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1. September 2014 / Mama Miez

Trotzmäulchen reloaded

Es hätte so schön sein können. Der Quietschbeu durchbrach die schlimmste Motz-Mecker-Heul-alles doof-Phase kurz vor seinem 5. Geburtstag. Seither ist er umgänglicher, geduldiger, Nervenstärker, hilfsbereiter, kompromissbereiter. Es macht Spaß mit ihm zu diskutieren und auch dann und wann von ihm, auf Grund atemberaubender Logik, von einer anderen Meinung überzeugt zu werden. Er kann Zusammenhänge zwischen Vorfällen und Launen selber erkennen und vor allem klar ausformulieren. Es ist einfach einfach mit ihm zu Fühlen, Denken, Sein. Wenn ich an dieses scheinbar grundlose Wutgeheul zurück denke, erfasst mich ein kalter Schauer. Das war so nervig, anstrengend und schien nie enden zu wollen. Was es dann ja doch tat.

Dann wurde das Löwenmaul 4. Es ist jetzt nicht so, dass er pünktlich zu seinem 4. Geburtstag völlig abdrehte, nein. Da hat er sich noch ein paar Wochen Zeit gelassen. Dann aber mit Karacho. Gefühlt heult er momentan den ganzen Tag! Morgens ist es ihm zu früh, zu hell, zu kalt. Zähne putzen ist doof, Anziehen ist doof, Schuhe selber anziehen kann er auch nicht mehr, Jacke ist doof, Weste auch, nicht als erster das Haus verlassen ist doof, die Autotür nicht alleine aufbekommen ist doof, sich nicht selber anschnallen können ist doof, Kindergarten ist doof, der Inhalt der Brotdose ist doof … ich könnte damit mehrere Seiten füllen. Und bis hier hin ist es noch nicht mal 7:30 Uhr!

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So kommt es inzwischen auch vor, dass der Herr am frühen Abend in sein Zimmer geschickt wird und eben kein Fernsehen mehr sehen darf. Zum Beispiel wenn man einen Heulkrampf bekommt, weil der Ketchup, den man in rauen Mengen natürlich selber auf sein Würstchen gedrückt hat, es wagt, den Teller zu berühren. Weil: Würstchen sind rund und rollen. Ketchup ist flüssig! Solche Dinge sind natürlich total unfair, gemein und BLÖD! Und wenn es nicht die Erdanziehung ist, dann bin ich es Schuld. Grundsätzlich. Sein liebster Satz ist derzeit: “Du lügst!” Nämlich immer dann, wenn ich etwas sage, was er nicht hören will. Ich seufze nur noch und ignoriere. 

Bevor mir jetzt wieder irgendwelche Kuschelpädagogen damit kommen, dass man Sorgen und Nöte von Kindern IMMER ernst nehmen muss und sie nicht strafen darf, indem man sie weg schickt: Jau! Gerne. Bitte. 

Tatsächlich versuche ich immer erst herauszufinden, was genau das Löwenmaul gerade eigentlich aufregt. Das kann ein plumpes “müde” sein, seelische Ungleichgewicht durch Wachstum, Hormonschub oder irgendeine andere alterstypische Phase. Zum Glück ist er aber durchaus in einem Alter, in der er mich versteht, wenn ich mit ihm rede. Er weiß also, dass ich ihn nicht in sein Zimmer schicke, um ihn zu bestrafen sondern damit er mal zur Ruhe kommt. Er kann auch sehr gut zwischen angemessenem und übertriebenem Jauli unterscheiden. Er kennt sich und seine Wirkung auf seine Umwelt sehr sehr gut.

Wenn trösten nicht hilft (ich tröste auch, wenn eine Wurst sich auf die Seite rollt und den Schneeweißen Teller mit garstigstem Ketchup benetzt, ja!) und anstatt auf Kompromissvorschläge einzugehen, als nächstes der Kohlensäuregehalt des Blubberwassers mit Tränen und Schreien kritisiert wird, dann ist halt mal vorzeitig Feierabend. Da wird auch der Löwenmaul keinen Schaden von nehmen. 

Wichtig, gaaaanz wichtig, ist es aber, dass man sich nach dem abendlichen Geheule und Gezehter  um das erneute Putzen von Zähnen und Anziehen von Schlafanzügen in den Arm nimmt, ganz feste drückt, sich sagt, dass man sich ganz schrecklich lieb hat, egal wie doof der Tag war und man es morgen einfach nochmal mit dieser guten Laune versucht, von der immer alle reden. Er nimmt sich das jeden Abend aufs Neue vor. Und ich bin ganz vorfreudig gespannt, wann es denn endlich soweit sein wird. Sind ja nur noch 303 Tage bis zu seinem 5. Geburtstag.

Und nur damit Sie alle Bescheid wissen: Sie sind auch alle doof! Weil das so ist! Und warum weiß ich auch nicht mehr. Wie? Widerwort??? Sie lügen doch!

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1. September 2014 / Mama Miez

Just for me moments 35/2014

Eine wirklich gute Wochen ist vergangen und ich konnte so viele just for me moments wahrnehmen, wie schon lange nicht mehr. Und ich hab jeden einzelnen davon sehr genossen!

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Natürlich gab es diese Woche auch wieder Nagellack fürs Seelchen. Am Anfang der Woche brauchte ich noch was knalliges, Stimmung aufhellendes. Daher fiel meine Wahl auf Sunday Funday von Essie. Gerade weil unsere Sonntage ja eher weniger funny sind. Aber es sind ja nur noch 4 Wochen. VIER. Ahahahaha!

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Bei dem schmuddeligen Herbstwetter habe ich auch endlich wieder richtig Lust bei Kernzenschein in der Badewanne zu versinken und einem Hörbuch zu lauschen. Besonders schön, wenn der Regen von draußen gegen die Fenster prasselt. Meine Wahl fiel auf “Zeit für Dich” von tetesept, das wirklich ganz wunderbar duftet und entspannt. Trotzdem muss ich mich mal nach einem richtigen Schaumbad umsehen. Schaumberge sind so toll!

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Eine Gesichtsmaske habe ich mir auch gegönnt. Allerdings brannte die “Seelenzart” Maske fürchterlich auf der Haut. Keine Ahnung wodran das lag. In meiner Erinnerung war die nämlich immer ganz angenehm.

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Mitte der Woche gab es dann wieder einen neuen Anstrich. Bei dm habe ich einen der Max Factor X Limited Edition Minis mitgenommen und muss sagen: WOW! So ein toller Lack. Er glänzt so toll nach dem ersten Anstrich und braucht daher nicht mal einen Top Sealer. Leider ist das Pinselchen in der Mini Flasche so klein und schmal, dass das Lackieren damit nicht wirklich Spaß macht. Ich werde mir daher mal die normal großen Gel Shine Lacquer von Max Factor ansehen.

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Der schönste just for me moment war definitiv der Vormittag mit meiner Schwester, mit der ich ins Weidener Einkaufszentrum fuhr und endlich mal etwas für mich ganz allein geshoppt habe. Na gut, und ein paar Teile für die Kinder. Highlight waren definitiv die pinken Convers Chucks (nachdem mein graues Paar inzwischen Löcher hat) und das Feldermaus-Cape, das ich bei H&M gefunden habe. Ein wirklich schön fallender Poncho, der dem Quietschbeu wahre Schreie der Entzückung entlockten. “Mama, ein Fledermauskostüm!” Ich bin eben BATMOM. Machste nix!

Dazu gab es ein leckeres Frühstück und einen großen Caramel Macchiato bei Starbucks. So ein schöner Vormittag. Hach ♥

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Ein weiteres Highlight waren meine ersten Nähproben ganz für mich, ja, mich allein. Sonst nähe ich ja nur für die Kinder oder die Kinder meiner Kunden. Aber ich hatte schon seit Wochen Lust mal etwas wirklich nur für mich zu nähen. Der wunderschöne Lillestoff “Maritim Dots” lag schon seit Wochen, nein, Monaten hier im Regal. Ich hatte mich auf Anhieb in ihn verliebt und musste ihn einfach haben, wusste allerdings nie wirklich, was ich daraus nähen könnte. Für mein Nähvorhaben, das Shirt “Kalte Schulter” von Leni Pepunkt, schien er einfach ideal. Der Schnitt ist so wunderschön und sitzt einfach optimal. Ich fühle mich rundum wohl darin und bin schlichtweg begeistert. Also durfte direkt noch ein weiters Shirt folgen. Der wunderschöne Brombeerfarbenen Jersey ist ebenfalls von Lillestoff, ebenso der Bündchenstoff “On a Tuesday”. Beim zweiten Shirt habe ich das Saumbündchen verlängert, damit man mehr von dem schönen Motivstoff sieht. Hach, ich bin so verliebt in die zwei Teilchen. 

Mein Vorsatz daher: definitiv mehr für mich selber nähen. Unbedingt!

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Am Ende der Woche musste dann ein etwas dezenterer Farbton auf die Nägel, die aktuell so brüchig und leider auch verfärbt sind, dass sie sich erstmal etwas erholen müssen. Selbst Nagelaufheller wirkt nur minimal. Daher habe ich sie mit Nagelöl gepflegt und anschließend Nagelhärter aufgetragen. Aus der aktuellen Balettslipper LE, die es momentan im Handel gibt, habe ich den Muchi, muchi von Essie mitgenommen, der nicht so stark deckt und den Nägeln ein schönes Rosa verleiht. Dieser gefällt mir deutlich besser, als Sugar Daddy, den ich sonst für so etwas nutze.

***

Ich freue mich sehr, dass letze Woche ganze 14 Leute über ihre just for me moments berichtet haben. Das ist einfach toll und ich finde es so schön, mir Eure Ich-Momente anzusehen oder durchzulesen. Es ist so ein bisschen wie “Energie teilen”. Auch diese Woche freu ich mich daher wieder auf  Eure JFMM. Erzählt darüber in Euren Blogs und tragt Eure Beiträge anschließend in die unten stehende Linkliste ein. Wer kein Blog hat, kann auch via Instagram mit dem Hashtag #JFMM und für die aktuelle Woche #JFMM36 mitmachen. 

Hier könnt Ihr die JFMM der letzten Woche nachlesen. Ich wünsche eine eine tolle neue Woche!

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28. August 2014 / Mama Miez

Oh, Beu! 2

Es ist etwas über ein Jahr her, dass ich hier von meinem kleinen Schutzengel und seinen Sorgen um mich berichtete. Die Rede ist vom Quietschbeu. An seinem Verhalten, wie ich es hier schilderte, hat sich nichts geändert. Nach wie vor ist er immer sehr darauf bedacht, dass es mir gut geht und dass ich mich nicht in Gefahr begebe. Aber dennoch ist er dabei viel größer, erwachsener, mental weitdenkender geworden. Er beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue, mit seiner philosophischen Art und Weise zu denken, Dinge zu analysieren und daraus Schlüsse zu ziehen. Er kann kaum abschalten, weil er jeden kleinsten Reiz aufnimmt, verarbeitet, wiedergibt. Er redet so unfassbar viel. Jeden Gedanken muss er verbalisieren. Nichts bleibt unausgesprochen.

Er kann nicht lügen. Das fasziniert mich am meisten. Nicht mal winzigste Notlügen bekommt er hin. Er ist immer ehrlich, auch wenn er Fehler gemacht hat. Ja, vermutlich wird sich das eines Tages verwachsen. Bisher versucht er es nicht mal. Er sieht einem in die Augen und flüstert, wenn er etwas verbockt hat. Er gibt auch offen zu, was und wie er es getan hat. Betroffen. Aber ehrlich. Das bewundere und liebe ich sehr an ihm. Ich habe als Kind sehr viel gelogen und das erst als junge Erwachsene abgelegt, als ich begriff, dass die Menschen, die einen lieben, Dich auch mit Deinen Fehlern lieben.

Eine Zeit lang schwankte er stark in seinen Interessen und wollte jeden Tag eine andere große Sache wissen und verstehen:

“Wie baut man ein Haus?” Angefangen von der Bauzeichnung bis zum fertigen Haus wollte er das ganz genau wissen.
“Wer war Kopernikus, wieso ist die Erde rund, was ist Schwerkraft und was ist Sauerstoff?” Bei der Recherche der Antworten habe ich mehr gelernt, als im ganzen letzten Jahr zusammen.
“Wo ist die Mitte und wo das Ende von allem? Wie gelangt die Seele in den Körper und wohin geht die nach dem Tod?” Man kann Stundenlang mit ihm über solche Dinge philosophieren. Ich habe mir abgewöhnt, auf solche Fragen zu antworten, sondern frage ihn viel lieber, was er denn glaubt. Er bringt mir nicht selten eine völlig neue Sichtweise auf die Dinge näher und erweitert meinen Horizont.

Neben all den wechselnden Themengebieten gab es bis vor kurzem aber nichts, das ihn wirklich dauerhaft fesseln konnte. Und dann kam Lego. Vom Minibausatz bis zum Großbausatz in wenigen Wochen. Er versteht die Anleitungen deutlich schneller als ich, hat eine beeindruckend starke 2D zu 3D Umsetzung und dabei noch ein rasantes Zusammenbautempo. Zuletzt baute er den Lego Star Wars Z-95 Headhunter in nicht ganz 2 Stunden zusammen. Er ist 5! FÜNF!

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Ja, klar, ich bin seine von Liebe geblendete Mutti, die jeden Pups, den das Kind lässt, lauthals bejubelt. Vielleicht bin ich auch nur so perplex ob dieser Leistung, weil ich selber nie der Lego-Typ war. Der Quietschbeu baut diese Bausätze nicht nur begeistert zusammen, er spielt auch leidenschaftlich gern damit. Den ganzen Tag. Abends baut er mit all seinen Fahrzeugen und Männchen “Szenen”, wie er sagt. Die sehen so aus, als würde man einen Film auf Pause stellen, um ihn dann am folgenden Tag weiterzugucken. Er macht das, damit er weiß, wo er morgen weiter spielen muss. Vielleicht fotografiere ich Ihnen so eine Szene mal. Es ist einfach großartig.

Ich liebe diese kreative Seite meines Kindes. Das Bauen nach Anleitung gehört da eben so zu, wie das freie Bauen und das anschließende Eintauchen in seine Fantasiewelten und die Rollenspiele, die er damit spielt.

Wenn er etwas neues zusammen gebaut hat, zehrt er mehrere Tage davon. Er ist ausgeglichener, zufriedener mit seiner Umwelt und generell kompromissfähiger. Seine sonst oft von Weltschmerz geprägte, ja, manchmal gar depressive Art ist dann wie weggewischt. Generell ist sein Wesen fröhlicher und positiver geworden, seitdem er die Legowelt für sich entdeckt hat. Etwas, was er gut kann. Etwas, was er gerne macht.

So oft es geht verdient er sich etwas Geld für seine Spardose dazu, damit er sich von seinem Taschengeld (1 Euro pro Woche) und seinem Ersparten weitere Lego Bausätze kaufen kann. Aktuell liebäugelt er mit dem großen Millenium Falcon. Da der aber in weiter Ferne seiner Spardose liegt, soll es erstmal das Bad Cop Auto aus Lego Movie werden. Gefolgt von diversen Batman-Fortbewegungsmitteln (Auto, Flugspezialdings, etc. pp.) und dem Star Wars X-Wing Starfighter.

Heute Abend fragte er mich, ob er seine Playmobil Rettungsstation, die er zu Weihnachten bekommen hatte, verkaufen dürfe, um sich von dem Geld dann Lego zu kaufen. Mir stand der Mund offen. Nach kurzer Rücksprache mit dem Miezmann habe ich ihm die Bitte dann gestattet. Morgen werden wir alles von der Rettungsstation zusammen suchen und sie zum Kauf anbieten. Mich faszinierte diese Bitte, die seiner Leidenschaft einfach nur Nachdruck verleiht, so sehr, dass sie mich dazu antrieb, mal wieder über meinen Quietschbeu ein wenig stärker zu reflektieren.

Er ist und bleibt eine Überraschungspaket. Jeden Tag. Wundervoller großer Kerl. Oh, Beu! Ich liebe Dich.

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27. August 2014 / Mama Miez

Hey Miez, what’s up?

Es wäre so schade, würden Sie denken, die Miez sitzt immer nur weinend und traurig auf dem Sofa. Denn das stimmt gar nicht. Die meiste Zeit des Tages bin ich sehr fröhlich. Ich beginne meinen durchstrukturierten Alltag zu strukturieren. Nein, das ist kein Verschreiber. Es ist ja so: ich bin aktuell auf unbestimmte krank geschrieben. Das heißt, ich habe einen freien Vormittag, den ich sehr genieße, der aber natürlich auch mit Arbeit gefüllt ist. Zu glauben, ich säße von 8-15 Uhr auf dem Sofa und täte nichts, ist ein wenig blauäugig. Ich bemerke bereits nach einer Woche Kindergarten: Alltag tut mir gut. Struktur tut mir gut. Also schreibe ich mir jetzt To-Do-Listen mit den Dingen, die ich am Vormittag alle schaffen möchte. Es ist okay, wenn nicht alles klappt, denn ich will mir keinen künstlichen Druck erzeugen. Diese Liste schulde ich meinem derzeit sehr mangelhaften Erinnerungsvermögen. Ich bin sehr zerstreut und unkonzentriert. Belanglose Aufgaben und Arbeiten sind mir quasi unmöglich. Ein blödes Beispiel: setzen Sie mich vor eine Excel-Tabelle und ich stelle mich an, als hätte ich noch nie in meinem Leben Zahlenwerte von 0-9 gesehen. Was aber leider zu meinem Arbeitsfeld gehört.

Die Panikattacken haben an Intensivität verloren. Ich habe mit verschiedenen Atemtechniken experimentiert und werde so relativ schnell wieder Herr der Lage. Manchmal übermannen mich aufgestaute Gefühle ganz plötzlich. Zum Beispiel, als ich gestern mit meiner Schwester im Auto saß und urplötzlich Rotz und Wasser heulen musste. Das tat gut und wann dann auch wieder okay. Ich stehe nun auf einer Warteliste für einen Therapieplatz zur Aufarbeitung meiner Kindheit, meinem Nichtverhältnis zu meiner Mutter, meiner tiefsitzenden Ängste und dem fehlenden Urvertrauen. Das sind alles Dinge, die ich mit meiner Ärztin bereits herausarbeiten konnte. Dinge, die ich schon ewig mit mir herum schleppe und die erst mit der eigenen Mutterschaft und den Extremsituationen der letzten Jahre wie riesen Wellen über mir zusammen schlugen. 

Wenn Sie häufiger hier vorbei lesen, dann wissen Sie um meine starke Selbstreflektion. Sich selber zu reflektieren bedeutet aber nicht automatisch, auf alles eine Antwort zu finden. Schon gar nicht, wenn die “Grundprogrammierung” von Gefühlen, Ursachen und Wirkung schon falsch ist. Was mich mein ganzes Leben begleitet, ist der  Echo-artige erste Gedanke in egal welcher Situation: “Ich bin schuld!” In den letzten Jahren ist es immer mehr zu einem “Bin ich schuld?” geworden. Das ist ein enormer Fortschritt, denn immerhin ziehe ich jetzt in Betracht, eventuell nicht schuld zu sein. Was ich ganz oft auch einfach nicht bin.

In den letzten Wochen haben der Miezmann und ich einige Szenarien durchgespielt. Was könne wir tun, um die Familiensituation, die der Kinder, seine und meine, zu verbessern. Was ist uns möglich, wo liegen unsere Grenzen. Wie man sich denken kann, werden Möglichkeiten und Grenzen stark von wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst. Es galt also Entscheidungen zu treffen, die eine für unsere Familie große Tragweite haben. Das haben wir getan. Die letzten Entscheidungsträger sind aber leider nicht wir. Mitte/Ende kommenden Monats sollten wir aber endlich wissen, wie es weiter geht.

Was mir in den letzten Wochen sehr gut tat: entrümpeln. Nahezu alles, was sich entrümpeln ließ. Und meine just for me moments. Nägel lackieren, Frisuren ausprobieren, Lesen, Hörbücher hören, Schreiben, Nähen. Neben Wäsche waschen, Aufräumen, Putzen, Einkaufen, Kochen sind auch diese Dinge fester Bestandteil meiner neuen To-Do-Liste.

Wissen Sie, man sollte mindestens genauso oft am Tag lachen, wie man Pipi machen muss. Hab ich mir so überlegt. Und weil der Gedanke so ein bisschen albern ist, muss ich beim Pipi machen jetzt immer lachen. Wollten Sie vermutlich nicht wissen. Tun Sie jetzt aber trotzdem.

Und jetzt: Nägel. Kaffee. Hörbuch.

 

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26. August 2014 / Mama Miez

Zeitreise: [Wochenende.]

Den folgenden Text schrieb ich während des ersten Afghanistan-Einsatzes des Miezmannes 2010. Der Quietschbeu war knapp 15 Monate alt. Das Löwenmaul 2 Monate. Die Zeit war schwer und tat weh. Da war wenig Ablenkung und viel Eintönigkeit. Zu wenig verbale Kommunikation mit den Kindern, da diese nicht sprechen konnten. Zu wenig soziale Kontakte, da immer nur gearbeitet und gerade so Mutter geworden, von einem Kind, das Gesellschaft Dritter ablehnte. Ich war einsam. Einsam mit Kindern.

Bei all der Erschöpfung und Angst der letzten Monate und Wochen: einsam bin ich heute nicht mehr. Ich habe meine wunderbaren, quasselnden Kinder und wundervolle Freunde. Und ganz bald ist auch mein Mann wieder Teil unseres Alltags. Aber der Text da, der erinnert mich daran, dass ich emotional schon ausgelaugter war, als jetzt gerade. Und dass ich auch das geschafft habe.

Blick nach vorne. Auf auf!

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Original veröffentlicht am 25.09.2010

Wochenenden. Früher habe ich sie geliebt. Freizeit genießen. Lesen, Fernsehen, Dinge tun, für die man unter der Woche keine Zeit hatte. Gemeinsame Zeit verbringen.

[Gemeinsam.]

Nun wird meine Stimmung schon donnerstags dunkler, unruhiger. Kein gemeinsames Nutellafrühstück. Heute vergaß ich es sogar ganz und der große Sohn musste ein Wurstbrot zum Frühstück essen. Gut, dass dem das noch egal ist. Er hat ja jeden Tag Wochenende einen Wochentag. Der Glückliche.

[Glück.]

Diese dunklen Wolken des Vermissens ziehen manchmal schneller auf, als man „Guck ma‘, Sonne!“ sagen kann. Dann eben Regen. Fallen die Tränen nicht auf, die ich selbstbemitleidende Heulsuse Dir hinterher weine.

[Heulen.]

Obwohl, hinterher ist nicht richtig. Mal heult Dingen hinterher, die unwiederbringlich verloren gehen. Und das bist Du ja nicht. Du bist ja da, nur eben nicht hier. Im Moment.

[Moment.]

Zwei Schritte vor, einer zurück. Wir bewegen uns vorwärts, wenn auch langsam. Soundso viele Tage erst, denk ich. Wo ist mein Optimismus nur geblieben. So bin ich nicht. Eigentlich.

[So nicht.]

„Dud dud!“ sagt der große Sohn und drückt seinen Daumen auf meine Nase. Ich lächle.

[Lächeln.]

Nürnbergerwürstchen mit Bratkartoffeln zum Abendbrot. Weil er das so gerne mag. Dazwischen Spazieren, Baden, Tierstimmen imitieren. Den Esel und die Ziege kann ich besonders gut. Er lacht dann.

[Lachen.]

Irgendwann hat auch diese Zeit ein Ende. Nutellafrühstücke, die nicht vergessen werden. Kein Vermissen, keine dunklen Wolken. Irgendwann hat das ein Ende. Irgendwann sind diese schier unendlichen Wochen verstrichen und Du bist wieder hier, bei uns.

[Wochenende.]

***

Einer meiner Texte, der mir selber beim Lesen Tränen in die Augen treibt. Soviel Schmerz. Soviel Vermissen. Damals. Wie heute. [zwischen den Zeilen lesen Sie: Liebeserklärung an meinen Mann. Den Besten!]

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25. August 2014 / Mama Miez

Just for me moments 34/2014

Es ist wieder Montag und Zeit für das Just for me moments-Resümee der vergangenen Woche. Es waren kleine und größere Momente dabei. Rundum eine schöne Woche.

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Natürlich war auch diese Woche wieder eine Maniküre fällig. Es wurde Buy me a Cameo von Essie. Der Lack ist so schön. Leider zieht er beim Lackieren Streifen, die auch nicht verschwinden. Auch wirkt er auf den Nägeln eher wie Leberwurst mit Permuttglanz. Nun ja. Nicht jede Farbe kann ein Treffer sein ;)20140825_02

Gesichtmaske! Irgendeine Dresdner Essenz. Ich glaube es war was glättendes. Jedenfalls war die Haut danach seeeeehr weich.20140825_03

Erste Erkältungsanzeichen habe ich mit dem Hatschi Schatzi Bad von Kneipp bekämpft. Leider macht der Geruch von Thymian einen ganz fiesen Hunger auf Backgemüse :D
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Genäht habe ich auch. Zwar nicht für meine Kids, aber Spaß macht es ja trotzdem. Eine kleine Räuberlein von FeeFee in Größe 56. Soooo klein!20140825_05

Jaaaaa, LOOM ist hier jetzt auch angekommen. Nachdem meine 6jährige Nichte mir zeigte, wie das funktioniert, habe ich auch ein paar LOOM-Gummis gekauft. Inzwischen haben wir alle ein paar Armbänder in Wunschfarben. Das ist so herrlich Anspruchslos. Hinsetzen und los knoten. Entspannt ungemein.20140825_06Den schönsten Just for me moment habe ich mit dem Miezmann verbracht, als wir ganz alleine Essen waren. Es hat wunderbar geschmeckt und wir konnten uns ganz in Ruhe, ohne Störungen, unterhalten. ♥

***

Auch diese Woche freu ich mich wieder auf  Eure JFMM. Erzählt darüber in Euren Blogs und tragt Eure Beiträge anschließend in die unten stehende Linkliste ein. Wer kein Blog hat, kann auch via Instagram mit dem Hashtag #JFMM und für die aktuelle Woche #JFMM35 mitmachen. 

Hier könnt Ihr die JFMM der letzten Woche nachlesen. Ich wünsche eine eine tolle neue Woche!

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25. August 2014 / Mama Miez

Ein Blick von außen

Vergangene Woche waren der Miezmann und ich das erste mal gemeinsam bei der Familienberatung. Grund dafür war die Hochsensibilität des Quietschbeus und der richtige Umgang damit im Familienrahmen. Zudem habe ich in den 6 Monaten, in denen der Miezmann in Afghanistan war, einen Großteil meiner Geduld und Ruhe wegkonditioniert. Soll heißen: in der stressigen Zeit wurde ich öfters lauter, als zuvor, was sich über die Monate immer mehr manifestierte. So kommt es inzwischen vor, dass ich viel zu schnell hochfahre, einfach weil ich das über eine  lange Zeit aus Hilflosigkeit und Überforderung heraus getan habe. Es ist so ein bisschen, wie ein antrainiertes Verhalten, das mir sehr missfällt. Da mir der Umstand bewusst ist, versuche ich mir das in entsprechenden Situationen in Erinnerung zu rufen, was aber nicht immer klappt. Ich hatte mir daher ein paar Tipps erhofft, wie ich aus dieser Spirale wieder raus komme. 

Letztendlich ist Familien- oder auch Erziehungsberatung  ja eher verpönt, weil es in den Köpfen der meisten bedeutet, dass man selber nicht in der Lage ist, seine Kinder zu erziehen. Auch haben viele Angst, die Beratungsstellen würden in das Familienleben eingreifen. Beides stimmt nicht. Es ist einfach ein zusätzlicher, objektiver Input von Außen. Die Familienberaterin, die wir aufgesucht haben, gehört zu einem medizinischen Verbund für Kinder- und Jugendmedizin. Der Quietschbeu hat dort bereits andere Tests absolviert und wir fühlen uns dort alle sehr gut aufgehoben. Der Große freut sich immer tierisch, wenn er dort wieder hin darf. Egal bei welchem Arzt, Therapeuten oder Berater man ist: die Zimmer sind voll mit Spielzeug und er kann sich dort 2 Stunden durch alles durchspielen, alles aus den Regalen nehmen, im Raum verteilen, kneten, malen, basteln. 

Wir sprachen also 2 Stunden mit der Beraterin über unsere Familie. Welche Rolle und Stellung welches unserer Kinder im Familienrahmen einnimmt, was ihre Bedürfnisse sind, was unsere Bedürfnisse sind, womit wir zufrieden sind und was wir lieber anders machen würden. Für den Miezmann und mich brachte das Gespräch schon mal die Bestätigung, dass wir uns in Sachen Erziehung sehr einig sind und uns prima ergänzen. Am stressigen Wochenende gestalten wir das Ganze ein wenig wie ein Staffellauf. Jeder kümmert sich mal um die Kinder, ist bei ihnen und hat auch mal seine Rückzugsmomente und Ruhe. 

Auch wurden wir zu den Stärken des jeweils anderen befragt. Für mich ist klar: der Miezmann ist deutlich geduldiger als ich und hat ein wahre Gabe im Erklären von Dingen, Sachverhalten und Wirkungen. Der Miezmann wiederum schätzt mein Einfühlungsvermögen und Organisationstalent.

Am Ende der 2 Stunden sollten wir je zwei positiven Eigenschaften der Kinder benennen. Beim Quietschbeu waren das seine Empathie und sein Ehrgeiz. Beim Löwenmaul seine Auffassungsgabe und Ausdauer. Beim Miezmeedchen ihre Herzlichkeit und ihr Humor. Ich fand es schön mit diesem positiven Blick auf unsere Kinder aus der Beratung heraus zu gehen. Es erinnert einen daran, dass auch die anstrengenden Eigenschaften der Kinder ihre positiven Seiten haben. 

Die Beraterin resümierte nach diesem ersten Gespräch, dass wir unsere Kinder und ihre Bedürfnisse wirklich gut kennen und als Eltern gut harmonieren würden. Erstaunt war sie darüber, dass ich mit 3 so kleinen Kindern arbeiten gehe. Sie hatte viel Verständnis für meine Situation und sprach mir Mut zu, dass ich meine alte Ruhe wiederfinden würde, wenn unsere Familiensituation sich erstmal wieder normalisiert hat.

Spannend fand ich auch, wie sie den Quietschbeu nach 2 Stunden wahrnahm: als ruhiger Kerl, der sich prima selber beschäftigen kann. Ich nahm das ganz anders war. Für mich war er laut und wild und ich konnte kaum geradeaus denken, da er ununterbrochen Redete oder Geräusche machte. Ich berichtete ja schon mal davon, dass ich nichts anderes mehr wahrnehmen kann, wenn der Quietschbeu redet. Vielleicht empfinde ich ihn deshalb oft als so vereinnahmend und anstrengend. 

Ich kann jetzt nicht sagen, dass wir dort bahnbrechende neue Dinge über uns gelernt oder erfahren haben. Aber es tut trotz allem gut, mal einen objektiven Blick von außen auf sein Verhalten und seine Wirkung auf die Kinder zu bekommen. Das gemeinsame Reflektieren der Familiensituation und der einzelnen Personen und ihrem Verhältnis zueinander, hat mir jedenfalls schon mal gezeigt, dass wir nicht auf dem falschen Weg sind. Und mir Mut gegebenen, dass sich auch alles wieder finden und normalisieren wird. 

Jedenfalls kann ich solch eine Familienberatung jedem empfehlen, der sich von Zeit zu Zeit in seiner Elternhaut unwohl fühlt oder auch dann und wann Schwierigkeiten im Umgang mit den Kindern hat. Familienberatung ist kostenlos und wird von verschiedenen Verbänden angeboten. In vielen Kommunen gibt es das Angebot direkt von der Stadt, aber auch von der Caritas. 

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19. August 2014 / Mama Miez

Kindergarten. Runde 4.

Morgen ist also der erste Kindergartentag des neuen Kita-Jahres. Das letzte Jahr für den Quietschbeu. Das Vorletzte für das Löwenmaul und das letzte U3-Jahr des Meedchens. Das erste Mal überhaupt, dass wir zum Beginn des neuen Kita-Jahres keine Gruppenwechsel oder Eingewöhnungen haben. Wir müssen ledigich hingehen, unsere Sachen wieder an die Haken hängen und los geht’s. Und dennoch sind wir alle aufgeregt.

Vorneweg die Jungs, die sich schon die ganze Zeit fragen, wie wohl ihre Gruppen nun aussehen. Die komplette Einrichtung wird zu jedem neuen Jahr neu eingeräumt, neue Spielecken und andere Spiele raus geholt. Das ist so ein bisschen, wie den Kindergarten ganz neu zu entdecken.

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Der Quietschbeu ist ein bisschen in Sorge, wie wohl so die neuen Kinder in seiner Gruppe sein werden. Dass die Neuen allesamt 2 Jahre jünger sind, als er, beruhigt ihn null Komma gar nicht. Ich hoffe sehr, dass dies auch bedeutet, dass er stets fair und freundlich den “Kleinen” gegenüber sein wird. Heute erzählte er mir, dass er noch genau weiß, wie traurig er war, als die großen Jungs ihn in seinem ersten Jahr in der Ü3-Gruppe so oft geärgert haben. Woraufhin ich entgegnete: “Ja, und vergiss das auch bitte nie!” Da hat er genickt und gesagt: “Ja, Mama. So traurig soll keiner wegen mir sein müssen.” Wollen wir hoffen, dass Du das wirklich nicht vergisst, mein Kind.

Zudem wird er eine neue Erzieherin bekommen. Das ist für ihn die größte Herausforderung. Neuen Menschen in seinem Alltag tritt er ohnehin schon sehr zurückhaltend entgegen. Bei Erwachsenen ist das nochmal schlimmer, als bei Kindern. Wir werden sehen. Ich denke, er hat eine beachtliche Veränderung mitgemacht. Zuhause habe ich ihn als sehr überlegt, nachdenklich und um Frieden bemüht empfunden. Eigentlich war in 8 von 10 Fällen das Löwenmaul der Provokateur. Leider lässt der Quietschbeu sich aber auch äußert einfach provozieren. Das endet oft in Tränen, Gekreische und zuletzt in Schubserei. Geschwister eben (beovr jetzt einer denkt, bei Miezens würde nur gekuschelt!).

Das Löwenmaul ist ganz schrecklich aufgeregt, da sein allerbester Freund nun endlich auch in seine Gruppe kommt. Die beiden sind ein halbe Jahr auseinander, aber da die Geburtstage so doof auseinander lagen, blieb der Löwenmaulfreund ein Jahr länger in der U3, als das Löwenmaul. Nun werden sie endlich wieder gemeinsam durch den Kindergartenalltag toben können. Ich wünsche den Beiden wirklich, dass das für sie toll wird. Ich würde beide als recht “ähnlich” bezeichnen. In so einigen Dingen. Aber auch da werden wir sehen, wie es sich entwickelt. Ich habe aufgehört wild in die Zukunft zu orakeln. Es kommt ja dann doch meist anders, als gedacht.

Im letzten Kindergartenjahr war das Löwenmaul ein absoluter Hormoniesuchti, der sich nahezu nie stritt und wenn, dann ging es nicht von ihm aus. Das kollidiert jetzt so ein wenig mit meiner Beobachtung daheim, in den letzten 4 Wochen. Aber, wie wir ja alle wissen, sind Kinder zuhause oft gänzlich anders, als im Kindergarten. Sie probieren in sicherer und vertrauter Umgebung soziale Rollenspiele und Verhaltensweisen aus, weil sie eben genau wissen: und wenn das nach hinten los geht, ist Mama immer noch da. Und der Bruder auch. Und alles kommt wieder in Ordnung.

Das Meedchen wird nach den Ferien die wenigsten Veränderungen erfahren. Es sind nur 3 Kinder in andere Gruppen gewechselt – unter anderem halt der Löwenmaulfreund – und bisher weiß ich von 2 neuen Kindern. Außerdem kommt eine der tollen Löwenmaulerzieherinnen aus der Elternzeit zurück. Das Meedchen kennt sie noch nicht, aber ich denke, sie werden sich schnell aneinander gewöhnen. Mir selber fiel erst heute wieder auf, welchen Sprachschub das Meedchen in den vergangenen vier Wochen hingelegt hat. Sie redet in ganzen Sätzen mit uns, kann von Begebenheiten, bei denen wir nicht dabei waren, für alle nachvollziehbar erzählen und wird von Fremden verstanden. Ich bilde mir folglich nicht länger ein, dass sie deutlich spricht, nein, sie tut’s nun wohl tatsächlich! Allerdings könnte ich sie nach wie vor für ihr “Meina!” fressen. Das ist ihre Version ihres Namens. Das darf sie gerne so beibehalten. 

Kleine Anekdote am Rand: Heute fand ich im Plastikmüll eine IKEA-Tüte und fragte, wer die da rein getan hätte. Ich fragte das Meedchen “Mathi, wart Du das?” und sie antwortete entrüstet, mit den Händen in der Taille: “Mama?! Nein! Mathi nich’ machen sowas! Papa war’s!” Na ja, sie war es natürlich doch. Aber allein für ihre Mimik und Gestik könnte man sie einfach die ganze Zeit nur knutschen. Kleine Gesichtskasperine. Von Geburt an. Hat sich nicht verwachsen. Kind ihrer Mutter ♥

So. Gepackt ist soweit auch alles. Die Beutel mit Wechselklamotten, Matschsachen, Hausschuhen, Sonnencreme und Zahnbürste hängen fertig an der Garderobe. Die Rucksäcke und CRabbelschuhe habe ich auch gewaschen und rechtzeitig trocken bekommen. Es kann also wieder los gehen. Aufregung. Vorfreue. Wooohooo.

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18. August 2014 / Mama Miez

Zeitreise: “Mach kein Kwatsch mit mia!”

Es ist vermutlich kein Geheimnis, aber bevor ich Mama Miez wurde, war ich nur die Pia. Also auch online. Ich blogge seit 2002 privates Zeug. Seit 2008 erst hier. Eine Zeit lang habe ich, weiß der Himmel warum, auch parallel gebloggt. Hier und dort. Das war ziemlich verrückt, kann ich Ihnen sagen. Nun, jedenfalls habe ich das alte Blog nun nach reiflicher Überlegung geschlossen. So richtig. Mit Passwort und so. Weg ist weg. Aber in den 12 Jahren, die ich dort Begebenheiten festhielt, habe ich auch den ein oder anderen Blogartikel verfasst, der es wert ist, nochmal gelesen zu werden. Oder zumindest wäre es zu schade, sie gänzlich verstauben zu lassen.

Manche dieser Artikel haben Kinderbezug. Andere sind einfach fiktive Kurzgeschichten, die ich mal zwischendurch schrieb. Auch mein alte Blog hatte den Untertitel “… bis einer heult!” Der Name war Programm. Ist es hier ja auch oft. Ich werde diese Beiträge von Zeit zu Zeit also nun auch hier veröffentlichen. Dazu habe ich die Kategorie “Zeitreise” angelegt. Es wird vorneweg einen kleinen Disclaimer zum ursprünglichen Veröffentlichungsdatum geben. Im anderen Blog hieß der Quietschbeu “der große Beebie”, das Löwenmaul “der kleine Beebie” und das Miezmeedchen “die Beebiene”. Ich werde das der Einfachheit halber hier aber anpassen. 

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20140818_zeitreise01“Mach kein Kwatsch mit mia!”

Original veröffentlicht am 09.11.2011

Die Jungs sitzen am Esstisch und malen, weil wir noch Zeit haben, bevor wir in den Kindergarten aufbrechen müssen. Heute ist im Kindergarten große Sankt Martins Feier und es wird gemeinsam gefrühstückt, so dass ich keine Brotdosen packen muss. Ich steh also so in der Küche rum und  überlege, was ich noch sinnvolles tun könnte, um die verbleibende Zeit möglichst produktiv zu nutzen. Letztendlich entscheide ich mich dafür, etwas zu essen. Frühstücken ist ja nie wirklich verkehrt. Schwangerschafts-bedingt leide ich ohnehin unter akuten Fessattacken, gepaart mit Heißhungeranfällen. Man hörte davon. Und heute morgen ist es völlig klar: ich brauche sofort ein Nutella-Toastbrot. Als ambitionierte Anwärterin auf den Supermuttititel gibt es bei uns aber nur am Wochenende Nutellabrot zum Frühstück. Unter der Woche bestehe ich auf Wurst, Käse, Trallala (und nein, über die Sinnhaftigkeit dieser Regel werde ich nicht diskutieren!). Ich schmiere mir also in der offenen Kühlschranktür (nein, wir lagern das Nutella nicht im Kühlschrank) ein Brot und stopfe es mir mit drei großen Bissen in den Mund. Dann noch schnell kauen, schlucken, fertig.

“Mama, was machst Du da?”

“Ich gucke etwas nach.”

“Was guckst Du?”

“Was ich heute noch einkaufen muss. Ich gucke, was uns fehlt.” Ich schließe die Kühlschranktür, lächle den Quietschbeu an und beuge mich über ihn, um sein Gemälde zu bewundern.

“Ich will Nusspii!” (Der Quietschbeu isst lieber Nusspli. Wir haben immer beides im Haus.)

“Aber Schatz, Du weißt doch, dass wir nur am Wochenende Nusspli essen?”

“Dann Nutaja!”

“Für Nutella gilt das selbe. Nur am Wochenende!”

“Dann das da!”

“Was, da?”

“Das da!” Er hebt seinen kleinen Zeigefinger und wischt mir über den Mundwinkel, begutachtet dann seine Fingerspitze und leckt den Finger schließlich ab.

“Mama, das ist WOHL Nutaja! Mach kein Kwatsch mit mia!!!

War mir sehr peinlich. Ist es noch.

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“Mach kain Kwatsch mit mia!” ist hier seitdem ein geflügelter Satz und bringt uns nach wie vor immer noch gerne zum Lachen. Und warum ich Quatsch so oft “Kwatsch” schreibe, wissen Sie jetzt auch. Quietschbeu-Lautsprache. Von damals.

 

 

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18. August 2014 / Mama Miez

Just for me moments 33/2014

In der letzten Woche habe ich es wieder nicht auf wirklich viele JFMM gebracht, dafür aber am Sonntag auf einen sehr sehr Intensiven. Ich habe stundenlang mein Büro entrümpelt, mich von Stoffresten getrennt, alle Stoffe neu gefaltet, sortiert und verräumt. Das war wirklich Arbeit von mehreren Stunden, aber es tat so gut, all die schönen Stoffe am Ende ordentlich in den Regalen zu sehen, alle Fadenraupen weggesaugt, den Schreibtisch komplett aufgeräumt und die Nähmaschinen einmal gründlich gereinigt zu haben. Zu guter Letzt habe ich sogar noch ein Shirt für das Löwenmaul fertig stellen können und ein paar schöne neue Kombinationen zusammenstellen können, die zur Herbstgaderobe der Kinder vernäht werden sollen. Ich war, trotz der vielen Arbeit, danach echt entspannt. Tiefenentspannt. 

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Die Motiv-Jerseys, unifarbenen Jersey und gemusterten Jersey sortiert und ordentlich eingeräumt ♥

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Ebenso die Sweats, Nickis und Plüschstoffe. Ahhhh! Was freu ich mich auf den Herbst und Winter!

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Und zuletzt die Baumwollstoffe, Cord, Jeans und Fleece. Da sie seltener angefasst und vernäht werden, kamen sie in einen Schrank mit Türen.

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So aufgeräumt und ordentlich war mein Arbeitszimmer seit langem nicht mehr. Herrlich! Da geht mir das Herz auf!

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Ja, genäht habe ich dann tatsächlich auch noch. Hier seht Ihr auch meinen aktuellen Nagellack. Essies Lovie Dovie. War natürlich auch ein JFMM diese Woche.

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Und das ist dabei raus gekommen. Ein eher schlichtes Shirt. Ich mag die Lillestoff-Sterne. Die passenden Eulen habe ich auch im Schrank, aber die fand das Löwenmaul doof. Nun ja.

Weil ich heute via Instagram schon danach gefragt wurde: ich nähe zwar immer noch für Kunden, derzeit aber nicht für den Onlineverkauf. Das würde aktuell einfach meine Kapazitäten sprengen.

Auch diese Woche freu ich mich wieder auf  Eure JFMM. Erzählt darüber in Euren Blogs und tragt Eure Beiträge anschließend in die unten stehende Linkliste ein. Wer kein Blog hat, kann auch via Instagram mit dem Hashtag #JFMM und für die aktuelle Woche #JFMM34 mitmachen. 

Hier könnt Ihr die JFMM der letzten Woche nachlesen. Habt eine bezaubernde Woche mit vielen Ich-Momenten.

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15. August 2014 / Mama Miez

Im Zeichen der Fledermaus

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Batman. Und Super(stunt)man. Letzteres war das Löwenmaul. Aber der Reihe nach.

Es war kalt. Das stand schnell fest, als wir nach dem Frühstück aufbrechen wollten, um beim Frisör meine kleine Großbestellung (u.a. für meine beste Twitter-Timeline) abzuholen. Also mussten nach vielen vielen Wochen zum ersten Mal wieder lange Hosen her. Die Kinder probierten die erste Hose an. Die zweite. Das Ende vom liebt war eine völlig hysterische Mutter, die völlig entsetzt feststellte, dass den Kindern keine einzige Hose mehr passte. KEINE! In allen Hosen deutliches Hochwasser.

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Dem Löwenmaul hätte ich jetzt auch keine vom Quietschbeu vererben können, weil die in der Größe 92/98 gnadenlos durchgeschlissen war und entsorgt wurde. Wir mussten also Wohl oder Übel einkaufen fahren.

Wir fuhren also mit allen 3 Kindern in die nächstgelegene “größere” Stadt. Nach dem Aussteigen im Parkhaus wollten die Jungs sich an den Rand der Parkbucht stellen, um dort auf den Abmarsch zu warten. Leider war das Löwenmaul etwas zu schnell, übersah eine Schwelle, stürzte und schlug mit der Stirn und der Nase ungebremst auf die Bordsteinkante aus. Mir war beim Aufschrei schon klar, dass er sich wirklich übel weh getan hatte. Die Stirn färbte sich binnen Sekunden blau und es wuchs ein riesen Horn. Die Nase hatte er sich auch angeschrammt. Wir setzten ihn in den Kofferraum und beäugten die Stirn, fragten ihn ein paar Dinge und kontrollierten die Pupillen. Glück im Unglück. Er beruhigte sich recht schnell und wollte dann doch unbedingt Einkaufen.

Nachdem wir in Laden 8 Jeanshosen für alle 3 Kinder ausgewählt hatten, bekamen wir die freundliche Mitteilung, dass seit gestern keine Kartenzahlung möglich sei. Also musste der Miezmann durch den strömenden Regen zur Bank rennen und Geld holen. Die Jungs nutzen die Zeit aus, um mir Batman und Superman-Socken aus dem Kreuz zu leiern. Ich bin da ja nicht so ;) Ich bin mit unserer Ausbeute jedenfalls recht zufrieden. 4 Hosen für den Quietschbeu, der definitiv den höchsten Verschleiß hat. 3 für das eher ruhige Löwenmaul und 1 für das Meedchen, die kaum gewachsen ist und der so noch die alten Hosen passen. Ach, und je eine Weste für die Jungs. Zur Hose des Meedchens gab es einen Body gratis. Doof nur, dass sie keine Bodies mehr trägt. Vermutlich werde ich ihn abschneiden und umnähen. Dann kann sie ihn als T-Shirt tragen.

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20140815_legoduploWir kehrten kurz beim besten Frisör ein, der Mann bekam einen Haarschnitt und ich sammelte alle Produkte zusammen, die mir aufgetragen wurden zu besorgen. Daheim angekommen klingelte der DHL-Mann und brachte 2 Pakete, was mich etwas irritierte, weil wir nur eine Sache bestellt hatten. Da mir der Absender auch nichts sagte, der Karton aber verdächtig rappelte (Muttiohren, Sie wissen schon) habe ich ihn erstmal heimlich an der Seite geöffnet und nicht schlecht gestaunt. Da bekamen wir, ganz überraschend für alle, das Lego-Duplo – Batman Abenteuer in der Bathöhle für die Kinder geschenkt, damit sie alle 3 zusammen Batman spielen können und der Quietschbeu keine Sorge mehr um seinen kleinen Lego-Batman haben muss. So erklärte es die beiliegende Karte. Die Kinder waren total aus dem Häuschen und besonders das Meedchen war auf den ersten Blick in ihren “Mättmän!” verliebt.

20140815_legobatmanAber damit nicht genug. Der Quietschbeu hatte bereits vor einigen Wochen den Wunsch nach einem Batman-Hubschrauber geäußert. Da der gute Hubschrauber aber über 20 Euro kostet, stellten wir ihm das Objekt der Begierde in Aussicht, wenn er beim Hecke schneiden helfen und das Auto aussaugen würde. Dazu sollte er natürlich auch sein Taschengeld (1 Euro pro Woche) sparen und dazu legen. Heute war es dann soweit. In dem von uns erwarteten Paket verbarg sich nämlich der heißt ersehnte Batman-Hubschrauber.

Ich sag es mal so: die Miezkinder brannten. Der Quietschbeu tauchte folglich 30 Minuten in seine neuen Lego-Anleitung ab und baute in Windeseile alles zusammen. Das Meedchen baute derweil die Duplo Batman-Höhle ein paar Mal um und das Löwenmaul flog mit dem ziemlich coolen Duplo Batman-Flugzeug durchs Wohnzimmer.

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Die Freude und Begeisterung in den Augen der Kinder war wirklich unbezahlbar.

Es ist wie es ist: wir sind die Batman-Familie. Ich bin quasi Batmom. Damit Sie Bescheid wissen.

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13. August 2014 / Mama Miez

Schöne neue Miezkinderzimmer

Nachdem das Meedchen sich ja gestern wünschte, dass ihr Bett unter dem Hochbett des Löwenmauls stehen solle, sind wir heute in eine spontane Umräumaktion beider Kinderzimmer verfallen. Hinzu kommt, dass der Quietschbeu inzwischen so viele Lego- und Playmobilbauten sein Eigen nennt, dass wir ihm eine schönere Möglichkeit einrichten wollten, seine Lieblinge zu lagern, zu bespielen und natürlich auch zu präsentieren. Zudem sollten die Dinge weichen, mit denen er eigentlich gar nicht mehr spielt und die nur aus Platzgründen in seinem Zimmer standen. Das waren dann die Spielküche und der Kaufmannsladen. Die Spielküche zog im Zimmer der Kleinen ein, weil das Meedchen täglich damit spielt. Dazu kam noch das komplette Playmobil123 (von dem wir uns nun aber wohl trennen werden) und alle Duplos. Mit großen Brüdern spielt man nämlich auch mit 2 Jahren schon mit den normalen Lego-Steinen. Außerdem sortierte ich über eine Stunde lang Bücher aus – Kleinkindbücher, die niemals mehr anguckt –  und Hörspiel-CDs in die richtigen Hüllen und die richtigen Zimmer.  

Zudem hängten wir den Kindern die Lampions bzw. Wabenbälle von ihren Geburtstagspartys in die Zimmer und dem Löwenmaul endlich sein heiß ersehntes Green Lantern Foto übers Bett.

Für das Zimmer der Kleinen suchen wir jetzt noch ein schönes großes Bild. Außerdem soll die Wickelkommode endlich weichen und so noch mehr Platz zum spielen frei werden. Wobei das Meedchen eigentlich ganz dringend einen eigenen Kleiderschrank braucht. Der müsste ja auch irgendwo hin gestellt werden. Bisher sind die beiden Kleinen noch nicht bereit, sich von einander zu trennen. Was auch total okay ist.

Den Rest sollen Euch die Bilder erzählen:

Das Quietschbeuzimmer

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Die Anlautabelle und das Zahlenposter sind von Fragebär, von dem wir auch die Vorschulhefte haben. Der Quietschbeu liebt sie. Die Weltkarte ist ebenfalls großartig. Sehr Detailreich mit vielen Bildern und Erklärungen. Der Quietschbeu kann sie sich ewig und immer wieder angucken. Darum hängen sie auch alle über seinem Bett, von dem er die Poster und Karte aus ganz genau betrachten kann. Außerdem kann er die Anlaut- & Zahlentabelle so auch von seinem Schreibtisch aus sehen.

20140813_02Seine liebsten Lego- und Playmobilbauten haben jetzt ein ganz exklusives Zuhause. Die restlichen Steine sind in einer großen, komplett herausziehbaren Schublade auf Rollen seines Kleiderschranks (RAKKE von IKEA).

Das Löwenmaul-Meedchen-Zimmer

20140813_002Die Wabenbälle sind von Blueboxtree. Ebenso die Lampions aus dem Quietschbeuzimmer. Beide Jungs haben das KURA Hochbett von IKEA. Das Meedchen schläft im Juniorumbau des Alvi-Kinderbetts “Jens” mit passender Matratze “Maximilian”. Für die Jungs hatten wir vorher günstigere Betten eines anderen Herstellers und waren gnadenlos enttäuscht. Im Meedchenbett liege ich heute noch oft mit drin. Weder knarzt oder quietscht es, noch wirkt es nach dem Umbau irgendwie instabil. Ich erwähne das hier noch mal extra, weil wir davon wirklich total begeistert sind. Die Alvi-Produkte würde ich jedem voller Überzeugung empfehlen, der auf der Suche nach einem guten Baby-/Juniorbett und Matratze ist.

Die Krokodil-Kissen der Jungs und das Eulen-Kissen des Meedchens sind von KreaKat. Die Bettmäuse in allen Miezkinderbetten natürlich von Bambalino. So. Genug der Werbung ;)

Die Kinder sind jedenfalls alle drei sehr glücklich nach unserer Umräumaktion. Mehr Platz zum Spielen. Und endlich dauerhaft “Paaaarty!“, wie das Löwenmaul feststellte, als wir die Wabenbälle aufhingen.

 

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