Das Löwenmäulchen ist endlich unter den Läufern angekommen. Er läuft sowohl drinnen wie auch draußen. Nur noch. Barfuß, in Lederschlappen oder Straßenschuhen. Er läuft. Und er ist wahnsinnig stolz auf sich und bestaunt ehrfürchtig seine Umwelt, die nun so ganz anders auf ihn wirkt.
Jede Mülltonne, jedes fremde Kind, jedes Auto, jeder Busch, jeder Baum, jeder Haken, jeder Zettel muss ganz genau begutachtet und beäugt werden. Wir bleiben alle 50 Zentimeter stehen und staunen. Es ist so großartig, so unglaublich ergreifend, Dich dabei zu beobachten.
Ich lasse Dir Zeit, plane Deine Neugier auf die neugewonnene Perspektive in unseren Alltag mit ein. So brauchen wir aktuell 10 Minuten vom Auto bis in Deine Kindergarten-Gruppe, weil Du jeden der vorbei kommt persönlich begrüßen musst. Du reichst Händchen oder winkst und ruft „Hajja“ („Hallo!“). Und Du bist so stolz! Wenn Dich jemand lobt, wie toll Du das doch machen würdest, mit Deinem tapsigen, manchmal noch wackeligen Schritten, dann grinst Du über das ganze Gesicht und guckst verschämt unter Dich.
Du kommst auf die Welt um ihr den Kopf zu verdrehen
Du lachst über Hunde und deine eigenen Zehen
Du bleibst kaum kannst du laufen alle zwei Meter stehen
und fällst auf die Knie um noch ein Wunder zu sehnWir sind Helden – Die Zeit heilt alle Wunder
Mein kleiner großer Junge. Du hast mit 16 Monaten begonnen richtig zu Laufen. 2 Monate später als Dein Bruder. Das nur für die Statistik.
Ganz uneigennützig bin ich mit meiner Freude nicht. Ich bin froh, wenn ich ihn weniger tragen muss. Das fällt mir nämlich zunehmend schwerer und schmerzt derweil auch arg.