Heute schreibe ich mal in ein paar Etappen. So ein Tag, der verläuft ja dann doch manchmal anders, als gedacht.
Als wir gestern Abend ins Krankenhaus zu meiner Schwester fuhren, da war das ganz schwer für mich. Sie wurden in einer der renommiertesten Geburtshilfekliniken Kölns operiert, so dass mir eine Menge Schwangere entgegen kamen, die alle nicht halb soviel Bauch vor sich hertrugen, wie ich. Und ich watschle breit grinsend vor mich hin und ignoriere die gaffenden Blicke und denk mir: bloß jetzt keine Wehen bekommen!
Auf der Hinfahrt, mitten im Berufsverkehr feststeckend, hatte ich nämlich bereits ein, zwei Wehen, die echt gemein waren. Kaum bei der großen Schwester angekommen war alles Ziehen, Stechen und Drücken verschwunden. Wir weinen beide ein bisschen, weil sie so schlimme Schmerzen hat und ich sie so gar nicht sehen mag. Mit der Galle haben sie ihr einen Stein entfernt, der so groß ist wie eine große schwarze Olive. 3cm! Echt wahr. Ich hab sowas noch nie gesehen und frage mich, wie sie es so lange mit dem fiesen Ding in der Galle ausgehalten hat.
Nach zwei Stunden tätschelt sie noch mal meinen Bauch, meint eher scherzhaft, dass ich bis Freitag/Samstag mit dem Entbinden warten soll (nun heißt es, sie solle wohl Samstag entlassen werden) und ich überlasse ihr meinen frisch geladenen iPod, den ich eigentlich selber mit ins Krankenhaus nehmen wollte. Ich denke aber ganz stark, dass mein Krankenhausaufenthalt letztendlich schöner und angenehmer werden wird, als ihrer. Da ist das schon okay.
Heute Morgen bei der Akupunktur die einzige Schwangere gewesen, die vorher schon mal da war. Dafür sieben neue Gesichter. Auf dem Flur dann auch die Dame aus dem GVK getroffen, die mich am vergangenen Sonntag mit der Geburt ihres kleinen Quentin überholt hat. Ihr ist überraschend die Fruchtblase zwei Wochen zu früh geplatzt und da der Kleine in BEL lag, hat man dann nach ein paar Stunden Wehen einen Kaiserschnitt gemacht. Ihr ging es super, der Kleine ist zuckersüß und ließ mich tief seufzen. Keinerlei Missgunst meinerseits, stattdessen noch mehr Vorfreude!
Diese Vorfreude konnte man dann auch direkt auf dem CTG sehen. Regelmäßige Wehen. Hübsche Wehen. Wehen, die man spürt und die auch schon unangenehm werden. Die Hebamme sagt, was sie alle sagen. Kann jederzeit los gehen, kann aber auch noch ein paar Tage dauern. Wir verabschieden und mit „Bis später!“ , denn spätestens in zwei Tagen sehen wir uns zum nächsten CTG wieder und das ist ja auch schon ‚später‘.
Ich fahre auf dem Heimweg noch Tanken, da mein kleines Autochen nach nun zehn Wochen daheim das erste Mal nach Benzin schreit (allein die Benzinkostenersparnis macht mich diesen Monat reich!). An der Kasse bekomm ich eine fiese Wehe und mache ein fieses Gesicht. Meine PIN fällt mir gerade noch rechtzeitig ein und ich beeile mich, nach Hause zukommen. Daheim angekommen ist die Wehe weg. Natürlich. Ich schnippel mir ein bisschen Obst klein, schmiere zwei Nutellabrote und tippe das heutige Gepiepse.
Um 12 Uhr kommt die Freundin, um mich zum donnerstäglichen Kaffeedate abzuholen. Später werde ich dann noch das donnerstägliche Bauchfoto nachreichen. Bei soviel Donnerstäglichkeit (Akupunktur nicht zu vergessen) könnte das Miezbaby ja ruhig auch ein Donnerstägliches werden.


