Hand-Mund-Fuß. (wasesnichtallesgibt)

Der kleine Herr Löwenmaul hat ganz offiziell die Hand-Mund-Fuß-Krankheit. Bei ihm äußert sich die Krankheit durch rote Flecken um den Mund, an den Handgelenken und am Po. Vermutlich hat er Aften im Rachen, da man zwar im Mundraum nichts sehen kann, er die letzten Tage beim Essen aber stark geweint hat. Wir haben daher jetzt die ungesund-Erlaubnis: Joghurt, Quark, Pudding aus dem Kühlschrank. Außerdem keine gewürzten oder warmen Speisen oder Getränke. Gurke und Banane geht in Maßen, da er offensichtlich im Moment nicht gerne kaut. So wie es ausschaut, bekommt er zeitgleich noch weitere Zähne.

Vom Arzt gab es die Anordnung daheim zu bleiben sowie eine Bepanthen Lösung für den Mundraum und Paracetamol Zäpfchen. Zwar hatten wir bis hier her nur einmal leichtes Fieber, aber es kann auch zum Ende der Krankheit hin zu 40° Grad Fieberspitzen kommen. Wollen wir hoffen, dass uns das erspart bleibt.

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ist ein Herpeserreger. Erwachsene Menschen die noch nie Herpes hatten werden sich zu einem an 100%ige Sicherheit grenzenden Prozentsatz nicht anstecken. Ein Glück für den Mann und mich, die nie Probleme mit Herpes hatten. Der Quietschbeu ist bisher auch ohne Symptome und da er so ein bisschen wie Unkraut ist, hoffe ich sehr, dass ihm diese Erfahrung erspart bleibt. Generell sind Kinder bis 3 Jahren am stärksten gefährdet, danach gibt es eine Abstufung bis zum 6. Lebensjahr und eine weitere bis 14. Danach ist es generell sehr unwahrscheinlich sich anzustecken.

Für Schwangere bzw. das ungeborene Kind ist eine Infektion bedenkenlos. Lediglich eine Infektion während der Geburt kann zu starken Schäden beim Neugeborenen führen!

Infektionsweg ist im Übrigen der Speichel. Wer also nicht mit meinem Baby rumknutscht oder aus seiner Tasse trinkt, hat generell schon nichts zu befürchten ;)

Soweit die Informationen von unserem Kinderarzt.

An sich ist dieser Virusinfekt unspektakulär. Es geht dem Patienten gut, zum Frühstück aß er 3 Nutellabrote und trank knapp 300 Milliliter Milch. Nur gut, dass er das dem großen Bruder (noch) nicht verraten kann *gnihihi*

Löwenmäulchens U6

Es ist interessant, wie beiläufig so eine Vorsorgeuntersuchung sein kann. Früher, als der Quietschbeu noch klein war, da war ich Tage vorher schon aufgeregt. Jetzt muss ich aufpassen, dass wir überhaupt pünktlich das Haus verlassen bzw. den Termin nicht gleich ganz vergessen.

Früher hätte ich einen seitenlangen Blogartikel über die Vorsorgeuntersuchung schreiben können. Jetzt habe ich maximal einen Satz parat: alles wunderbar zeitgemäß, motorisch fit, sehr aufgeweckt, schön.

Einzig zu beobachten wäre, ob er den Pinzettengriff beherrscht. Ich muss nämlich gestehen, dass ich da gar nicht drauf geachtet habe. Ebenso wenig weiß ich, ob er einen Gegenstand wiederfindet, wenn man ihn vor seinen Augen versteckt. Man kann mir jetzt vorwerfen, dass ich eine ignorante Mutter bin, aber ich halte dagegen, dass ich einfach sehr gelassen bin. Ich weiß und spüre, dass er ein fitter kleiner Kerl ist. Wieso sollte ich seine Entwicklung dann noch aktiv testen? „Oh je, ich wachse“ habe ich beim kleinen Herrn Löwenmaul nicht einmal in der Hand gehabt. Weil ich es nicht brauchte. Ich hatte und habe genug innere Sicherheit zu erkennen, dass alles okay ist, wie es ist. Ein sehr befriedigendes Gefühl übrigens (und sehr verdient, wenn man mal bedenkt, wie hysterisch unsicher ich beim Quietschbeu doch war).

Ich präsentiere daher hier nur die technischen Daten und das auch nur, um sie für uns festzuhalten (und mit den Bruderdaten zu vergleichen):

Löwenmäulchen

U6 (11 Monate 1 Wochen 2 Tag alt)
Länge: 72 cm
Gewicht: 8510 g
Kopfumfang: 47 cm

Quietschbeu

U6 (12 Monate & 1 Tag alt)
Länge: 84 cm
Gewicht: 10790 g
Kopfumfang: 47 cm

Das Löwenmäulchen ist ein sehr kleines Kerlchen, für sein Alter. Da er aber bereits Schuhgröße 20 hat ist davon auszugehen, dass er irgendwann in den kommenden 6 Monaten einen Schuss machen wird. Mir ist es im Übrigen viel lieber die Leute unterschätzen ihn auf Grund seiner geringen Größe, als anders herum. Der Quietschbeu wurde in einer Tour überschätzt, weil er seinem Alter Größentechnisch immer weit voraus war (da können andere Mütter auch ein Lied von singen).

Viel wichtiger fand ich heute, dass der Arzt sich auch mal den Schniepie des Quietschbeus ansah, da der Quietschbeu schon seit Wochen immer wieder „Pipi, aua“ sagte und sich mit Händen und Füßen dagegen wert, dass man ihn anfasst. Der Arzt sagte aber, es sei alles wunderbar okay und er würde nur markieren. Um auf Nummer sicher zu gehen werden wir übernächste Woche einmal Urin abgeben, um eine eventuelle Blasenentzündung auszuschließen.

Sie wachsen und gedeihen also beide prima. Mehr wollt ich eigentlich gar nicht loswerden.

 

Der neue Kinderarzt

Heute waren wir bei unserem neuen Kinderarzt. Anlass war die U5 des kleinen Herrn Löwenmaul sowie die Verstopfungsgeschichte vom Quietschbeu. Die Praxis ist groß, hell, modern und das Personal ist überaus freundlich. Mir geht mal wieder das Herz dabei auf, den Quietschbeu im Wartezimmer mit den anderen Kindern spielen zu sehen. Wird er geschubst oder gehauen sagt er deutlich „Aua. Nein!“ und geht von dem entsprechenden Kind weg. Kein Geheul, kein Zurückhauen, sondern klare Positionieren und Äußerung seines Willens. Ich hoffe, das bleibt so.

Der Kinderarzt selber ist ein wunderbarer, herzlicher und moderner Mann. Das ist der erste Eindruck und ich hoffe, dass der sich in Zukunft bestätigen wird. Er stellt meine Entscheidung, mit den Impfungen beim Löwenmäulchen zuwarten, nicht in Frage und zweifelt sie auch nicht an. Er wundert sich nicht, dass ich das sechseinhalb Monate alte Löwenmäulchen noch vollstille und er statt Brei Banane, Möhre, Laugenbrezel und anderes am Stück bekommt.

Das Löwenmäulchen ist ein Bilderbuch-08/15-Baby. Also alle Werte im absoluten Mittelfeld. Normal groß, normal schwer, normaler Kopfumfang. Nur motorisch ist deutlich weiter entwickelt, als seine durchschnittlichen Altersgenossen. Dafür hat er nach wie vor nur einen Zahn, der zwar schon vor Wochen durchbrach, seitdem aber nicht wirklich weiter herausgewachsen ist. Sein Geburtsmuttermal auf der Brust ist weiterhin unauffällig.

Für den Quietschbeu bekam ich Movicol Junior verschrieben sowie ein Stuhlproben-Set mit nach Hause. Der Arzt ist der Meinung, dass eine Lebensmittelunverträglichkeit unwahrscheinlich ist, da sich solche Unverträglichkeiten bei Kleinkindern meist durch Durchfall äußern und nicht durch Verstopfung. Er glaubt eher, dass dem Quietschbeu entscheidende Darmbakterien fehlen. Wenn ich zurück rechne begannen die Verdauungsprobleme des Quietschbeus ziemlich genau nach dem Noro-Virus und dem damit verbundenen einwöchigen Durchfall letztes Jahr. Wir werden daher jetzt erst mal abwarten, ob er auf das Movicol reagiert oder nicht und parallel die Stuhlprobe einschicken. Beim nächsten Termin wird dann auch noch mal auf innen liegende Hämorriden geprüft. Davor graut es mir jetzt schon. Armer Quietschbeu.

Ein ganz besonderer Herzmoment für mich war es heute, als der Arzt dem Quietschbeu eine Brezel gab und dieser daraufhin zu dem Arzt „Dann!“ sagte. Das hatte er die vergangenen Tage immer mal wieder getan wenn man ihm etwas gab, zuletzt heute Morgen, als ich ihm nach Aufforderung seinerseits seine Boo gereicht hatte. An sich ist das wohl nicht bemerkenswert. Da wir den Quietschbeu bisher aber nie aufgefordert haben „Danke“ zu sagen, auch nicht durch ein „Was sagt man?“, finde ich es einfach nur wunderschön zu sehen, dass er völlig selbstverständlich „Danke“ sagt wenn er etwas bekommt, nachdem er es wohl bei uns so beobachtet hat (ich mag es nicht, meinem 20 Monate alten Sohn ein bestimmtes Benehmen anzudressieren. Ich glaube, dass man ganz viel dadurch erreichen kann, dass man ein gutes Vorbild ist. Mehr als durch Worte. Auch wenn das manchmal ein langwierigerer und für einen selber sehr viel anstrengender Weg ist. Der Lerneffekt ist meiner Meinung nach gigantisch. Aber das ist Stoff für einen eigenen ganzen Blogeintrag.)

Beim Verlassen des Sprechzimmers gratulierte der Arzt mir zu meinen super Jungs und hob noch mal das herzliche und höfliche Wesen des Qietschbeus hervor (da bin ich dann fast geplatzt vor Stolz).

Fazit: Der neue Arzt ist super. Das Löwenmäulchen ist fit und das Quietschbeuverdauungsproblem wird endlich ernst genommen und nicht mehr mit einem „Soll er halt noch mehr trinken“  abgetan.

Löwenmäulchens U4

Das Löwenmäulchen ist ein vorbildlich entwickeltes Baby mit einem überaus freundlichen und offenen Wesen. Sagt unser Kinderarzt. Ist ja auch kein Wunder, gluckste der kleine Kerl den Onkel Doktor doch die ganze Zeit über grinsend an. Und er kann wirklich grinsen wie ein Großer.

60,5 cm lang, 6290 Gramm schwer und einen Kopfumfang von 40,5cm. Erstaunlich, wie unwichtig sich solche Zahlen beim zweiten Kind plötzlich anfühlen. Beim Quietschbeu waren diese Werte mein Garant, dass mein Baby gut und zeitgerecht entwickelt ist. Man fieberte ständig der nächsten Messung entgegen, nur um dann beim nächsten Babytreffen Quartett-artig die neusten Werte miteinander zu vergleichen.

Beim Löwenmäulchen ist das anders. Da habe diese innere Ruhe und das naturgegebene Wissen, dass es ihm gut geht. Nicht, dass ich dieses naturgegebene Wissen beim Quietschbeu nicht gehabt hätte. Damals hab ich ihm aber noch nicht vertraut.

Lustig hingegen der dicke fette Vermerk im Untersuchungsheft, dass die Impfung zu diesem Zeitpunkt nicht gewollt wäre. Das müsse er so deutlich hervorheben, sagt der Arzt. Sonst wäre er nachher rechtlich belangbar, wenns in die Hose ginge. Unterschwellig wollte er mich natürlich doch noch umstimmen. Ich versicherte ihm, dass ich mich ausführlich informiert und das Pro und Contra abgewogen hätte. Das Löwenmäulchen soll geimpft werden. Zu einen späteren Zeitpunkt und dann auch nicht gegen gnadenlos alles. Er gab sich damit zufrieden.

Kommende Woche sind wir dann schon wieder beim Kinderarzt, weil der Quietschbeu seine zweite MMR-Impfung bekommt. Eigentlich sollte er diese schon heute bekommen, aber da er ja erst Fieber und einen leichten Schnupfen hatte, warten wir eine Woche. Wer sich nun fragt, warum ich den Quietschbeu impfen lassen und das Löwenmäulchen nicht: mir geht es tatsächlich um das Alter und die körperliche Verfassung. Der Quietschbeu hat ein sehr starkes Immunsystem. Außerdem wurde er bisher „altersentsprechend“ geimpft, dann wird das auch ordentlich zu Ende gebracht. Meine Meinung (ich weiß, dass man auch andere haben kann …).

~ ***~

Tina fragte in den Kommentaren, ob wir ein „Unkraut“ gegen das Gequietsche der Jungs gefunden hätten und Schussel musste bei der Vorstellung lachen, wie der Quietschbeu mit Ohrenschützern umher flitzt. Darum:

Nachtschreck (kein Monster unterm Bett)

Vor einiger Zeit machte ich des Nachts die unliebsame Bekanntschaft mit dem sogenannten Nachtschreck. Dabei handelt es sich nicht um ein Monster, das im Kleiderschrank oder unter dem Bett sitzt, sondern um eine Schlafstörung bei Kleinkindern.

Die Symptome sind bei Wikipedia gut zusammen gefasst (die Hervorhebungen sind von mir):

Während der ersten Non-REM-Schlafphase (typischerweise 15 Minuten bis eine Stunde nach dem Einschlafen) schreckt das Kind mit einem Schrei aus dem Tiefschlaf und ist vegetativ zunächst so aktiviert, dass es für bis zu fünfzehn Minuten nicht ansprechbar sein kann. Das Kind verspürt in dieser Zeit eine große Angst, welche man am Vegetativum messen kann. Als Zeichen dieser vegetativen Erregung kommen kalter Schweiß, schneller Puls und beschleunigte Atmung vor. Das Kind erkennt seine Eltern nicht und ist nur sehr schwer erweckbar. Am Ende des Anfalls erwacht es und schläft meist wieder ruhig ein. Meist kann es sich daraufhin nicht an den Vorfall erinnern.

Wenn man das liest kann man sicher erahnen, wie schlimm so ein Erlebnis für die Eltern ist, wenn man vorher noch nie etwas von Nachtschreck gehört oder gelesen hat. Der Quietschbeu, völlig außer sich, in Panik, schlägt um sich und schreit so hysterisch, als ginge es um sein Leben. Natürlich habe ich versuch ihn zu wecken, ihn zu trösten, zu halten. Ich bekam einige fiese Schläge ab, wurde gekratzt und hatte große Mühe mein Kind überhaupt zu halten und nicht fallen zu lassen.

Später erfuhr ich dann beim Kinderarzt, was genau es mit dem Nachtschreck auf sich hat und dass man alles tun soll, nur das Kind bitte nicht wecken. Meist sind die Kinder dann nämlich noch verwirrter, ängstlicher und noch schlechter wieder zum Schlafen zu bewegen. Wie oben geschrieben erinnert sich das Kind an einen nächtlichen Nachtschreck nicht, wenn man diesen einfach vorübergehen lässt.

Ich habe mir daher angewöhnt den Quietschbeu daher einfach zu streicheln und neben ihm zu sein. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass das auf den Arm nehmen den Schreck nur verstärkt und der Quietschbeu dann versucht sich hysterisch und mit aller Gewalt aus der Umarmung bzw. dem Griff zu lösen.

Diese Anfälle hatte der Quietschbeu bisher vier oder fünfmal. Immer kurz bevor er eine neue Fähigkeit erwarb. Der Kinderarzt geht daher von einer Überreizung des Nebensystems während des Schlafens aus. Kinder lernen ja bekanntlich im Schlaf am schnellsten und besten. Da der Miezmann als Kleinkind stark Geschlafwandelt ist, schließt unser Kinderarzt aber auch eine genetische Ursache beim Quietschbeu nicht aus.

Wenn man weiß, was Nachtschreck ist, wie man damit umgeht und dass dies nichts Schlimmes bedeutet, dann kann man recht gut damit umgehen. Auch während des Anfalls, wenn man seinem Kind in seiner Verzweiflung nicht helfen, sondern nur beistehen kann.

Wie ich heute darauf komme? Gestern via Twitter erfahren, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder während des Nachtschrecks filmen und das dann bei YouTube einstellen. Mit denen würde ich gerne mal weniger zärtlichen Körperkontakt pflegen … wenn Sie verstehen.

Außerdem möchte ich mit diesem Beitrag einfach informieren, dass es dieses Phänomen Nachtschreck gibt, damit niemand von Ihnen diese panische Angst empfinden muss, die ich empfand, als mein Kind das erste Mal einen Nachtschreckanfall erlitt und ich völlig unwissend und hilflos war.Flattr this