Skip to content
1. März 2012 / Mama Miez

“Guten Morgen, Herr Müller!”

oder auch: “Ein Drama in vielen Teilen – 2. Akt – Teil 1″

Heute hatte ich das Gespräch mit Herrn Müller*, dem Quietschbeu-Erzieher und neuerdings ja auch dessen Bezugsperson. Ich habe den ganzen Nachmittag und Abend damit zugebracht, über das Gespräch, insbesondere das Gehörte, nachzudenken, es zu begreifen und eine Lösung, beziehungsweise einen Weg mit der neu gewonnen Erkenntnis richtig umzugehen, zu finden. Ich sprach mit dem Miezmann und erzählte meiner Schwester so grob, was ich heute erfahren habe. Und umso mehr ich darüber spreche und darüber nachdenken, umso klarer werden viele Momente für mich, in denen ich mein Kind nicht oder nur schwer verstanden habe.

Bevor ich zur Erklärung komme sei gesagt: das Gespräch war ein voller Erfolg, aufschlussreich, harmonisch, direkt und offen. Herr Müller hatte sich im Voraus viele, viele Gedanken gemacht und ein ganzes DIN A 4 Blatt mit Stichpunkten vollgeschrieben. Und bei ihm erlebte ich dann auch, was mir bei Frau Schmitz bis dato gefehlt hatte: er hat eine Wahrnehmung, wie der Quietschbeu ist. Er zählte mir nicht auf, was er kann und was nicht, sondern er charakterisierte ihn, so wie er ihn eben sieht und erlebt. Er ging auf seine Gefühlswelt ein, seine Vorlieben und seine Abneigungen. Ich spürte ganz deutlich, dass er eine Beziehung zu und mit dem Quietschbeu führt. Eine mit emotionalem Hintergrund. Das nahm mir so ziemlich die größte und schwerste Last und Angst der letzten Wochen.

Herr Müller brachte zum ersten Mal etwas zur Sprache, was wir als Eltern bisher gar nicht hatten wahrnehmen können. Der Quietschbeu ist in seiner Kindergartengruppe stark unterfordert. Er ist kognitiv und emotional deutlich weiterentwickelt als seine Gruppenfreunde, ja, sogar weiter als manch vierjähriger und fünfjähriger in den Ü3 Gruppen. Es fällt ihm schwer mit den anderen Kindern ein gemeinsames Spiel aufzunehmen, weil ihm deren Spiele meist „zu kindisch“ sind, wie Herr Müller es nannte. Er begreift Zusammenhänge und kann diese auch für andere Konstellationen und Situationen anwenden. Wo seine gleichaltrigen Freunde noch sehr Trieb- und Wunschgesteuert sind, kann er logisch erklären und fassen und versteht so zum Beispiel schon, was ein Zufallsprinzip ist und das man dieses nicht beeinflussen kann.

Herr Müller meint, er habe zwar keine umfangreiche Ausbildung in Sachen Hochbegabtenförderung (ich wusste gar nicht, dass es so was tatsächlich schon für Kindergartenkinder gibt), aber das, was er darüber im Rahmen seiner Aus- und Fortbildungen gelernt habe, würde auf den Quietschbeu passen.

Das ist natürlich jetzt keine ausreichende Bestätigung für eine Hochbegabung oder besondere Begabung (da gibt es wohl Abstufungen und Unterschiede), aber es ist ein Anfang und zumindest eine Tendenz für eine mögliche Ursachenforschung seiner Unwilligkeit in den Kindergarten zu gehen und sein zeitweise auffälliges Verhalten (starkes Separieren von den anderen Kindern, Beobachten, Interaktion nahezu ausschließlich mit Erwachsenen, sehr schnelle Auffassungsgabe, Erlernen von neuen Fähigkeiten ausschließlich durch Beobachten, etc.)

Herr Müller glaubt also, dass der Quietschbeu derart unterfordert und daher zeitweise einfach so stark frustriert ist, dass er sich gegen den Kindergarten sperrt. Tatsächlich haben wir nämlich unabhängig voneinander festgestellt, dass der Quietschbeu an Tagen, an denen ihm eine sehr exklusive Aufmerksamkeit und eine neue Herausforderung gegeben wird, besonders ausgeglichen und fröhlich ist, während „in der Masse schwimm“-Tage eher zu einem sehr aufgebrachten, sperrigen Verhalten führt.

Jüngst schnitt er ein großes Zebra mit einer Schere nach aufgemalter Linie aus. Ich versuche morgen mal ein Foto davon zu machen. Sie werden staunen!

Auf die Frage, warum er Kindergarten Freund M. nicht einfach sagt, dass er den Ball jetzt nicht haben kann, weil er gerade damit spielt, antwortete er: „Weil der M. das nicht versteht. Der ist doch noch klein!“ Damit hat er vermutlich Recht, denn M. ist gerade ein Jahr und ein bisschen alt.

Auch erklärte er mir gestern, dass er, wenn er die Trommel bekommen würde und das Baby dann da sein, nicht in der Nähe des Babys trommeln dürfte. Ich war verwirrt und fragte ihn, wie er darauf käme. „Na, das steht in dem Buch!“ Dann holte er das „Unser Baby“ Buch und zeigte mir die Seite, auf der der große Bruder neben dem Baby trommelt und das Baby weint.

Um aber mal wieder Thema und zu unserem vorläufigen Zwischenergebnis zu kommen: Herr Müller und die anderen Erzieher werden nun versuchen den Quietschbeu deutlich stärker zu fördern. Sei dies durch neue Herausforderung (neue Puzzle mit vielen Teilen, Spiel- und Lernmaterialien der Ü3-Gruppen) oder durch Spezial-Aufträge („Male, Schneide, Bastle dies und das mit vorhandenen Materialien auf Deine Art und Weise.“, also ein Ziel mit diversen Hilfsmitteln erarbeiten, ohne dass der Lösungsweg vorgegeben ist).

Ich soll mich bei unserem nächsten Arzttermin doch einfach mal über eine entsprechende Untersuchung auf Hochbegabung beraten lassen und diese dann, sofern wir es wünschen, durchführen lassen. Zu diesem Punkt habe ich aktuell noch keine richtige Meinung. Wenn ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Herausforderung mein Kind schon glücklich machen, wofür dann eine umfangreiche Untersuchung? Sollten seine Verstimmungen und seine Abneigung gegen den Kindergarten aber zurückkehren (seit gestern ist er wieder auf einem Höhenflug und alles ist super!)  und schlimmer werden, werden wir das durchaus in Betracht ziehen.

Wie gesagt: es ist keine Lösung, aber eine Tendenz und ein Ansatz. Und für mich zudem noch sehr überraschend, dachte ich bis heute doch immer, mein Kind sei ein bisschen langsamer, als andere.

* Name wie üblich geändert.

  1. Sabrina / Mrz 1 2012

    langsamer nahm ich ihn durch deine Erzählungen nie wahr. Aber beim “trommel-Versprechen” war ich sehr erstaunt das er das so toll verstand und auch umsetzte um seinen großen Wunsch zu erfüllen. Sam ist nur 6 Monate Jünger und selbst in 6 Monaten würde er das 100% nicht so auffassen können wie der QB.
    Ich glaube es werden aber viele Kommentare wieder kommen wegen Hochbegabung Fluch und Segen usw. daher werde ich da auch nicht weiter eingehen ;) Hast schon genug zu lesen ^^

  2. FrauPerle / Mrz 1 2012

    Ich würde es nicht anders machen wie du es im letzten Absatz schreibst. Beobachten und dann, wenn der Kindergarten denn zu langweilig wird, beim Kinderarzt wegen der Untersuchung mal nachfragen.

    Bei uns im Kindergarten ist gerade so ein Fall. Dem Kind wurde eine Hochbegabung bescheinigt und dann ging es aber rund. Das Kind muss dies machen, das Kind muss das machen, da gefördert werden, Party, Party, Party. Und ich dachte nur so, oh mein Gott. In welche Hölle wird das Kind da gerade gezogen?

  3. die_schottin / Mrz 2 2012

    Der letzte Satz wäre übrigens auch typisch. Denn viele hochbegabte Kinder werden von anderen als langsam beschrieben, weil Ihnen schnell die Lust am neu gelernten vergeht und sie durch das fehlende oder verlangsamte neue Input irgendwann gelangweilt sind und sie dann leicht den Anschluss verpassen. Letzter Satz gilt aber mehr für die Schulzeit, sollte aber immer im Hinterkopf behalten werden.

  4. Maufeline / Mrz 2 2012

    Ich finde den Ansatz mit der weiteren Aufmerksamkeit und Herausforderung super! Denn eine offizielle Bescheinigung über Hochbegabung ändert im Zweifelsfall eh nichts, außer, dass man es nun weiß. Es gibt ja diesen unglaublich superduper dollen Spruch in der Pädagogik “das Kind da anzuholen wo es steht”, na und wenn es in vielen Bereichen eben weiter ist als die anderen Kinder muss man es eben auch etwas anders behandeln.
    Im Falle meines großen Sohnes- der ebenfalls im KiGa unterfordert war, ich habe es nur nicht bemerkt, Rabenmutter, die ich bin…- ist es jetzt in der Schule so, dass er ganz normal im Erstklässlerunterricht teilnimmt, aber wenn die Kinder die Aufgaben erledigen bekommt er zusätzlich noch forderndere Aufgaben. Da das so ein offenes Lernsystem ist, bei dem die Kinder sowieso quasi jeder etwas anderes macht ist das kein Problem. Macht halt, wegen der Zusatzaufgaben, mehr Arbeit für die Lehrerin, aber dafür ist sie ja da. Seitdem er und seine Fähigkeiten in der Schule ernster genommen werden als im Kindergarten ist er das ausgeglichenste Kind das man sich vorstellen kann.
    Das nur als Beispiel dass es auch ohne den “Hochbegabungsstempel” gehen kann, wenn die Erzieher und ihr als Eltern auf den Quietschbeu eingeht. Man braucht halt wirklich Leute, die sich kümmern- das war in der besagten Kindergartengruppe meines Sohnes nicht so, die Erzieherin war eher… simpel gestickt und phlegmatisch. Aber Nett, keine Frage! Trotzdem, hätte wäre könnte… ;-) Aber weil der Quietschbeu ja diesen tollen Erzieher hat solltet ihr es vielleichtr tatsächlich erst einmal ohne Kinderarzt versuchen.
    Ich sehe nämlich- jetzt von uns ausgehend- ein bisschen das Problem, dass an Kinder, wenn die einmal offiziell hochbegabt sind, viel höhere Erwartungen gestellt werden, und somit Enttäuschungen vorprogrammiert sind, auch bei den Kindern.
    Argh, das war schon wieder ein Roman von mir…
    Aber das ist ein Thema, mit dem ich mich eben auch schon auseinandersetzen musste, und das ist quasi mein Fazit.
    (Wenn es in Eurer Situation besser passt einen Test machen zu lassen – dann ist das eben so ;-) )
    Auf jeden Fall ist es eine spannende Situation, und ich freue mich wirklich sehr für Euch, dass Ihr im Kindergarten so ernst genommen werdet! Das ist großartig!!

    • Maufeline / Mrz 2 2012

      Argh, jetzt schreibe ich oben: so ein Hochbegabungsstempel ändert nichts, und unten schreibe ich, das ändert alles ;-)
      Gemeint ist: Wenn er “offiziell” als hochbegabt getestet wird, ändert es nichts in dem Sinne, dass er höchstwahrscheinlich nicht in einen HochbegabtenKiGa gehen wird, und vermutlich wird er trotzdem eine normale Schule besuchen. (Es sei denn er schießt dermaßen über alles hinaus, dass eine normale SChule eine STrafe wäre… ;-) )
      Und dass es alles ändert: Es ändert eventuell die Einstellung der Leute zu ihm. “Hochbegabtes Kind? Dann muss der das jetzt aber können!!!” Und es wird vielleicht auch unbewusst Druck gemacht.
      Dass er definitiv ein intelligentes Kind merkt man, wenn man sich mit ihm beschäftigt, und dann wird man auch sehen was geht und was eben noch nicht geht WEIL er eben noch nicht drei ist.

      Sorry fürs Erklärenmüssen meines Romans, ich sollte jetzt vielleicht lieber mal schlafen gehen anstatt wirres Zeug zu Kommentieren ;-)

  5. RALV / Mrz 2 2012

    Sollte der QB tatsächlich hochbegabt sein, wäre es für ihn meiner Erfahrung nach gut, frühzeitig in irgendeiner, seiner Intelligenz entsprechenden Umgebung gefördert zu werden. Das ist für die Eltern natürlich eine Gratwanderung, weil es von außen manchmal mit Kopfschütteln quittiert werden wird. Ich weiß aber aus naher Nähe, dass unterforderte Hochbegabte sehr unglücklich sein können, auch schon im sehr jungen Alter. Da kann man sich bei aller Empathie als normal Begabter einfach nicht hineinversetzen, wie sich das anfühlen muss. Du hast ja einen guten Sinn für Dein Kind und da sein Glück für Dich an erster Stelle seht, wirst Du es genau richtig machen, wie Du es beschreibst. Solltest Du einen Einbruch bemerken, würde ich dem Gedanken Hochbegabung zügig und konsequent weiter nachgehen. Ein Hoch auf Herrn Müller.

  6. bauchundnase / Mrz 2 2012

    Ich finde es toll, dass der Kindergarten diese Aufgabe, die Forderung des Kindes, wahrnimmt. Viele schieben es auf die Eltern ab und machen weiter wie bisher.
    Wäre das Erlernen eines Instrumentes etwas für deinen Sohn?

  7. Tina / Mrz 2 2012

    Aus meiner Schulpraxis muss ich leider bestätigen, dass das Etikett “Hochbegabung” sowohl Segen als auch Fluch ist, siehe oben, was Perle schreibt. Ich würde daher, wie du auch schon anklingen lässt, abwarten und wenn er glücklich und zufrieden ist mit einer “ärztlich oder psychologisch attestierten Etikettierung” noch warten. Herr Müller scheint ja intuitiv die richtigen Vorgehensweisen vorzuschlagen und das reicht doch fürs erste.

  8. ente / Mrz 2 2012

    förderung sollte eigentlich nie “das kind muss dies, das kind muss das machen” sein.
    förderung gehört auch nicht nur zu den hochbegabten, sondern ist dafür da, die kinder da abzuholen wo sie sind und entsprechend ihrer fähigkeiten auf eine höhere stufe zu begleiten. das ist nichts schlimmes, sondern schlicht entwicklung.

    ich wäre mir allerdings auch nicht sicher ob ich mein kind auf hochbegabung testen lassen würde, solange es auch so ausreichend gefordert werden kann und damit zufrieden ist.

  9. Frau Zausel / Mrz 2 2012

    Also, mal so vorweg allgemein mit meiner Erfahrung durch meine Tochter, die mittlerweile in die 2. Klasse geht ohne das jetzt auf deinen Sohn zu beziehen, finde ich es normal, dass es in den U3 Gruppen solche großen Unterschiede in der Entwicklung gibt. Das gleicht sich aber sehr oft im Laufe der Zeit an. Und ich finde es auch erstmal normal, dass Kinder in dem Alter noch wenig Freundschaften schließen und sie eher nebeneinander her spielen als miteinander. Meine Tochter ist erst mit 3 Jahren in den Kindergarten gegangen und wir hatten eine schwere Eingewöhnung, oft genug musste ich sie schreiend dort lassen, weil ich eben arbeiten musste. Glücklicherweise hatte ich vollstes Vertrauen zu den Erzieherinnen und es gab immer wieder gute Gespräche zu dieser Problematik und das weitere Vorgehen. Es hat lange gedauert bis meine Tochter sich integriert hat und Freundschaften schloss. Sie hat lange Zeit erstmal nur beobachtet, sich bei vielem verweigert und auch ausserhalb des Kindergartens war ich später die einzige Mutter, die ihr Kind noch zum Kinderturnen, zu Kindergeburtstagen und anderen Aktivitäten begleiten musste. Aber irgendwann war das vorbei! Was ich damit sagen möchte, ist, das Kinder sehr unterschiedlich sind.
    Was die Hoch- oder Frühbegabung betrifft, da würde ich mir persönlich noch nicht so viele Gedanken machen. Bei uns kommt das Thema auch immer mal wieder auf, richtig akut wurde es aber erst jetzt in der 2. Klasse vor allem in Mathe. Trotzdem werden wir nicht testen lassen, weil es schlichtweg nichts ändert! Alle Eltern, die haben testen lassen aus den unterschiedlichsten Gründen, haben die gleichen Probleme mit der Grundschule wie vorher. Soweit ich weiss, ist der Test in dem Alter deines Sohnes eh noch nicht wirklich aussagekräftig und viele seriöse Institute testen erst viel später.
    Verweigerungsphasen im Kindergarten gibt es immer wieder und wenn die Kinder in altersgemischten Gruppen untergebracht werden, wie es bei uns war, kommt so eine Unterforderung auch nicht so schnell auf.
    Vielleicht wartet ihr einfach mal ab, wie es läuft, wenn er in die Ü3 Gruppe kommt. Weiter beobachten und natürlich das Thema HB im Hinterkopf behalten. Aber das Wissen eines IQ-Wertes wird euer Kind und seine Probleme, sowie Neigungen, nicht verändern. Da ihr ja eh Eltern seid, die das Kind fördern und ihm genügend Input geben, kann dein Sohn sich ja auch in seinem Tempo weiterentwickeln. Davon mal abgesehen, kann man ein HB-Kind eh nicht wirklich ausbremsen. Nur ist es eine Gradwanderung, denn man kann ein früh- bzw. hochbegabtes Kind auch leicht überfordern, vor allem auch emotional.
    Das sind meine Gedanken zu dem Thema, vielleicht helfen sie dir weiter. LG Frau Zausel

  10. Ilka / Mrz 2 2012

    Guten Morgen!
    Ich glaube, da stellt sich gar keine Frage. Man testet einen Zweijährigen noch nicht auf Hochbegabung!
    Man fördert, füttert, zeigt Verständnis, passt sein Verhalten der Situation des Kindes an und versucht, ein glückliches Kind zu haben.
    Das muss ein einigermaßen vernünftiger Kindergarten auch leisten. Das Aussortieren kommt noch früh genug. Wenn Schulen differenziert arbeiten müssen, dann müssen das Kindergärten auf jeden Fall. Und das können sie problemloser als Schulen, nämlich ganz ohne Lehrplan, Notendruck…
    Wir haben einen fast fünfjährigen Sohn, der im Kindergarten immer den Kasper spielt, wenn er unterfordert ist, aber konzentriert, hoch interessiert und angepasst mitmacht, wenn er entsprechende Angebote bekommt.
    Vielleicht ist er hochbegabt, aber diese Schublade braucht er nicht, wenn Menschen ihn umgeben, die ihm Gutes tun wollen – und sich ein bisschen engagieren natürlich – das ist vermutlich in den Kindergärten die Hauptproblematik!
    Alles Gute!

  11. rage / Mrz 2 2012

    seien sie stolz auf ihren sohn! freuen sie sich, dass sie einer ursache auf den grund gekommen sind! wieviele eltern suchen danach und finden ihn nicht? der wird seinen weg schon gehen. ich wünsche ihnen allen alles gute dabei. und: ist spannend, wie man sich in seinem kinde «irren» kann, nicht?

  12. Tanja / Mrz 2 2012

    Schön, dass Herr Müller so aufmerksam ist und einen so guten Zugang zum QB gefunden hat! In Vieuem kann ich mich Frau Zausel anschließen, gerade auch darin, dass eine ‘Diagnose’ nichts ändern würde. Wir haben möglicherweise auch ein hochbegabtes Kind Zuhause, aber außer zusätzlichem Input machen wir da nichts weiter. Allerdings werden wir, wegen anderer ‘Auffälligkeiten’ , mit ihr zur Neurophysiologischen Entwicklungsförderung gehen…

  13. terschies / Mrz 2 2012

    Hmm, also ich habe einen, definitiv an der Hochbegabung vorbeigeschrammten, jungen mann zu Hause (IQ zwischen 124 und 135). Er ist inzwischen 18 und ich ärgere mich sehr, dass wir da nicht früher initiativ geworden sind. Dem fehlt so derartig, rechtzeitig gefordert worden zu sein und daher chillt er sich so durch das Leben. D.h. heißt nicht, dass man mit drei Jahren schon Diagnosen braucht. Aber sich auf die Förderung von außen (incl. der eigenen Förderung daheim) zu verlassen halte ich mit meinem heutigen Wissen für fatal.Wir hielten unseren Sohn zunächst für sehr intelligent, dann in der Grundschule für sehr langsam und haben in der dritten Klasse einen Test machen lassen, der uns aus allen Wolken fallen ließ. Ich wünschte wirklich, dass wir ihn damals mehr gepuscht hätten. Nicht um ihn zu ärgern. Aber ich merke einfach, wie sehr ihm so ein Antrieb fehlt und so im Jugendalter war es schlicht zu spät.
    Na, ja lange Rede hin und her, ich finde es großartig, dass der Erzieher diese Vermutung mit Ihnen teilt. Und denke, dass Sie das schon gut machen werden – alle miteinander.

  14. Anja / Mrz 3 2012

    Liebe Mama Miez,

    auf die Gefahr hin, meine Vorgängerinnen zu wiederholen, da ich nicht alles gelesen habe, möchte ich Ihnen meine Erfahrung mit einem vielleicht teilweise hochbegabten Kind erzählen. Er hat sich im Kiga gern an Älteren orientiert. In der Krippe (also U3) hat es ihm nie gefallen. Er hat ein halbes Jahr lang jeden Morgen erbrochen, weil er nicht hin wollte und in der Gruppe war er sehr ruhig und in sich gekehrt. Von dem Tag an, als er in die Kiga-Gruppe (3 – 6) wechselte, änderte sich das schlagartig. Er schloss sich den Vorschulkindern an und wusste viele Buchstaben und Zahlen besser als diese. Konnte auch Laute mit geschriebenen Buchstaben verbinden und Zahlen, Wochentage, Monate zu- und ordnen. Kreativ im Sinnen von Malen und Schnibbeln etc. war er nie. Rollenspiele liebte und liebt er noch immer und vergisst dabei die Welt um sich herum.
    Kurz nachdem er 5 (Ende September- er ist also ein “altes” Schulkind) geworden war, hatte er einen “Matheschub” und wir haben ernsthaft überlegt, ihn ein Jahr früher einschulen zu lassen und auf Hochbegabung zu testen. Richtig wohl war mir bei dem Gedanken, ihn eher einschulen zu lassen, aber nicht, weil ihm diese Geborgenheit im Kiga sehr gut tat. Auch seine Erzieherin riet uns davon ab, machte allerdings den Vorschlag, uns andere Schul(form)en anzuschauen. Ich hatte wirklich Angst, wie er die fast zwei Jahre im Kiga noch aushalten soll, habe allen Leuten verboten, ihm neue Dinge beizubringen und nur noch auf seine Fragen zu antworten. Trotzdem lernte das Kind immer weiter und weiter.

    Letztendlich haben wir ihn in einer Montessorischule eingeschult. Er kann sein Tempo selbst finden und seine Arbeitsweise selbst bestimmen. Die ersten Wochen hat er sich nur mit Mathematik beschäftigt; das wäre in einer staatlichen Grundschule gar nicht gegangen. Danach freiwillig auch mit den Buchstaben angefangen. Jetzt, zum Halbjahr, hat er den Mathematikstoff der 1. Klasse bewältigt und fängt mit der 2. Klasse an. In Deutsch ist er im “oberen Mittelfeld” (schätze ich). Er liest seine Erstleserbücher und schreibt Einkaufszettel ;o) Er ist ausgelastet, wird gefordert und durch die immer neuen Herausforderungen auch sehr gefördert. Seit er in die Schule geht ist er viel ausgeglichener; für mich fast das einzige Zeichen, dass es im Kiga zu langweilig war.
    Seine großen Stärken sind wie beim QB der soziale Bereich und auch Zusammenhänge zu erkennen und anzuwenden. Das hat er auch im Alter des QB’s gemacht.

    Ich bin froh, dass wir bis jetzt noch keinen HochbegabtenTest gemacht haben und im Moment sehe ich keinen Anlass dazu. Hoffentlich bleibt es noch einige Zeit so.

    Liebe Mama Miez, ich wünsche Ihnen, dass der Kiga dem QB noch lange genügend Input gibt und, dass Ihr Kind von seinen Erziehern so gut beobachtet und angenommen wird, wie es bei uns war und ist.

    Liebe Grüße
    Anja

Leave a Comment

Umstandsmode bei Vertbaudet

Kiddinx-Shop.de - H�¶rspiele f�¼r Kinder