*tipp tapp* kleiner Herr Löwenmaul

Das Löwenmäulchen ist endlich unter den Läufern angekommen. Er läuft sowohl drinnen wie auch draußen. Nur noch. Barfuß, in Lederschlappen oder Straßenschuhen. Er läuft. Und er ist wahnsinnig stolz auf sich und bestaunt ehrfürchtig seine Umwelt, die nun so ganz anders auf ihn wirkt.

Jede Mülltonne, jedes fremde Kind, jedes Auto, jeder Busch, jeder Baum, jeder Haken, jeder Zettel muss ganz genau begutachtet und beäugt werden. Wir bleiben alle 50 Zentimeter stehen und staunen. Es ist so großartig, so unglaublich ergreifend, Dich dabei zu beobachten.

Ich lasse Dir Zeit, plane Deine Neugier auf die neugewonnene Perspektive in unseren Alltag mit ein. So brauchen wir aktuell 10 Minuten vom Auto bis in Deine Kindergarten-Gruppe, weil Du jeden der vorbei kommt persönlich begrüßen musst. Du reichst Händchen oder winkst und ruft „Hajja“ („Hallo!“). Und Du bist so stolz! Wenn Dich jemand lobt, wie toll Du das doch machen würdest, mit Deinem tapsigen, manchmal noch wackeligen Schritten, dann grinst Du über das ganze Gesicht und guckst verschämt unter Dich.

Du kommst auf die Welt um ihr den Kopf zu verdrehen
Du lachst über Hunde und deine eigenen Zehen
Du bleibst kaum kannst du laufen alle zwei Meter stehen
und fällst auf die Knie um noch ein Wunder zu sehn

Wir sind Helden – Die Zeit heilt alle Wunder

Mein kleiner großer Junge. Du hast mit 16 Monaten begonnen richtig zu Laufen. 2 Monate später als Dein Bruder. Das nur für die Statistik.

Ganz uneigennützig bin ich mit meiner Freude nicht. Ich bin froh, wenn ich ihn weniger tragen muss. Das fällt mir nämlich zunehmend schwerer und schmerzt derweil auch arg.

Löwenmäulchenfüße

Der kleine Herr Löwenmaul hat krumme Füßchen. Wenn er sitzt und die Füße nicht belastet, dann sehen sie an sich ganz normal aus, aber sobald er steht oder läuft klappen sich die kleinen Zehen nach innen. Er läuft dann quasi auf dem Außenriss. Die Unterseite der kleinen Zehen zeigen nach innen, nicht zum Boden.

Nun ist das etwas, was bei der letzten Vorsorgeuntersuchung ja hätte bemerkt werden können. Allerdings hat der Arzt ihn gar nicht laufen gesehen. Ich bin also ein wenig unsicher, was ich tun soll. Er läuft ganz wunderbar an einer Hand, steht auch schon frei und würde am liebsten den ganzen Tag an den Händen spazieren geführt werden. Das geht aber schon sehr lange so und ich hatte eigentlich das Gefühl, dass er schon Laufen können müsste.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin nicht ungeduldig und meinetwegen kann er auch erst in 2 Monaten mit dem freien Laufen anfangen. Aber meine Sorge ist gerade, dass wir etwas übersehen oder nicht rechtzeitig wahrnehmen.

Ich habe Sichelfüße gegoogelt. Und Kletterfüße. Das sind so Begriffe, die mir in den Sinn kommen, wenn ich seine laufende Fußhaltung sehe. Aber die Fotos die man zu dem Thema findet sind sehr viel extremer. Auch bin ich nicht der Typ, der bei jeder Unsicherheit direkt zum Arzt rennt. Daher erst mal meine zögerliche Frage, ob das jemand kennt? Ob jemand Erfahrung damit hat? Und wenn ich einen Arzt aufsuchen sollte: gehe ich zum Kinderarzt oder direkt zu einem Orthopäden?

Herzlichen Dank für Ihre Meinungen …

 

Über Nacht #4

Der Quietschbeu ist über Nacht aus Größe 86 geschossen. Alle seine Oberteile sind wirklich genau Oberkantehüftanfang zu Ende. Die Jeanshosen muss ich sehr tief ziehen, damit sie nicht wie Hochwasser aussehen. Und das, wo ich das Kind doch gerade erst mit einem Schwung Langarmshirts eingedeckt hatte. Gut, die braucht bei dem Wetter eh niemand. Das Löwenmäulchen hingegen dümpelt weiterhin bei Größe 68/74 herum. In seinem Alter hat der Quietschbeu schon 86 getragen und zwar genau dieselben Poloshirts, wie ich sie (er trägt zwei übereinander, weil‘s chic aussieht) ihm heute Morgen anzog und die jetzt eben dann auch schon (Ironiedingsi) zu kurz sind.

Das Löwenmäulchen hingegen nutzte den Nachtschlaf, um das Laufen zu verbessern. Er rennt nun an den Möbeln entlang, schieb den Lauflernwagen sehr sicher durchs Haus und kann, zwei Finger als Sicherung gegriffen, zielsicher geradeaus laufen. Ich glaube ja dennoch, dass es zwei Monate dauern wird, bis er frei läuft. Zwar steht er schon ein paar Sekunden frei, aber das hat der Quietschbeu auch früh getan. Der Miezmann hingegen glaubt, dass das beim Löwenmäulchen jetzt ratzfatz geht. Eben, weil beim Löwenmäulchen bisher immer alles ratzfatz ging.

Ich habe neue Werbeplätze eingebaut, auf denen nun verschiedene Banner rotieren. Ich finde es legitim, dass ich für das, was ich hier Schreibe, ein bisschen was nebenbei bekomme. Grundsätzlich bewerbe ich nur Unternehmen, bei denen ich selber kaufe und mit denen ich zufrieden bin. Sie dürfen also durchaus ab und an einen Kick auf eins der Banner wagen. Das sind alles ganz ordentliche Geschichten, nur für GoogleAds übernehme ich keine Garantie ;)

 

Der kleine Herr Löwenmaul

Dass das Löwenmäulchen gewachsen sein muss erkennt man daran, dass es neuerdings herzzerreißend weint, wenn es unter dem Tisch spielt. Dann hat es sich nämlich beim Aufrichten wieder mal die Rübe an der Tischplatte gestoßen.

Es ist unglaublich, welches Tempo der kleine Herr Löwenmaul an den Tag legt. Letzte Woche die ersten Schritte an den Möbeln, diese Woche rennt er ständig mit irgendwelchen beweglichen Gegenständen durchs Haus. Zum Beispiel mit der Spielzeugkiste mit den Rollen drunter, dem Bobby Car des Quietschbeus oder den kleine blauen Kinderstühle vom Möbelschweden, die man wunderbar über die Fliesen schieben kann. Einen Lauflernwagen hat dieses Kind definitiv nicht nötig.

Gefährlich ist nur sein Kletterdrang. Er klettert überall drauf oder drüber. Inzwischen ist das Treppenschutzgitter immer geschlossen, was das Löwenmäulchen nicht daran hindert am Gitter selber hochzuklettern (welches immerhin erst oberhalb der ersten Stufe angebracht ist) und dann wie ein kleiner Affe darauf herum zu hopsen und zu grunzen.

Ich bin sohoho verliebt in meinen kleinsten Sohn. Da ist kaum noch Baby sondern schon ganz viel kleiner Junge.  ?. Immerhin nur noch zweieinhalb Monate bis zu seinem ersten Geburtstag. Wow.

Kinderturnen.

Ich habe ein fremdes Kind mit zum Turnen genommen, glaube ich. Der an sich sehr introvertierte und in fremder Umgebung unglaublich schüchterne Quietschbeu ging an meiner Hand in die Turnhalle, nachdem wir vorher die Straßenschuhe gegen Schlappen getauscht hatten. Unsicher und misstrauisch blickte er sich immer wieder um, als ich das Löwenmäulchen im Maxi Cosi neben zwei weitere Maxi Cosis stellte, mich bei der Zwillings-Mutter kurz vorstellte, den Bondolio daneben auf die Bank legte und dann neben ihm in die Hocke ging.

„Na, was meinst Du?“ habe ich ihn gefragt und er sah mich an, mit großen glasigen Augen, deutlich ängstlich und der Griff um meine Hand verstärkte sich. Dann, plötzlich: Musik. Laute Musik. Alle Mütter fassen ihre Kinder an den Händen und rennen im Kreis. Ich auch. Ich muss ihn nur kurz ein bisschen ziehen, bis er sich schließlich in Bewegung setzt, seine kleine Füße neben mir immer schneller werden, ich sehe wie seine Augen anfangen zu leuchten und er ganz plötzlich und wirklich unerwartet vor Freude jauchzt. Dann hüpft er neben mir, rennt schneller und beginnt laut zu lachen und zu gackern. So ein bisschen muss ich kniepern, über seine unbändige Freude.

Den Rest der Stunde renne ich dann quasi hinter ihm her, der die Gefahren von geworfenen Medizinbällen, Trampolinen und Barrenstürzen noch nicht abschätzen kann. Er ist außer sich vor Freude und Tatendrang und ist ohne Witz 60 Minuten lang im Laufschritt unterwegs. Nur einmal sucht er mich kurz mit seinen Blicken, inspiziert das Motorikdings aber weiter, als er mich entdeckt.

Doch dann bleibt er plötzlich mitten im Spiel abrupt stehen, guckt sich um und rennt dann Schnurstraks auf das Löwenmäulchen zu, das immer noch neben der Bank im Maxi Cosi sitzt und zuguckt. Denke ich. Denn in Wahrheit weint es gar bitterlich und ich habe das durch den Lärm in der Halle nicht gehört. Aber der Quietschbeu. Er hat das Weinen seines Bruders sofort erkannt. Denn als die Zwillinge weinten, da hat er nicht mal einen Blick in die Richtung riskiert. Ohne Witz!

Als wir nach Hause kommen ist er deutlich erschöpft. Das Löwenmäulchen ebenfalls, da so viel Lärm und die vielen fremden Gesichter doch arg anstrengend sind. Ich schiebe es daher in der Wippe vor die Küchentür, damit ich es  beim Kochen gut sehen kann. Der Quietschbeu setzt sich daneben, wippt ein bisschen die Wippe, macht „Aiai“ am Köpfchen des Bruders und „Dutdut“ auf dessen Nase. Und das Löwenmäulchen lacht urplötzlich gackernd auf. So richtig laut!

Ich bin wirklich sprachlos, gehe zu beiden hin und kann beobachten, wie sie sich gegenseitig wirklich glucksend und gackernd anlachen. Der Quietschbeu macht „Dutdut“ und das Löwenmäulchen kringelt sich vor Lachen. Gute 10 Minuten geht das Spiel, dann ist das Essen fertig.

Kindeturnen ist toll. Kinderturnen lässt meinen Quietschbeu aus sich raus gehen. Kinderturnen ist furchtbar anstrengend und macht schrecklich müde.

Nun schlafen Beide. Tief und feste.