Gehen wir von einem normalen Wochentag aus, so ist der Ablauf unseres Morgens eigentlich jeden Tag gleich. Gut, Abweichungen gibt es natürlich bei der Laune jedes einzelnen Beteiligten, aber im Grunde schlagen da dann doch immer die jeweiligen Charaktere durch.
Ich stehe zwischen 5:45 Uhr und 6 Uhr auf, trödel fünf Minuten auf der Toilette rum, die ich zum Lesen von Nachrichten, E-Mails und dem Wetterbericht nutze und steige dann in die Dusche. Anschließendes Zähneputzen und Haare föhnen ist obligatorisch. Dann ziehe ich mich an, wecke den Mann (der irgendwas unverständlich rum brummel, knurrt und sich wieder umdreht) und kann ziemlich pünktlich um 6:30 Uhr das Schlafzimmer der Miezbeus betreten.
In 8 von 10 Fällen bemerken sie mich gar nicht. Ich kann noch in Ruhe die Anziehsachen für den heutigen Tag aus dem Schrank nehmen und zusammen suchen. Dann wecke ich grundsätzlich zuerst das Löwenmäulchen, weil das einfach schon am frühen Morgen ein Sonnenschein ist. Da wird ein bisschen hinterm Ohr gekrabbelt, der Bauch gerieben und der Popo getätschelt, bis es sich in alle Richtungen biegt, streckt, laut gähnt und dann wie ein Stehaufmännchen im Bett sitzt. Dann muss erst mal fünf Minuten gekuschelt werden. Meist beginnt das Löwenmäulchen schon vorher mit seiner Neckerei, leckt mir am Ohr oder pustet mir ins Gesicht. Der Kerl kann leider so gut wie gar nicht ernst sein, wobei das leider Augenzwinkernd gemeint ist.
Dann klettert er ins Bett des großen Bruders, den er „Dada!“ nennt und streichelt ihn über die Haare und das Gesicht. „Eiii, Dada! Eiiii!“ Der Quietschbeu ist leider – und das ist nicht Augenzwinkernd gemeint – ein ziemlicher Morgenmuffel. Meist brummt und knurrt er irgendwas und dreht sich wieder rum (kommt Ihnen jetzt sicher bekannt vor, hm?). Ich krabbel ihm ein bisschen den Rücken, frage, ob er gut geschlafen hat und was Schönes geträumt … eine Antwort erhalte ich eh meist nicht. Wir sind ja morgenmuffelig. Ich gebe ihm einen dicken feuchten Schmatzer und erkläre, dass ich jetzt das Löwenmäulchen fertig mache und er dann dran ist. Brummen. Knurren.
Das Löwenmäulchen putzt sich 3 Minuten lang selbstständig die Zähne und beginnt dann wütend zu schimpfen und zu heulen, wenn es ans Nachputzen geht. Noch schlimmer wird es nur, wenn ich sage: „Fertig!“ Am liebsten würde das Löwenmäulchen nämlich den ganzen Tag nur Zähne putzen. Angezogen wird der kleine Herr Löwenmaul – der inzwischen mit zwei zugedrückten Augen in Größe 86 passt – auf der Wickelkommode. Das ist für mich einfach im Moment am angenehmsten. Zum Schluss noch Hausschuhe an die Füße und schups verschwindet er im Spielzimmer.
Der Quietschbeu-gut-Zureden-10-Kampf beginnt. Zähneputzen ist den einen Morgen mal super, den anderen ganz schrecklich doof. Anziehen ist den einen Morgen mal total toll, den anderen voll furchtbar. Mal muss ich ihn komplett anziehen, mal darf ich ihm nicht mal die Hose richtig herum hinhalten. Demzufolge dauert das Anziehen des Quietschbeus zwischen 5 und 15 Minuten. Heute waren es 10 und ein Kompromiss von „Ich zieh Dir die Strumpfhose an, Du dann die Jeans drüber.“
Gegen 7 Uhr sind wir dann alle fertig und gehen runter. Der Quietschbeu muss Grundsätzlich noch sein Schmusekissen, den Nucki und die Boo mitnehmen, um auf dem Sofa weiter zu kuscheln.
Die Miezbeus gucken Kikaninchen, während ich Ihre Frühstücksdosen zubereite. Ich habe überlegt, ob ich hier etwas ausführlicher dazu schreiben sollte, warum und wieso ich meine Kinder morgens Fernsehen gucken lassen. Aber wissen Sie was? Das liest sich dann wieder wie Rechtfertigung und Entschuldigung und da habe ich gerade gar keine Lust zu. Nur so viel: früher hatten wir stressige und hektische Morgen, an denen die Kinder die Brotdosen schon während derer Zubereitung halb leer futterten, rummeckerten, gelangweilt alle Schubladen aufrissen und ausräumten, den Flur verwüsteten und letztendlich meine Nerven noch vor Verlassen des Hauses blank lagen. Jetzt haben wir Frieden und Freude – nur keinen Eierkuchen.
Nach der Zubereitung der Brotdosen werden diese im jeweiligen Rucksack verstaut und ich nutze die Ruhe, um mich noch schnell zu schminken. Dann werden gemeinschaftlich Schuhe, Jacken, Schals und Mützen angezogen. Mal mit meiner Hilfe, mal völlig selbstständig. Manchmal auch mit der Unterstützung des Papas – der irgendwie so nebenher läuft und dann eben zur Stelle ist (oder nicht).
Wir verlassen das Haus im Entenmarsch zwischen 7: 15 Uhr und 7:30 Uhr. An einem Dienstag auch schon um 7 Uhr, weil dienstags das Frühstück vom Kindergarten zubereitet wird und ich mir die Arbeit sparen kann.
Wenn man das so liest, nein, falsch, wenn ich das so lese, dann finde ich, dass meine Morgen früher auch mal ruhiger und entspannter waren. Und vor allem hat früher auch noch ein Kaffee vorm Verlassen des Hauses hinein gepasst. Da ich aber ausreichend und ein bisschen flexibel Zeit zum Abliefern der Jungs im Kindergarten haben will (nichts find ich schlimmer, als dieses hektische rein bringen, Klamotten vom Leib reißen, abgeben, wieder raus rennen), fällt der nun mehr flach.
Und das nächste Mal erzähle ich Ihnen, von unserem Alltagsdingsi – Ankommen und Abholen im/vom Kindergarten.
[ Alltagsdingsi? Alltagsdingsi! ]











