Segen • Fluch • Leben

26. Januar 2012 - 09:36 Uhr ♥ 18 Kommentarepermalink

Wenn ich meine Kinder nicht hätte, die, über die ich auch mal jammere und von denen ich berichte, dass sie anstrengend und fordern wären, dann hätte ich vermutlich schon lange aufgegeben durchzuhalten. Das klingt ein wenig albern, denn auf der anderen Seite könnte man sagen, dass ich vermutlich gar nicht in dieser Lage wäre, hätte ich auf die Kinder verzichtet.

Kinder zu haben ist ein ewiger, täglicher Spagat zwischen einem Dutzend Kleinigkeiten. Derzeit bin ich zum Beispiel so krank, dass ich als kinderlose Arbeitnehmerin sofort zum Arzt gehen würde, um mich krankschreiben zu lassen. Nur waren die letzten Wochen die Jungs immer wieder krank. Manchmal zeitgleich, manchmal nacheinander. Und ich blieb mit ihnen natürlich zu Hause, um sie zu betreuen. Meine Arbeit blieb so liegen und mein Schreibtisch wurde immer voller. Es sind nicht mehr viele Wochen bis zum Mutterschutz und ich möchte bis dahin soweit alles erledigt und angestoßen haben, dass ich die vier Wochen Mutterschutz vor der Geburt auch wirklich genießen kann.

Mein Haushalt leidet im Moment und das nicht zu knapp. Daheim beschäftige ich mich entweder mit den Jungs, nutze eine Stunde zwischen meinem und ihrem Heimkommen um auf dem Sofa eine Pause für mich zu machen oder wurschtle das allernötigste weg, damit wir nicht total im Chaos versinken. Die Wäscheberge wachsen und gründlich Putzen müsste ich auch mal wieder ganz dringend.

Den Quietschbeu wollten sie mir heute Morgen im Kindergarten am liebsten direkt wieder mitgeben. Weil sein Auge tränt. Das tut es aber schon seit einer Woche und der Kinderarzt sagte, dass käme von der Erkältung. Das sei nicht ansteckender oder gefährlicher als eine Rotznase und man könne die Kinder (das Löwenmäulchen war ebenfalls betroffen) in den Kindergarten bringen. Nur leider wollen die Erzieher in der Quietschbeu-Gruppe das nicht annehmen und machen immer wieder Panik. Mein Mann sei doch diese Woche zuhause. Ja, weil er selber krank ist (zweite Mandelentzündung in 4 Wochen!) und sich bitte doch erholen soll.

Das sind Momente, in denen ich emotional zwischen allen Stühlen stehe. Bin ich unverantwortlich, weil ich mein Kind mit Erkältung in den Kindergarten bringe und die anderen Kinder ihre Erkältung so auch nicht los werden (die U3-Kinder sind seit September alle dauer verrotzt!) oder bin ich verantwortungslos, weil ich mein armes Kind in den Kindergarten schicke (auf den er sich so gefreut hatte), statt es zuhause zu pflegen? Er ist gut drauf und verhält sich völlig normal. Einzig eine Rotznase und Husten quälen ihn, das aber schon seit Wochen. Mal mehr und mal weniger.

Ich bi in ständiger Sorge. Um die Gesundheit der Kinder, die Gesundheit des Mannes, meine eigene Gesundheit. Um die Organisation unseres Alltags, meine Arbeit, unsere finanzielle Situation. Inzwischen auch leider öfters um meine Leistungsfähigkeit, was mich wieder zum eigentlich Ausgangsthema bringt.

Hätte ich keine Kinder, ich würde mich eine Woche krankschreiben lassen, mich ins Bett legen und schlafen, schlafen, schlafen. Zwischendurch würde ich etwas essen und duschen. Dann wieder schlafen.

Tatsächlich nutze ich aber jede freie Sekunde, um Dinge zu erledigen, die ich mit normaler Leistungsfähigkeit eben so nebenbei machen würde. Und powere mich dabei immer weiter aus, weine schneller, bin noch müder, ungeduldiger und leider auch tollpatschiger. Ich kann mich schlecht konzentrieren und werde manchmal von einer so beklemmenden Traurigkeit befallen, von der mich nur meine Jungs oder mein Mann wieder befreien können. Wenn dann Trotz und Rotz bei allen drei Männern hinzu kommt, scheint das Ende vom Tag manchmal einfach viel zu weit weg.

Meine Kinder, mein Mann, meine Familie.
Mein Segen und mein Fluch.
An jedem einzelnen Tag, zu jeder Tageszeit.
Mein Leben.

Nachtrag vom 27.01.2012: Ich danke Euch allen von Herzen für Euren Zuspruch und das Mut machen. Dass der Titel einen kleinen Freud’schen Vertipper enthielt (Segen • FluchT • Leben), ist mir auch erst heute aufgefallen.

Elternprüfung – Runde 2

23. Januar 2012 - 09:48 Uhr ♥ 10 Kommentarepermalink

Eigentlich wollte ich gestern Abend schon davon berichten, dass der Schub des Löwenmäulchens auf wundersame Weise am Samstagnachmittag, nach seinem Mittagsschlaf, ein Ende fand.

Statt Geschimpfe, Ungeduld und Wildkatzenkampfschlag griff er plötzlich wieder nach meiner Hand und zeigte mir unmissverständlich, was er wollte. Er lachte viel, ja, war sogar richtig albern, kuschelte wie ein Weltmeister jeden, der nur 5 Sekunden still hielt (sehr zum Leidwesen des Quietschbeus, der ja bekennender Anti-Kuschler ist) und aß wieder wie ein Großer (3 Teller Nudeln Bolognese in der selben Zeit, die der große Bruder für einen Teller braucht – und dann satt ist).

Als Übeltäter verdächtige ich einfach mal den oberen rechten Eckzahn, der sich sehr spitz und sehr fies nun durchs Zahnfleisch gebohrt hat. Immerhin ist er jetzt durch. Nur noch 3 to go und auch die sind schon sehr präsent im Anmarsch. Kein Wunder also, dass wir hier an Dauerrotzschnodder leiden und empfänglich für jede Viere mit bösartigem Hintergedanken sind.

Was ich auch deshalb heute nicht hören wollte: „Ach, Frau Miez, ich trau mich jetzt gar nicht Ihnen das zu sagen, aber Hand-Mund-Fuß ist nun auch bei uns angekommen.“ Hintergrund: am Freitag hing wieder dieses gruslige „Wir haben Hand-Mund-Fuß-Schild“ am Eingang des Kindergartens und ich hatte leicht panisch erfragt, ob denn die Löwenmäulchen-Gruppe betroffen sei. Am Freitag hatte man das noch verneint. Möööp.

Aber um auf den Ausgang meines Beitrages hier zurück zu kommen: Mein kleiner Virenstaubsauger Schubler tapselt also in seine Gruppe, begrüßt alle Freudestrahlend, zappelt hinter mir in den Waschraum, wo seine Kleiderkiste steht und ich seine Jeanshose verstaue und bekommt beim Verlassen des Raumes, welches mit der Ermahnung, nicht an den Windeleimer zu gehen einher ging, einen monströsen Trotz-Wut-Anfall. Ich nehme ihn auf den Arm, rede leise und beruhigend auf ihn ein, doch er wird nur wütender, drückt sich ab und schlägt mich mit beiden Händen ins Gesicht. Ich war wie vom Donner gerührt, brauchte ein paar Sekunden zum klar werden und habe ihn dann abgesetzt. Wütend rollte er sich über den Boden, schlug auf das Kletterpodest ein, keifte und schrie jeden an, der ihn anguckte und schlug schließlich auch nach dem Quietschbeu, der ihn mit einem „Sasa, alles gut, nich weinen!“ beruhigen wollte.

Ich war völlig perplex. So einen Austicker hatten wir bisher noch nicht. Er suchte richtig meine Nähe, nur um dann wieder nach mir zu schlagen (dieses Wildkatzenhauen, Sie kennen das vielleicht). Ich hielt seine Hände fest, sagte immer wieder „Nein!“ und „Es wird nicht gehauen!“

Klar, er ist eineinhalb Jahre alt und hat keinerlei böse Absichten. Dennoch ist es wirklich verstörend, wenn er so derart unglücklich, wütend und verzweifelt um sich schlägt.

Nach einer Minute ließ er sich endlich in den Arm nehmen und kuschelte sich ganz feste an mich. Mir stiegen sofort die Tränen in die Augen. Nach einer Weile drehte er sich um und suchte seinen „Dada“, den er gefunden erst mal streichelte und dabei „Eiii!“ flüsterte.

Die Erzieherin sah mich mit großen Augen an: „Hat er sich jetzt beim Quietschbeu entschuldigt?“ Ich nickte. Ja, das macht er immer, wenn er ihm unbeabsichtigt weh tut. Bisher war es jedenfalls immer unbeabsichtigt. Hm.

Ich weiß, dass das eine Phase ist und mache mir keine übersteigerten Sorgen. Aber trotzdem stellt man sich ja die Frage, wie reagiert man in diesen Situationen richtig. Ignorieren? Weggehen? Hände festhalten? Schimpfen? Nein sagen?

Phasen sind ja so Elternprüfungen, die leider immer recht unangekündigt kommen und auf die man sich nicht wirklich gut vorbereiten kann. Leider nutzt es mir gerade irgendwie gar nichts, dass ich eine sehr ähnliche Phase mit dem Quietschbeu auch bereits durchgemacht habe. Der war allerdings schon etwas älter und wenn ich mich versuche zu erinnern, was wir damals dagegen unternommen haben, ist das nur ein „Äh, öh, nee, war dann plötzlich einfach wieder vorbei.“ Na dann …

Das große Turnen – Fortsetzung

22. Januar 2012 - 08:04 Uhr ♥ 1 Kommentarpermalink

Nachdem das Turnen am vergangenen Montag auf Grund der akuten  Augengrippe des Löwenmäulchens ausfiel, entschlossen wir kurzfristig das Freitags-Turnen zu besuchen. Zwar gehen die meisten der Quietschbeu-Kindergartenfreunde montags zum Turnen, aber wir wollten da ja zum Turnen und nicht zum gemeinsamen Spielen hingehen. Davon mal abgesehen, dass man ja auch ein paar neue Leute kennenlernen kann. Es heißt zudem auch, die montags Vorturnerin sei netter, als die vom Freitag, aber da die Freitagsfrau nicht unnett ist, ist mir das eigentlich auch egal.

So oder so hat der Freitag für uns einen Vorteil: der Mann hat freitags früher frei und kann mich zum Turnen begleiten. Und so lief unser zweiter Turnbesuch ganz wunderbar. Mal war ich mit dem Quietschbeu unterwegs, mal mit dem Löwenmäulchen. Der Quietschbeu kletterte mutig eine steile Leiter hinauf und rutschte auf der anderen Seite eine Bank wieder hinunter. Er spielte mit seinem Papa mit Kegeln  und Bällen und rannte wie eine Rennmaus durch die Gegend. Das Löwenmäulchen balancierte immer und immer wieder über breite und schmale Bänke und ich war wahrlich erstaunt, wie fein so eine Kleinstkindmotorik doch schon sein kann.

Der Quietschbeu war jedenfalls überglücklich und bei weitem nicht mehr so anhänglich, wie noch beim ersten Mal. Vermutlich aber auch, weil ich viel entspannter war. Von vorne herein zu wissen, dass man sich im Zweifel nur auf ein Kind konzentrieren muss, nimmt einem doch enorm viel Druck.

Wir wollen also kommenden Freitag wieder zum Turnen gehen und wenn sich der gute Eindruck erneut bestätigt, uns direkt als Familie im Verein anmelden. Dann kann ich später auch zum Yoga gehen und all die anderen lustigen Kurse besuchen *mihihi*

Bauchbild Drei #07 (23.SSW)

17. Januar 2012 - 10:03 Uhr ♥ 4 Kommentarepermalink

Ich habe ja bald selber nicht mehr daran geglaubt, dass ich in dieser Schwangerschaft noch mal ein Bauchbild zu Stande bringen würde. Da das Löwenmäulchen Krankheitsbedingt (nichts Wildes, lediglich eine starke Erkältung, die sich auf die Bindehaut ausgeweitet hat, was aber nach gestriger Gabe von Augentropfen heute schon beinahe komplett abgeklungen ist.) heute mit mir zuhause weilt, hatte ich heute Morgen also tatsächlich mal Zeit, ein neues Bauchfoto zu machen.

Mein “Bauchgefühl” hat sich bestätigt. Der Bauch ist zwar gewachsen, im Vergleich zum letzten Foto aus der 14. SSW (wäre ja auch bedenklich, wenn nicht), aber nicht wirklich so, wie man es auf Grund des anfänglichen Atompilz-Wachstums vermutet hätte.

Aber zum direkten Vergleich:
links das Bauchfoto aus der 23.SSW mit dem Quietschbeu, mittig das aktuelle und rechts das Bauchfoto aus der 23.SSW mit dem Löwenmäulchen.

 23.SSW (22+0) 
 

Alle Bauchbilder der Maimiez-Schwangerschaft gibt es übrigens in chronologischer Reinfolge hier zu sehen.

Meine H&M Schwangerschaftshose, die mir in den vergangenen Schwangerschaften nach 16 Wochen nicht mehr passte (der Hintern wächst bei mir proportional zum Bauch!), passt diesmal noch sehr gut, ja, ist sogar weiterhin einen Tick zu weit und rutsch daher gerne mal, wenn ich mich bücke.

Ansonsten geht es mir gut. Trockene Nasenschleimhäute, mal mehr und mal weniger Probleme mit der Symphyse, trockene Haut. So Pipikram eben. Ich bete inständig, dass das so bleibt. Das Löwenmäulchen die Treppe hoch zu tragen ist inzwischen nämlich ziemlich beschwerlich und ich befürchte ja, das wird erstmal nicht leichter

notiert #16

15. Januar 2012 - 22:44 Uhr ♥ 1 Kommentarpermalink

Das Neujahrsfrühstück im Kindergarten war wunderschön. Das ganze Kita-Team hatte sich wahnsinnig ins Zeug gelegt und ein riesengroßes Buffet aufgebaut und alle Räume ganz wunderbar geschmückt. Wir sind wirklich froh und glücklich, dass unsere Kinder in so einer wunderbaren Einrichtung mit so tollen Erziehern einen Platz gefunden haben.

Ich habe rund 200 Fotos gemacht, wovon ich immerhin 70 bearbeitet und für die Allgemeinheit auf CD gebrannt habe.  Leider kann ich Ihnen die aus Datenschutztechnischen Gründen natürlich nicht zeigen.

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Das Löwenmäulchen schläft seit heute in einem „große Jungs“-Bett, wie der Quietschbeu das nennt. Also in einem Bett ohne Gitter. Schon länger hatten wir ihm die Mittelstäbe herausgenommen, damit er selber ein und aussteigen konnte, aber da er des Nachts oft wach wurde, weil er sich den Kopf am Gitter anschlug oder die Füße zwischen den Stäben festhingen, haben wir das Bett nun umgebaut.

Er fand das natürlich total toll, legte sich hinein und blieb direkt drin liegen. Eben war ich mal spinksen und fand ihn in gewohnter Art und Weise (quer, auf dem Kopfkissen) schlafend. Großer kleiner Mensch *seuftz*

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Der Quietschbeu macht sich aktuell seinen große Gedanken um den Namen fürs Maimiez, was es anziehen wird und wo es schläft, wenn es denn dann endlich aus meinem Bauch raus kommt. Täglich wechselt sein Namensfavorit, aber im Groben und Ganzen kann man schon sagen, dass er 3 Favoriten hat, wovon einer auch meiner und ein anderer der des Mannes ist (Nein, wir verraten nix). Er mahnt den kleinen Bruder regelmäßig vorsichtig mit meinem Bauch zu sein, erkundigt sich, ob das Baby gerade schläft oder wach ist und ob er mal Hallo sagen darf. Darf er natürlich immer.

Besonders schön war ein kleiner Dialog letzte Woche, als der Mann etwas über die dicke Mama witzelte und der Quietschbeu entgegnete: „Da is‘ ein Baby drin! Mama is‘ nicht dick!“

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Das Löwenmäulchen hat ein paar lustige neue Wörter, die er sehr zielsicher einsetzt.

Della = Teller
Bane = Banane
Dada = der Quietschbeu
Bebe = Baby
Bauuu = Bauch (aktuell super spannend, der dicke Bebe-Bauuu!)
Badau = Hammer (weil ich mal schimpfte, die Jungs sollen mit ihren Hämmern nicht so einen Radau machen. Lustigerweise nennt der Quietschbeu den Plüschhammer des Löwenmäulchens jetzt auch Badau, seinen Holzhammer aber weiterhin Hammer.)

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Ich mag eigentlich keine Schokolade. Also am Stück. Ich mag aber Schokoladeneis und Schokoladenpudding. Aber eben eine Schokoladentafeln. Dann wurde ich ein drittes Mal schwanger und so um die 20. SSW machte es *piffpaffpuff* und ich bekam unbändiges Verlangen nach Schokoladen. Am liebsten mit Haselnüssen. Ich hasse Hasennüsse.

Das Verlangen ist derweil so groß, dass der Mann abends sogar mal zur Tankstelle fuhr, um mich nicht weiter leiden sehen zu müssen.

Leider ist es auch nicht so, dass ich ein Stück Schokolade esse und dann ist es gut. Nein, die ganze Tafel inhaliere ich weg. Ratz. Fatz.

Da muss ich mich nicht wundern, wenn ich zum Schluss wieder 30 Kilo mehr drauf habe.