Das große Turnen – Fortsetzung

Nachdem das Turnen am vergangenen Montag auf Grund der akuten  Augengrippe des Löwenmäulchens ausfiel, entschlossen wir kurzfristig das Freitags-Turnen zu besuchen. Zwar gehen die meisten der Quietschbeu-Kindergartenfreunde montags zum Turnen, aber wir wollten da ja zum Turnen und nicht zum gemeinsamen Spielen hingehen. Davon mal abgesehen, dass man ja auch ein paar neue Leute kennenlernen kann. Es heißt zudem auch, die montags Vorturnerin sei netter, als die vom Freitag, aber da die Freitagsfrau nicht unnett ist, ist mir das eigentlich auch egal.

So oder so hat der Freitag für uns einen Vorteil: der Mann hat freitags früher frei und kann mich zum Turnen begleiten. Und so lief unser zweiter Turnbesuch ganz wunderbar. Mal war ich mit dem Quietschbeu unterwegs, mal mit dem Löwenmäulchen. Der Quietschbeu kletterte mutig eine steile Leiter hinauf und rutschte auf der anderen Seite eine Bank wieder hinunter. Er spielte mit seinem Papa mit Kegeln  und Bällen und rannte wie eine Rennmaus durch die Gegend. Das Löwenmäulchen balancierte immer und immer wieder über breite und schmale Bänke und ich war wahrlich erstaunt, wie fein so eine Kleinstkindmotorik doch schon sein kann.

Der Quietschbeu war jedenfalls überglücklich und bei weitem nicht mehr so anhänglich, wie noch beim ersten Mal. Vermutlich aber auch, weil ich viel entspannter war. Von vorne herein zu wissen, dass man sich im Zweifel nur auf ein Kind konzentrieren muss, nimmt einem doch enorm viel Druck.

Wir wollen also kommenden Freitag wieder zum Turnen gehen und wenn sich der gute Eindruck erneut bestätigt, uns direkt als Familie im Verein anmelden. Dann kann ich später auch zum Yoga gehen und all die anderen lustigen Kurse besuchen *mihihi*

Das große Turnen

Gestern waren wir das erste Mal beim Eltern-Kind-Turnen und da der Mann gestern noch Urlaub hatte, habe ich ihn kurzerhand genötigt mitzukommen. Wobei das natürlich nicht stimmt. Er ist höchst freiwillig und gerne mitgekommen. Mir nahm das sofort so ein bisschen Druck und die Angst, das nicht gewuppt zu bekommen. Moralische und physische Unterstützung bei Begehung von Neuland ist ja nie verkehrt (und auch wenn man mir das hier nie glauben will: ich bin in unbekannten und mir neuen Grüppchen furchtbar schüchtern und unsicher).

Ich habe schon mehrfach darüber nachgedacht, ob es meine Unsicherheit ist, die den Quietschbeu in ihm unbekannten Umgebungen so introvertiert, schüchtern, ja, manchmal sogar ängstlich, sein lässt. Seit gestern weiß ich, dass das nicht der Fall ist. Es ist einfach sein Wesen (was ja nicht allzu verwunderlich ist, wenn man mal bedenkt, dass der Apfel ja nie weit vom Stamm … und so).

Als wir in der Turnhalle ankamen war der Quietschbeu schon von den vielen Kindern und Erwachsen arg eingeschüchtert und griff nach meiner Hand. Das Löwenmäulchen hingegen konnte seine Schläppchen gar nicht schnell genug anhaben und wuselte direkt davon (das nächste Mal dringend einen Wiederfinde-Pieps-Sender am Kind anbringen! Der Mann kann da bestimmt was basteln …).

Die Grundproblematik ist folgende: eigentlich ist das Eltern-Kind-Turnen ab 2 Jahren und wie uns die Mathematik der ersten Klasse bereits gelehrt hat: eineinhalb ist weniger als zwei. Das Löwenmäulchen durfte ich dennoch mitbringen, da er als Geschwisterkind ja nicht auf dem Parkplatz angebunden werden kann. Wir waren auch bei Weitem nicht die Einzigen sondern trafen sogar den kleinen F. aus der Löwenmäulchen Kindergartengruppe mit seiner großen Schwester. F. ist 3 Tage älter als das Löwenmäulchen.

Aber zurück zum Thema. Ich kann das Löwenmäulchen solange mitbringen, wie ich ihn hat auch im Auge behalten kann. Es sind einige sehr coole Hindernisse aufgebaut, die zwar alle abgesichert sind, aber doch beachtliche Höhe aufweisen. Und das Löwenmäulchen kann zwar alles erklettern, steigt aber auch gerne einfach mal vom 120cm hohen Kasten seitlich einfach wieder ab, weil er noch keine Höhen einschätzen kann.

Der Quietschbeu hingegen hatte erst mal vor jedem Hindernis Angst. Ganz besonders vor Höhen. So ließ er sich mit viel gutem Zureden schließlich dazu überreden eine schräge Sprossenleiter bis auf einen Kasten hinaufzuklettern, bekam jedoch auf der vorletzten Sprosse jedes Mal Angst und wollte runter gehoben werden. Eigentlich wollte er nur ununterbrochen meine Hand halten und schrie jedes Mal ängstlich „Nein!“, wenn ich fragte oder aufforderte, ein anderen Gerät auszuprobieren.

Schließlich fand er aber doch Gefallen an einer Treppe aus unterschiedlich hohen Kästen, an deren Ende man auf eine dicke Matte springen musste. Wenn ich ihm eine Hand reichte, sprang er immerhin im Sitzen vom Kasten auf die Matte, machte auf der Matte gelandet aber die tollsten Purzelbäume, so als sei er aus 5 Metern Höhe gesprungen. Einmal überwunden war diese Kastentreppe dann das Gerät. Alles andere war doof und uninteressant und folglich sprang er eine halbe Stunde lang vom Kasten. Immer nur aus dem Sitzen und immer nur mit meiner Hand als Sicherheit.

Das Löwenmäulchen wuselte derweil umher, fuhr Rollbrett, krabbelte über Matten, die in Wellenform ausgelegt waren und kletterte auf Bänke und Kästen. Der Miezmann hatte ganz schön zu tun da mitzukommen.

Aber ich sprach ja von einer Problematik, zu der ich dann auch mal langsam kommen will. Im Normalfall wird der Miezmann nicht in der Lage sein uns zu begleiten. Die Stunde geht von 16 bis 17 Uhr und da muss er natürlich arbeiten. Ich müsste also mit den Jungs alleine zum Turnen gehen, womit ich prinzipiell kein Problem habe. Leider muss das Löwenmäulchen ununterbrochen im Auge behalten werden, da er wirklich noch keine Risiken einschätzen kann und auch keine Ängste kennt, wohingegen der Quietschbeu dauerhafte Ansprache, Zuspruch und Sicherheit benötigt.

Ich war gestern Abend dementsprechend traurig und enttäuscht und schon der Meinung, dass ich das alleine nicht gebacken bekommen würde. Das war einer dieser seltenen Momente, in denen ich mich Frage, ob ein größerer Altersabstand nicht besser gewesen wäre. Aber auch das hätte ja am Wesen des Quietschbeus nichts geändert. Ich war sehr lange, bis in meine Pubertät, so verschüchtert und habe mich standhaft geweigert alleine Neues zu probieren, so dass mir viele schöne Dinge, Kurse, Sportarten und vermutlich auch Freundschaften entgangen sind. Und weil ich ihn weder zwingen noch ins kalte Wasser schupsen möchte, werde ich ihn begleiten müssen.

Es war die liebe Alexandra, die mir gestern Abend via Twitter doch noch den Mut gab, es dennoch noch einmal – dann alleine – zu versuchen. Ich sollte beim nächsten Mal einfach mit dem Löwenmäulchen mitgehen. Da der Quietschbeu ohnehin wie ein Kaugummi an mir klebt geht der ja nicht verloren und wird mit der Zeit ganz sicher auftauen und das ein oder andere Hindernis versuchen. Außerdem kann man ihm ja suggerieren, er würde auf den kleinen Bruder mit aufpassen müssen, was ihn sicherlich mächtig stolz macht. Und wenn dem nicht so ist, dann können wir das Thema Eltern-Kind-Turnen immer noch auf einem späteren Zeitpunkt verschieben.

Vorläufiges Fazit: der Quietschbeu war trotz anfänglicher Verschüchterung schwer begeistert von der großen Turnhalle, den Hindernissen, den vielen anderen Kindern und will da unbedingt nochmal hin. Das Löwenmäulchen sowieso (Rampensau, habe ich nicht anders erwartet). Ich selber fand es sehr sehr voll und zeitweise zu wuselig, kann dafür aber wunderbar in der Masse untergehen und stehe  nicht im Fokus (ich hasse es tatsächlich von tiefstem Herzen, im Fokus zu stehen, wenn ich nichts zu sagen habe. Im Job, bei Präsentationen, Lesungen oder Moderationen ist das wieder was anderes).

Nach vorläufiger Resignation und „Geht nicht“-Gejammer werden wir nächste Woche einen erneuten Versuch unternehmen. Ich bin ein bisschen traurig, dass meine Schwester nicht ums Eck wohnt oder ich eine Freundin in der Nähe habe, die Zeit und Lust hätte, mich zu begleiten. Aber auf der anderen Seite sind das ja nun meine Kinder und ich muss allein ihnen zur Liebe lernen, über meinen Schatten zu springen, Angst und Scheu abzulegen und einfach mal zu machen!

Mit Kindern lernt man auch jeden Tag ein bisschen mehr über sich selber.

Die letzten 4 Tage

Donnerstag

Ich fahre am Nachmittag mit den Jungs zu meiner Schwester, wo ich kurzerhand auf dem Sofa zusammen breche und die Jungs von meiner Nichte und meiner Schwester bespielt werden. Gegen 20 Uhr sind wir zu Hause, die Jungs gehen glücklich ins Bett und ich breche erneut, diesmal neben dem Mann, auf dem Sofa zusammen.

Freitag

Der Mann ist krank. Ich höre das an seinen ersten Atemzügen, noch bevor er “Guten Morgen” gesagt hat und bekomme sofort unbändige Panik. Wie soll ich das Wochenende nur ohne seine Hilfe schaffen? Im üblichen Schritt-für-Schritt-Verfahren mache ich die Kinder fertig, bringe sie in den Kindergarten und fahre zur Arbeit. Als ich sie am Machmittag abhole erhalte ich den ersten Statusanruf vom Mann, er sei beim Einkaufen, aber auf dem Heimweg. Die Tatsachen, dass er den Wocheneinkauf bereits alleine erledigt und relativ schwungvoll klang, geben mir wieder Hoffnung, dass er doch nicht so schlimm um ihn bestellt ist.
Zwischendurch ruft meine Mutter an und fragt besorgt, wie es mir geht. Meine Schwester habe ihr erzählt, dass ich erschöpft wäre. Nach all den Jahren ist es nun tatsächlich meine Mutter, die mich aufbaut, die mir sagt, dass das völlig normal und völlig okay wäre. Dass das rein gar nichts über meine Qualitäten als Mutter aussagen würde und dass auch sie solche Phasen durchlebt hätte. Da sie leider kein Auto hat, kann sie nicht vorbei kommen, würde aber sofort, wenn es helfen würde. 
Tatsächlich haben der Mann und ich mit den Jungs noch einen sehr schönen, aber auch anstregenden Nachmittag. Der Mann hat mir vom Einkaufen 3 verschiedene Ben&Jerry’s Töpfe mitgebracht und nach dem Genuss des Erstens rolle ich mich um 21 Uhr erneut schlafend auf dem Sofa zusammen.

Samstag

Ich fahre nach dem Frühstück mit dem Löwenmäulchen zu meiner Mutter. Der Miezmann und der Quietschbeu wollen Männerdinge machen und da sind wir ihnen im Weg, sagt der Mann.
Meine Mutter kocht mir Grießbrei. So, wie Grißbrei sei muss. Dick,  grob, süß. Ich bin ein sehr glücklich. 
Danach fahren wir zu IKEA und ich kaufen Bettzeug für die Jungs sowie dem Quietschbeu endlich einen Satz Töpfe und Rührlöffel. Da er seit einiger Zeit das Kochen für sich entdeckt hat, ist das genau das richtige Geschenk. 
Am Abend koche ich dem Miezmann auf seinem Wunsch hin Möhrenkartoffelstampf, das er mit großer Begeisterung und verliebten Augen ist. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihn habe. In diesem Moment und auch sonst. Nachdem die Kinder im Bett sind und ich einen weiteren Topf Ben & Jerry’s geöffnet habe, rolle ich mich auf dem Sofa zusammen und schlafe.

Sonntag

In der Nacht holen wir das glühende Löwenmäulchen zu uns, dass fürchterlich weint und zittert. Ich gebe ihm ein Fieberzäpfchen und nehme es mit in mein Bett. Gegen 4 Uhr hören ich den Mann das erste Mal stören. Er könne nicht schlafen, ihm sei so heiß und so übel … mir schwant schon nichts gutes, aber ändern können wir gerade auch nichts.
Am Morgen  bewahrheitet sich dann das ganze Elend. Löwenmäulchen und der Miezmann habe sich beide eine wunderbar fiebrige Grippe eingefangen. Der Mann klagt über Kopf- und Gliederschmerzen, muss sich erbrechen und ist auch sonst ganz wacklig. Das Löwenmäulchen ist schläfrig, hat glasige Augen, spielt aber tapfer vor sich hin. Lediglich der Quietschbeu hat Energie für drei gesunde Kinder. Nachdem Frühstück frage ich ihn, ob er einen Ausflug zu Tante Mimi machen wolle, worauf er voller Begeisterung vom Stuhl springt und sofort los will. 
Meine Schwester holt ihn schließlich gegen 11.30 Uhr ab. Ein bisschen beruhigen und besänftigen musste ich ihn im Vorfeld doch, da er darauf bestand, dass ich auch mitkomme. Nachdem ich ihm aber mehrfach versichert hatte, dass er am Abend wieder nach Hause käme, verschwand er mit einem breiten Grinsen. 
Seither haben wir geschlafen. Und eine kleinigkeit gegessen. Der Miezmann lutscht Salzstangen und Zwieback, das Löwenmäulchen und ich Bananen und Kiwis. Ich bin erschöpft, nach wie vor. Genieße aber auch die Ruhe mit nur einem Kind. Der kleine Herr Löwenmaul ist nämlich ein “vor sich hin”-Spieler. Der braucht mich nur ganz selten und dann ist es meistens zum Kuscheln und Schmusen.

Was sonst noch war.

Blogleserin Eva schickt mir Globuli, die ich gegen die Übelkeit verwenden soll. Verschiedene Mittel, die ich in verschiedenen Varianten einnehmen kann. Gleich das erste Mittelchen, dass ich gestern Abend zu mir nahm, wirkt bisher ganz wunderbar. Keine stärkere Übelkeit mehr seither. Ob ich das wohl auch dem Mann geben kann?

Eingewöhnungsstand

Das Löwenmäulchen schläft ganz wunderbar im Kindergarten. Er wacht Punkt 14 Uhr auf, wenn ich ihn abhole, muss allerdings zu Hause dann noch mal eineinhalb Stunden weiterschlafen. Aufregend, so ein Kindergartenleben.

Der Quietschbeu wird weiterhin vom Miezmann begleitet und weint fürchterlich, wenn dieser sich für ein Weile verabschiedet. Allerdings beruhigt er sich auch in kürzester Zeit wieder und beginnt dann fröhlich vor sich hinzuspielen. Da der Miezmann am Freitag wieder Arbeiten muss, werden wir ab Morgen dann mal das “harte” Programm fahren und ihn länger alleine dort lassen. Freitag werden wir ihn nur abgeben und direkt wieder fahren.

Aus der Zeit bei der Tagesmutter weiß ich, dass er morgens eigentlich immer ein Weilchen brauchte, bis er angekommen war. Ich habe daher nicht allzu starke Gewissenbisse, ihn weinend zurückzulassen. Aktuell genießt er eben die exklusive Zeit mit dem Papa, was zu diesen Abschiedsdramen führt. Ab kommende Woche müssen wir beide wieder regulär arbeiten. Ich bin gespannt, wie sich das dann gestalten wird. Erfahrungsgemäß ist nach einem Wochenende nochmal wieder alles ein bisschen neu.

Alles in allem sind jedenfalls wie Eltern angekommen und haben inzwischen in beiden Gruppen ein gutes und sicheres Gefühl. Die Gruppenleiterin in der Quietschbeugruppe ließ es tatsächlich nur langsam angehen und meine Befürchtungen waren somit mal wieder völlig unbegründet.

Kindergartenkinder

Heute also der erste Tag der Kindergarteneingewöhnung. Nicht nur ich war sehr aufgeregt, sondern auch der Quietschbeu. Seit gestern redet er von nichts anderem mehr und rannte, am Kindergartenparkplatz angekommen, sofort los. Natürlich wollte er seinen Rucksack selber tragen, allerdings weigerte er sich mal wieder standhaft, sich fotografieren zu lassen. So ist er halt, der Quietschbeu.

Vor der Mondgruppe verabschiedeten wir uns dann von Papa und dem Löwenmäulchen und wurden sehr herzlichen von den Erziehern empfangen. Wir suchten uns die Lokomotive als begleitendes Motiv aller Haken und Schublädchen aus und verstauten die ersten Utensilien.

Die ersten zehn Minuten musste ich ihn auf dem Arm durch die Räume tragen. Das ist sehr typisch für meinen großen Jungen. Erstmal alles aus sicherer Position in Augenschein nehmen. Dann entdeckte er die große Treppe, die auf den Wickeltisch führt und zog mich folgend nur noch an einem Finger hinter sich her. Von einer Ecke in die Andere, von einem Raum zum nächsten. Am meisten Interesse hatte er, wie zu erwarten, am Schlafraum und den vielen Gitterbetten, die dort standen. Nachdem wir uns eines ausgesucht und das Schmusekissen sowie die Boo dort deponiert hatten, ließ er sich mitten im Raum nieder und zeigte seiner Bezugs-Erzieherin begeistert sein Wohlfühlbuch. Tante Mimi und Cousine Hanna waren natürlich das Highlight und so sind die Beiden der Erzieherin nun bestens bekannt.

Überraschender Weise quasselte er wie ein Wasserfall, wo er normalerweise erstmal nur beobachtet und aufnimmt. Die Duplo-Ecke eroberte sein Herz im Sturm, ebenso wie der Waschraum. Einzig der Ruheraum war ihm ein wenig unheimlich. Vermutlich, weil die meisten Kinder sich dort drinnen aufhielten und spielten.

Nach 30 Minuten brauchte er auch schon meine Hand nicht mehr und es reichte ihm aus, mich in Sichtweite zu haben.

Irgendwann stand dann der Miezmann in der Tür und verkündete, ihm sei langweilig. Das Löwenmäulchen, ganz wie ich es erwartet hatte, hatte einfach seine Gruppe erobert und spielte vor sich hin. Er hatte dem Papa sogar nur gewunken, als dieser die Gruppe kurz verließ.

Nach einer Stunde sagte ich dann zum Quietschbeu, wir würden jetzt mal nach Papa und dem Bruder sehen und dann gemeinsam nach Hause fahren. Und von da an war seine Scheu völlig verflogen. Er enterte die Wölkchengruppe mit großem „Hallo!“ und verfiel dort direkt ins Spielen.

Das Löwenmäulchen und sein Papa hatten den Leuchtturm als begleitendes Symbol ausgesucht und alle Mitbringesel waren auch hier bereits verstaut. Da das Löwenmäulchen auch gar keine Anstalten machte, sich irgendwie unwohl oder fremd zu fühlen, schlugen die Erzieher vor, dass wir ihn bereits am nächsten Tag einige Zeit dort alleine lassen könnten.

Das einzige „Problem“ (eigentlich ist es das Wort nicht wert) war die ganze Zeit über, dass der Quietschbeu sehr wohl mitbekam, dass der Papa zwar im selben Gebäude, aber nicht bei ihm war. Und so entschieden wir zusammen mit den Erziehern beider Gruppen, dass der Miezmann morgen den Quietschbeu begleiten würde, während ich das Löwenmäulchen in seine Gruppe bringe. Ich werde dann nach einer Weile zur Arbeit fahren und der Miezmann als Backup fürs Löwenmäulchen abrufbereit in der Quietschbeugruppe verweilen.

Auf die Frage, ob der Quietschbeu denn morgen wieder käme, antwortete er mit einem freudestrahlenden „Ja!“ Er winkte allen zum Abschied, rief laut „Tzüüüü!“ und trottete mit seinem Rucksack von Dannen.

Mein Fazit nach dem ersten Eingewöhnungstag: weniger spektakulär als erwartet, dafür aber zwei Miezbeus, die sich eben genauso verhielten, wie ich es erwartet hatte.

Ich bin gespannt, wie schnell auch der Quietschbeu auf unsere Anwesenheit verzichten kann.

Ein schönes Gefühl, dort so willkommen und aufgehoben zu sein. Eine  spannende neue Ära. Ich bin im Moment einfach sehr glücklich.