“ (die andere Boo), da er es gewohnt ist, mit zwei Boos zu schlafen. Zum Glück kann ich ihn problemlos überzeugen, dass er sich heute Nacht eine Boo vom Bruder ausleihen darf, weil seine Boos ganz Pipinass sind und erstmal ins Wasserkarussel müssen.
Dann ziehe ich sein Bett ab und wringe die klitschnassen Boos aus. Ehrlich. Die waren so nass, dass man sie auswringen konnte!
Ich habe beim besten Willen keine Ahnung, warum mein Kind so viel Pipi machen musste. Er hat weder übermäßig viel getrunken, noch hatte er die Windel ausgezogen. Ich vermute, er hatte die Klebestreifen gelockert und so oben aus der Windel raus gepullert. Da er immer auf dem Bauch, mit einem Bein auf der Decke liegt und die Boos unter sich begraben hat, wurde halt einmal die große Wäsche daraus. Die habe ich dann auch gleich heute Morgen angeworfen, damit heute Abend alles wieder parat steht.
Allerdings bin ich bin erstaunt, wie anstandslos er sich ins Bett des Bruders betten ließ. Das Löwenmäulchen musste ich ihm im Übrigen nochmal vorführen, bevor ich wieder in mein Bett gehen durfte, denn weil der kleine Bruder so furchtbar weinte (siehe Ausführung weiter oben), machte der Quietschbeu sich große Sorgen und wollte immer „[Löwenmäulchen] gucke, Mama. [Löwenmäulchen] weint!“
Nun überlege ich, ob ich ihm nachts nicht besser diese Easy-up Höschenwindeln anziehen sollte. Da kann man wenigstens keine Klebestreifen lösen, oder?!