12. Vorsorgeuntersuchung Zwo (39+6)

Dieser Tag war ein sehr kurzer. Gefühlt jedenfalls.

Der Quietschbeu schlief bis 8:30 Uhr, dann bin ich ausgiebig duschen gegangen (während der kleine Mann durchs Badezimmer bolzte), saugte anschließend die untere Etage und frühstückte mit dem Quietschbeu Salamibrote.

Um 11:45 Uhr stand dann schon die letzte Vorsorgeuntersuchung bei meiner Frauenärztin an. Wehen habe ich ja seit Tagen. Mal schmerzhafter, mal weniger stark, mal regelmäßiger mal weniger regelmäßig. So lala halt. Auf dem CTG bei meiner Ärztin hatte ich schmerzhafte Wehen. Solche, bei der einen niemand mehr fragt, ob man die gespürt hätte. Mit den Wehen kamen übrigens auch wieder diese Kopfschmerzen, von denen ich schon die Tage twitterte.

Meine Ärztin ruft mich mit den Worten „Na kommen Sie mal schnell rein, bevor‘s jetzt noch los geht!“ zu sich. Wir lachen. Wie schon von Claudia letzten Donnerstag festgestellt ist der Gebärmutterhals stark verkürzt und der Muttermund geöffnet. Alles ist prima weich und geburtsbereit. Allerdings sagt meine Ärztin, dass der Kopf noch nicht richtig fest sitzen würde, was mich ein wenig stutzig macht, aber nicht weiter beschäftigt.

Im Anschluss vermisst sie den Herrn Minimiez ein letztes Mal. 3800 Gramm hat er derzeit und einen Kopfumfang von ca. 35cm. „Sie können halt nur große, kräftige Kinder“, sagt sie und ich stöhne so ein bisschen. Na ja, hat ja schon mal gut geklappt. Wird auch ein zweites Mal passen.

Dann spreche ich sie auf meine wehenartigen Kopfschmerzen an, die immer mit einer Wehe kommen und gehen. Ich erlebe meine Ärztin folgend das erste Mal besorgt. Mein Blutdruck ist erhöht, was ungewöhnlich ist, da ich sonst immer einen zu niedrigen Blutdruck habe. Ich soll das unbedingt beobachten und im Falle, dass die Kopfschmerzen ohne Wehen auftreten, ins Krankenhaus fahren oder meine Hebamme anrufen. Eventuell drück die Gebärmutter bei einer Wehe auf einen Nerv, die den Kopfschmerz auslöst. Eventuell ist es aber eben auch Bluthochdruck, was ganz und gar nicht gut wäre, da dies eine Anzeichen für eine Schwangerschaftsvergiftung sein könnte.

So oder so. Ich bin wachsam. Und ich werde mit einem fröhlichen Augenzwinkern und den Worten „Bis in maximal sechseinhalb Wochen! Mit den Wehen gehen Sie ganz sicher nicht 2 Wochen über den Termin!“ verabschiedet.

Seither habe ich immer noch Wehen. Regelmäßig. Mal stärker, mal schwächer. Auch noch nach einem eineinhalbstündigen Mittagsschlaf und dem Kauf von richtigen Lauflernschuhen für den Quietschbeu. Nach einer große Pfanne Bratnudeln und einem Eiscafé. Mal sehen, ob ich gleich noch Baden gehe …

Nur noch 1 Tag …

Hebammenbesuch 40.SSW

Endlich hat sich mal so richtig was bewegt. Ganz offensichtlich hat der vorgestrige Tag den Herrn Minimiez eindeutig in Startposition gebracht.

Er sitzt nun fest mit der Pfeilnaht quer im Becken und ist nur noch schwer abzuschieben. Der Gebärmutterhals ist stark verkürzt und der Gebärmuttermund 3 cm geöffnet, nicht nur durchlässig.

Außerdem hat sich der Bauch ganz eindeutig stark gesenkt und das CTG zeichnet wunderbar regelmäßige 7 Minuten Wehen auf (allerdings nur so lala schmerzhaft).

„Theoretisch könntest Du Dein Kind heute noch in den Armen halten“, sagt Claudia.

„Oh Gott, oh Gott“, denk ich nur so. Und atme tief durch …

Hebammenbesuch 39.SSW

Heute war Claudia wieder bei uns und ich muss immer und immer wieder mit ganz viel „Hach“ und „Och“ feststellen, dass sie einfach sooo toll ist. Wir quatschen wieder mal viel, trinken Latte Macchiato mit Karamellsirup und witzeln vor uns hin. Kurz vor ihrem Besuch hatte die Praxis meiner Frauenärztin angerufen. Mein Eisenwert sei nur noch bei 11 und ich sollte nun doch noch mal Eisen nehmen. Claudia sieht das Ganze nicht so kritisch. Orangensaft solle ich zum Essen trinken, das würde auch helfen. Bis auf die Tatsache, dass ich sehr müde bin, fällt der Eisenmangel auch nicht wirklich ins Gewicht.

Später untersucht mich Claudia dann. Der Muttermund ist wunderbar weich und ca. 3 cm geöffnet, aber ohne jeglichen Druck darauf. Der Herr Minimiez ist ein großes, aber kein übergroßes Baby. Dass er sich noch viel bewegt bestätigt, dass er zwar schon schön tief, aber noch nicht fest sitzt. Bei einem vorzeitigen Blasensprung müsste ich also noch liegen. Beim anschließenden CTG haben wir ganz wunderbare Herztöne und regelmäßige Miniwehen. Wie schon seit Tagen. Nix halbes, nix ganzes.

Wann wir uns denn das nächste Mal wieder sehen, fragt Claudia zum Schluss. „Na, wenn das Kind kommt! Das geht doch jetzt los!“, sage ich völlig selbstverständlich. Dann lachen wir Beide und machen einen Termin für kommenden Donnerstag aus (für den ich dennoch aus tiefstem Herzen hoffe, dass wir ihn nicht wahrnehmen müssen).

Ich bekomme die üblichen Tipps wie Ananas essen, Sex haben, Putzen, Spaziergänge …

Ein Drücker an der Tür und ein bisschen traurig winken der Quietschbeu und ich ihr hinterher. So toll, die Frau. Meine Hebamme. Hach.

10. Vorsorgeuntersuchung Zwo (35+2)

Da ist dieser enorm große Bauch, der mich täglich daran erinnert, dass wir bald zu viert sein werden. Und da sind diese regelmäßigen Arzttermine, die das bestätigen. Nicht, dass ich auf Grund mangelndem Bewegungsdrangs des Herrn Minimiez daran zweifeln würde, aber dass alles okay ist und dass da tatsächlich ein Baby raus kommt und so … dafür bräuchte ich den Arzt in dieser Schwangerschaft nicht. Ich gehe dennoch hin, eben weil ich meine Ärztin wirklich sehr mag. Sie ist so ein kleines bisschen viel verrückt. Wir giggeln und lachen und tratschen und so. Sie lobt meinen schönen Bauch, mein wunderbares Kind, meine entspannte Haltung.

Heute erfuhr ich, dass ich noch viel Fruchtwasser habe. Wieder mehr, als beim letzten Mal, aber nicht zu viel. Darum sei mein Bauch auch so schön prall. Ich habe einen niedrigen, aber gesunden Blutdruck, knappe 3 Kilo in 2 Wochen zugenommen (ich versuche das gerade total beiläufig im Nebensatz zu erwähnen, merken Sies?), einen weichen äußeren Muttermund der 3cm geöffnet ist, aber innen noch geschlossen. Auf dem CTG sind regelmäßige Miniwehen, die ich nicht mal ansatzweise gespürt habe und der Herzschlag des Herrn Minimiez ist bilderbuchmäßig.

Der kleine Herr Minimiez wiegt aktuell um die 2800 Gramm bei einer Länge um die 47cm. Brustkorb und Kopf sind ziemlich genau eine Woche weiter entwickelt, als ich tatsächlich schwanger bin, aber das kenne ich alles schon vom Quietschbeu.

Meine Ärztin fragt noch mal nach dem Kopfumfang des Quietschbeus bei der Entbindung. „37cm“ antworte ich wahrheitsgemäß und sie zieht mit mitfühlendem Gesicht scharf die Luft ein. Aber wissen Sie was? 37cm hört sich viel an. Wenn man das aber vorher nicht weiß ist das gar nicht so viel, bzw. macht man sich da eben keinen Kopf drüber und presst das raus. Geht alles.

Im Wartezimmer spielt der Quietschbeu unterdessen unter den wachsamen Augen des Kaffeedates. Irgendwann kommt eine Mutter mit zwei Jungs (ca. 3 und 4 Jahre alt) dazu, die schon auf den ersten Blick schrecklich unsympathisch wirkt. Ihre Kinder ziehen dem Quietschbeu, der sie freudestrahlend und ganz aufgeregt begrüßt, die Spielzeugkiste weg und bauen Holzklotztürme. Der Quietschbeu ist davon natürlich total fasziniert und begeistert, begibt sich zu den Jungs und wirft den ersten Turm um. Ich entschuldige mich. Das sei eben gerade „sein Spiel“ und er wäre noch zu klein um zu verstehen, dass die Jungs dann traurig sind. Er würde das nicht tun, um sie zu ärgern. Die Mutter nickt und sagt dann, dass ihr Sohn sich aber gleich sicher wehren – also hauen – würde, wenn er das noch mal mache. Ich bin so ein kleines bisschen überrumpelt. Wie reagiert man da am besten? Nehme ich mein Kind auf den Schoß, um es prophylaktisch daran zu hindern, den Holzklotzturm des anderen Kindes umzukippen? Ich kann ihn ja schlecht schimpfen. Das versteht er doch gar nicht. Kann ich andererseits von einem dreijährigen erwarten, dass er das versteht oder von der Mutter, dass sie ihren Jungs wohlmöglich kurz erklärt, dass der Kleine dass nicht mit Absicht tut? Ich reagiere gar nicht. Jedenfalls nicht nach außen.

Es hat mich jedenfalls sehr traurig gemacht zu sehen, wie der Quietschbeu immer und immer wieder versuchte Kontakt zu den größeren Jungs aufzunehmen und diese sich immer nur weg drehten, oder Spielsachen, die er ihnen anreichte und anbot einfach fallenließen und wegwarfen. Sie erinnern sich vielleicht, dass ich lange Sorge hatte, weil er so schrecklich introvertiert war. Heute hätte ich mir glatt gewünscht, dass er immer noch „nur“ beobachten würde. Aber der Quietschbeu machte nicht den Anschein, dass ihn die Ignoranz der größeren Jungs stören würde. Mein Mutterherz hat jedenfalls dennoch sehr laut geweint.

Das war also die 10.Vorsorgeuntersuchung. Noch einmal CTG schreiben und noch ein regulärer Termin und wir sind am ET angelangt. Ab da werde ich dann von meiner Hebamme betreut.

8. Vorsorgeuntersuchung Zwo (31+3)

Ein paar Werte, nur um sie festgehalten zu haben:

Mein aktuelles Gewicht liegt bei +11,7kg. Seit der letzten Vorsorgeuntersuchung habe ich genau 200 Gramm zugenommen.

Der Herr Minimiez wiegt aktuell geschätzte 1700 Gramm und sieht im Ultraschall original so aus, wie der Quietschbeu zur selben Zeit. Die gleichen geschwungenen Lippen, dieselbe Himmelfahrtsnase. Ich könnte wetten, dass der Herr Minimiez ein verspäteter Zwilling vom Quietschbeu wird. Seine Herzfrequenz ist absolut Schulbuchmäßig und Wehen konnte das CTG auch keine verzeichnen.

Meine Ärztin nennt das eine klassische, langweilige, Ideal-Schwangerschaft mit einem völlig normalen und zeitgerecht entwickelten Baby, worüber ich mich sehr freue.

Der Gebärmutterhals steht mit 3 cm, der Muttermund ist 2 cm geöffnet und weich. Natürlich habe ich wieder vergessen zu fragen, wieso der Muttermund beim letzten Mal 3 cm geöffnet war und diesmal „nur noch“ 2 cm. Das Phänomen hatte ich beim Quietschbeu auch schon im Mutterpass stehen. Da weiterhin kein Druck auf dem Muttermund liegt ist auch weiterhin keine Sorge notwendig.

Bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung in 2 Wochen wird wieder nur CTG geschrieben, sofern sich keine Besonderheiten auftun. Dann muss ich allerdings auch an die Bescheinigung für die Krankenkasse denken, immerhin gehe ich am 11. Mai ja schon wieder offiziell in Mutterschutz.