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23. April 2014 / Mama Miez

Noch 9 mal schlafen …

Gestern war ein guter Tag. Kann man so sagen. Bis auf die Sache mit der Hauselfe. Fälschlicherweise hatte ich angenommen, dass sie bis zum 06.05. Urlaub hat. Tatsächlich stand im Schreiben aber, dass sie am 06.05. Urlaub hat. das wiederum hatte zur Folge, dass ich gestern überraschend in ein aufgeräumtes und geputztes Haus kam und mich in de folgenden Stunden zu Tode schämte. Nach dem langen Familien-Feiertagswochenende hatte ich nämlich am Motagabend nur noch grob aufgeräumt. Es stand noch Geschirr auf der Spüle und Wäsche lag über dem Badewannenrand. Die Betten waren nicht gemacht und der Quietschbeu hatte sein Zimmer noch nicht aufgeräumt. Umso faszinierender, was die Hauselfe da geleistet hat. Es war nicht nur sauber, sondern auch noch ordentlich. Dennoch ist mir das sowas von peinlich. klar ist die Dienstleisterin und wird für ihre Arbeit bezahlt, aber das finde ich dennoch sehr  … frech. Also von mir. Ich rief also direkt bei ihrer Chefin an, entschuldigte mich ausdrücklich für das Chaos und versprach, dass ich das irgendwie wieder gut machen würde. 

Am Nachmittag fuhr ich mit den Kindern zum Frisör. Eventnachmittag, quasi. Ich hab ja schon berichtet, dass meine Kinder unseren Frisör lieben und die Jungs hatten einen Schnitt wirklich mal wieder nötig. Der letzte Besuch lag schon 3 Monate zurück und es war erstaunlich, welche Wolle da vom Quietschbeukopf fiel. Überhaupt hat der Quietschbeu unfassbar dickes Haar. So dick, dass ich Jürgen – unseren Frisör – immer darum bitte das Hupthaar auszudünnen. Hätte der Quietschbeu lange Haare, sie wären kaum zu bändigen. Das Löwenmaul hat eher Haare von Typ Drahthaardackel. Lockig und hart wie Draht. Bei ihm fiel daher weniger, weil sie durch die Locken auch nicht so lang sind, bzw. wirken. Sehr niedlich fand ich mein Meedchen, das, nachdem der Quietschbeu vom Frisörstuhl stieg, mit einem lauten “Auch!!!!” auf den Stuhl zu rannte und unbedingt sofort die Haare geschnitten haben wollte. Sie bekam dann die Spitzen ein wenig gestutzt. Mehr war nicht nötig. Als Jürgen den Frisörumhang löste sah sie ihn strahlend an “Fertig?” – “Fertig!“. Es ist so schön diese Sprachexplosion bei ihr zu beobachten. Vor allem weil sie wirklich sehr klar und deutlich spricht und viele Wörter gar nicht mehr durch Buchstabenverschlucker verstümmelt. 

Pantastische 5Am Abend setzte ich mich trotz bleiernder Müdigkeit noch an den Rechner und begann ein paar Entwürfe für das Geburtstagsshirt des Quietschbeus zu erstellen. Irgendwie wollten der fliegende/sitzende/stehende Peter Pan und ich uns nicht recht anfreunden. Alles zu asynchron. Immer wieder geriet der Entwurf ins Ungleichgewicht, wenn ich versuchte, den Pan mit der Geburtstags-5 zu arrangieren. Da das Druckverfahren, in dem ich das Shirt erstellen lasse, mit flächigen satten Farben arbeitet, waren Überlappungen nicht wirklich möglich. Jedenfalls nicht so, dass es mir gefiel.  Sowas macht mich schier wahnsinnig. Letztendlich fand ich dann – mit Hilfe von einer paar Twittermeinungen – eine Lösung, die mir sogar wirklich richtig gut gefiel. Wenn ich heute mit meinem T-Shirt-Druck-Mensch gesprochen habe und er mir sagt, dass das auch so umsetzbar ist, wie ich es will, zeig ich Ihnen das Shirt natürlich auch.

Kurz vor Mitternacht rief gestern das Meedchen ganz aufgebracht nach mir. Wie immer hörte sie sofort auf zu weinen, als ich die Zimmertür öffnete. Sie stand in ihrem Bett und streckte mir einen Zipfel ihrer Bettdecke entgegen.
“Was ist los? Möchtest Du die Bettdecke nicht?”
“Nainain!”
“Soll ich Dir den Schlafsack anziehen?”
“Ja!”

Na, wenn das so einfach ist. Ich zog ihr also den Schlafsack an, schob die Bettdecke ans Fußende und legte sie wieder hin, woraufhin sie mich noch einmal streicheln und küssen wollte und dann winkend in ihrem Bett lag: “Tzüüüss!”

Ich frag mich ja manchmal schon, ob dass jetzt an ihr liegt, dass sie mir klar und unmissverständlich mitteilen kann, was sie will – auch nachts – oder an mir. Die Jungs haben, so lang ich mich erinnern kann, immer nur geweint, wenn sie nachts irgendetwas unzufrieden stimmte. Das Meedchen artikuliert sich ganz deutlich, bekommt dadurch natürlich schneller ihren Willen (z.B. mehr Wasser, Schlafsack, neue Windel) und schläft dann einfach weiter. Ohne Gemecker.

Ach ja, ich hab mich übrigens gestern noch für einen Kuchen entschieden. Es wird ein Vollmondkuchen mit fliegendem Peter Pan Schatten. Das ist vom Aufwand her jetzt nicht so Zeitintensiv. Das Federn-Ausstecher-Problem habe ich gelöst, indem ich einen Fondant-Ausstecher für Lilienblätter geordert habe.

Und zu den Einladungen für die Familie muss ich Ihnen auch noch einen erzählen: Ich zeigte dem Miezmann voller Stolz die Einladungskarten und er las den Text darauf. Plötzlich zieht er die Luft scharf ein, reißt die Augenbrauen hoch und macht “Oh oh!” Ich wurde direkt hektisch.

Was? WAS??” 
Da ist ein dicker Tippfehler drin!” 
Was? Wie? Wo? Ich hab x-mal Korrektur gelesen!” 
Du hast pantastisch geschrieben!

Gnaa! Ja, Mann, das war Absicht … darum steht es auch zweimal im Text. Damit klar wird, dass es kein Vertipper ist. 

Jetzt muss ich noch einen Feuerkorb und lange Stöcke organisieren, da sich der junge Herr Stockbrotgrillen für seine Pan-Party wünscht. Außerdem wollte ich noch Wetterabhängige Spiele – was mit Wasser – vorbereiten. Am Tag seiner Geburt waren es 36 Grad. Wer weiß, was bis “noch 9 Mal schlafen” noch alles passiert …

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22. April 2014 / Mama Miez

Noch 10 mal schlafen …

Ich hoffe Sie haben Ostern alle gut überstanden. Außer Überzuckerung der Kinder nach dem Uromabesuch, gepaart mit Papa zum Bahnhof fahren und dementsprechend großen Herzschmerz, kann ich keine Turbolenzen vermelden. Feiertage halt. Rumschlumpfen. Spielplatz. Laufradtour. Alles ganz entspannt und ohne großes Programm. 

Sie sehen, ich hätte Ihnen ohnehin nicht zu berichten gewusst.

Neue Woche. Neues Glück. Der Geburtstag des Quietschbeus nähert sich mit großen Schritten. Noch 10 mal schlafen, erklärte der Quietschbeu mir heute morgen. Das sind also noch ca. 8 Mal schlafen, bis ich mich endlich für einen Geburtstagskuchen entschieden haben muss. Das obligatorische Piratenschiff schließe ich aus. Das gefällt mir persönlich nicht. Dann wäre da ein Nimmerlandkuchen, den man ja auf ein Backblech gestalten könnte. Oder ein Peter Pan-Kopf. Oder eine Vollmondnacht mit einem fliegenden Peter Pan Schatten. Oder oder oder …

Dazu wünscht sich der Quietschbeu Muffins. Es soll Piratenschiff-Muffins und Peter Pan-Muffins geben. Das ist relativ simpel umzusetzen.

Für das Kindergartenfrühstück wünscht sich der Quietschbeu Brotdosen. Also eine für jedes Kind. Dafür habe ich soweit alles parat. Nur der Inhalt muss noch irgendwie geplant werden. Nicht jedes Kind mag Wurst, Käse, Trallala. Ich könnte nun die Hälfte mit Wurstbroten, die andere mit Käsebroten füllen. Aber auch das stimmt mich nicht wirklich zufrieden. Ich habe daher ans Frischkäse- und Putenbrust-Wraps gedacht. Die sind so oder so mal was anderes.  Vielleicht mache ich auch noch ne große Obst- und Rohkostplatte dazu. In die Dosen könnten dann noch ein Paar kleine Brezelchen, Trauben-Käsewürfel-Spieße, Kirschtomaten und eine kleine Süßigkeit wie z.B. Piratenschiff-Kekse packen.  Hach, nun ja, da muss ich noch mal tief in mich gehen. Und vielleicht mal ne Probedose packen um zu gucken, was Mengentechnisch überhaupt rein geht.

Da ich alles an einem Dienstagmorgen frisch zu-/vorbereiten muss, muss ich das auch organisatorisch irgendwie stemmen können. Der Miezmann wird da ja in Hannover weilen.

Ach ja, ich freu mich schon sehr. Die von mir gestalteten Einladungen und Aufkleber kamen letzte Woche an und sehen tatsächlich noch besser aus, als ich gehofft hatte. Die Einladungen an die Familie sind auch heute in die post gewandert (ja, ich steh auf so Oldschool-Zeug). Nun muss ich noch ein bisschen rumprobiere, ob man Fondant mit normalen Stempeln bearbeiten kann. Oder kann mir jemand von Ihnen verraten, wo ich verdammt nochmal einen Keksausstecher in Form einer feder herbekomme? Tante Googel will mir nicht helfen!

Außerdem muss ich noch Mini-Peter Pan Hüte mit Mini-Federn für die kleinen Kork-Peter Pans basteln, die als Deko herhalten sollen. Weil … Motivstanzer “Feder” gibt’s auch nicht. Gnaaaaa!

Sie sehen mich also höchst beschäftigt. Mal wieder. Yay!

Sie dürfen mir jetzt ruhig den Vogel zeigen und mich mal wieder als Helikoptermutti bezeichnen. Ist mir wumpe, weil … ich mach das gerne! Und freiwillig! Der Quietschbeu freut sich schon ganz besonders auf seine Geburtstagsfeier im Kindergarten. Da spricht er das ganze Jahr immer wieder von. Und ja, da ermögliche ich ihm gerne jeden Wunsch, sofern mir möglich.

Nachtrag, weil Ihr mir so viele Linkstipps zu den gesuchten Artikel gebt:
Ich möchte keine Silikonform für eine Feder, sondern einen normalen Ausstecher. Shops in den USA oder anderem Ausland nützen mir leider auch nichts, weil die Lieferzeit zu lang ist. Möglicherweise habe ich aber gerade eben einen Blatt-Cutter gefunden, der ungefähr hin käme. Mal sehen, ob lieferbar. Danke!

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17. April 2014 / Mama Miez

Geschichten vom Esstisch

Drüben schreibt die BerlinMitteMom über das Essverhalten von Kinder. Ich kann den Artikel so unterschreiben und nehme ihn mal zum Anlass, etwas über das Essverhalten meiner Kinder – vorrangig vom Quietschbeu und dem Löwenamul – zu erzählen.

Am Anfang, mit ein bzw. auch noch zwei Kindern, unterlag ich mal dem Irrglauben, Essverhalten würden sich die Kinder bei den Eltern abschauen. Ich breche mal stellvertreten für Sie alle in schallendes Gelächter aus. Zwar kann ich mit meinen drei Kindern keine empirischen Studien betreiben, aber ich kann zumindest ein Fazit ziehen: Menschen essen, wie sie essen, was sie essen, wenn sie essen.

Der Quietschbeu war ein typisches Breikind, bei dem ich es nicht erwarten konnte, ihm den ersten Löffel in den Mund zu schieben. So aß er ab dem 5 Monat Breie. Alles was Onkel Hipp hergab. Ja, ich war Hipp-Fan. (Brauchen Sie sich nicht mehr drüber echauffieren, is’ ja nun schon fast 5 Jahre her, ne?) Jedenfalls war er ein äußerst propperes Kerlchen, das gerne und viel aß. Er war auch nicht mäkelig und löffelte Gemüse, Fleisch und Fischbreie(!) mit Genuss. Etwa zu seinem ersten Geburtstag hörte ich mit der Breifütterei auf und ließ ihn unsere warmen Mahlzeiten mitessen. Auch hier war er nicht mäkelig. 

Später aß er sehr gerne stark gewürzte Dinge. Besondern salzig liebt er bis heute sehr. Tomaten, Eier, Gurken … alles was man mit Salz betreuen kann, betreut er mit Salz. Ich fragte den Kinderarzt mal, ob das bedenklich wäre. Immerhin sei zu viel Salz ja nicht gerade gesund. Und der gute Mann gab mir den wertvollen Hinweis: “Wenn der Körper genug Salz hat, dann verliert man den Appetit darauf. Und Kinder haben dafür ein noch sehr viel feineres Gespür, als wir Erwachsene.” Ich resümierte daraus, dass der Quietschbeu einen recht hohen Salzbedarf hat. Was auch kein Wunder ist, trinkt er doch täglich locker 1,5 Liter Wasser. Er ist im Kindergarten auch das einzige Kind, dessen Glas sie gar nicht mehr wegräumen, weil er eh ständig Durst hat und trinken will. Stilles Wasser, bitte. Ohne Blubber.

Der Quietschbeu aß sehr früh selber mit Löffel und Gabel. Mit ca. 20 Monaten gab ich ihm ein Kindermesser in die Hand. Von da an schmierte er sich seine Brote (anfänglich mit Hilfe) selber und nahm das Messer auch bei warmen Speisen ganz normal zur Hilfe. Zudem kleckert er so gut wie nie, sein Teller ist immer der sauberste und sein Platz sowieso.

Er ist nicht pingelig beim Probieren neuer Speisen. Was mich schon ein wenig irritiert, da er sonst ja eher der “kenn ich nicht, mag ich nicht“-Typ ist. Er isst gerne scharf, sauer und salzig. Und er genießt den Geschmack von Speisen, bennent diesen oder versucht ihn zu umschreiben. Der Geschmackssinn ist seine geheime Superkraft.

Und dann kam das Löwenmaul, dem ich nicht einmal einen Löffel Brei in den Mund schob, sondern ihm beim ersten Interesse dampfgegartes Obst und Gemüse in die Hand drückte. Herr Löwenmaul liebte das Matschen und Spielen mit Essen von Anfang an. Ebenso war er von Anfang an sehr wählerisch, was sein Essen anging. Es durfte nichts zu intensiv schmecken. In egal welche Geschmacksrichtung. So mag er bis heute zum Beispiel auch keinen Honig oder gar Rübenkraut, weil ihm das zu süß ist. Dem Löwenmaul war ein Löffel oder eine Gabel nur sehr sehr schwer nahezubringen. Meist hielt er Gabel oder Löffel in der einen Hand und aß mit der anderen. Er war auch nie ein guter Esser. Bis heute ist seine Brotdose die am Morgen die am wenigstens bestückte und die vollste am Nachmittag. Dass er sich beim Essen nach nimmt kommt so gut wie nie vor. Und das einzige, bei was er nicht rummeckert, sind trockene Nudeln. Immerhin gekocht. Man redet da ja gerne von der “nur Nudeln”-Phase, die der Quietschbeu auch ein paar Wochen lag hatte. Beim Löwenmaul dauerte die Phase bereits 2 Jahre an und kein Ende in Sicht. Oft will er irgendwas Essen. Zum Beispiel eine Banane oder einen Joghurt. Ich kann ihnen in 95% der Fälle im Voraus sagen, dass er das nicht aufessen wird. Egal mit wie viel Nachdruck er mir vorher beschwört, er würde das auf jeden Fall aufessen. Das macht mir kirre. Aber inzwischen haben wir im Meedchen einen dankbaren Resteverwerter gefunden. Also ist es eben so. 

Auch isst das Löwenmaul bis heute eine richtige Sau am Tisch. Er muss alles, wirklich alles, zerpuhlen, abknibbeln, aussortieren und dann in alle vier Himmelsrichtungen auf seinem Teller – und darüber hinaus – verteilen. Er benutzt bis heute kein Messer, auch wenn immer eins neben seinem Teller liegt. Er schmiert sich höchst selten sein Brot selber. Entweder er lässt das den Quietschbeu machen oder stellt sich so lange so ungeschickt an, bis das Brot dreimal mit der Belagseite nach unten auf den Fliesen gelegen hat. Dann übernehmen wir das doch wieder. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das durchaus Masche ist. Er ist nämlich feinmotorisch sehr fit und kann problemlos schrauben, wischen, zeigen, aufnehmen, etc. Auch solche akrobatischen Fingerkunststücke (“Guck mal, Mama! GUCK MAL!!! Was ich kann! Kannst Du das auch? Guck mal!!!”) sind gar kein Problem.

Wenn das Löwenmaul keinen Hunger mehr hat, was nach ca. 5 Minuten und drei halbvollen Gabeln der Fall ist, beginnt er sein Essen in seine Moleküle zu zerlegen. Vielleicht sollte ich ihn mit einer Pinzette essen lassen. Da hätte er vermutlich seine helle Freude dran.

Über seine Kleidung sollten wir gar nicht erst reden. Könnte ich dem Quietschbeu ein und dasselbe Shirt ungelogen 5 Tage die Wochen anziehen, so müsste ich das Löwenmaul 3 Mal am Tag umziehen. Darum trifft man uns auch öfters mal mit völlig vermatschtem Shirt an. Ich habe es mir nämlich abgewöhnt immer Wechselkleidung in der Tasche mit mir zu führen.

Neue Speisen isst das Löwenmäulchen so gut wie gar nicht. Ledawoschtbrot bis zum Exitus. Und trockene Nudeln. Dieses Jahr hat er beschlossen, keine Erdbeeren mehr zu mögen. Und keine Trauben. Kartoffeln hat er noch nie gemocht. Ebensowenig wie Möhren. Und er isst auch keine Produkte aus Kartoffeln. Also weder Reibekuchen noch Knödel oder gar Pommes. 

Während der Quietschbeu sich stundenlang durch ein Buffet fressen kann, steht das Löwenmaul Unterlippevorschiebend davor und “mag das alles nich!“.

Löwenmaul

Das Meedchen ist eine Mischung aus dem Essverhalten beider Jungs. Sie isst mir Gabel und Messer – oder Löffel -, schmiert sich bereits Brote selber und hat nach dem Essen meist saubere Kleidung. Sie besteht aber weiterhin nachdrücklich auf das Tragen eins Lätzchens. Immer. Sie mag so gut wie alles. Auch gerne sehr salzig, wie der Quietschbeu. Wenn sie etwas nicht mag – oder nicht mehr will – muss das sofort von ihrem Teller runter. SOFORT. Mit “an den Rand legen” kommt man ihr am besten gar nicht erst. Da wird sie zur Furie. So stehen inzwischen oft zwei Teller vom Meedchen. Einer zum Essen und einer zum Aussortieren. Sei’s drum.

Wenn ich etwas in den letzten 5 Jahren gelernt habe, dann, dass man auf das Essverhalten seiner Kinder so gut wie gar keinen Einfluss hat. So halten wir uns an die guten alten Tischmanieren, wie das Kauen mit geschlossenem Mund, gerade sitzen, nicht rumhampeln oder singen und die Hände auf den Tisch, nicht darunter, legen. Der Rest – so muss ich ehrlich und offen gestehen – ist wie er ist. Sonst käme ich selber nämlich gar nicht mehr zum Essen und meine Kinder haben noch nichts fabriziert, was man anschließend nicht wieder aufputzen kann.

Außerdem folge ich dem Leitsatz: es ist noch kein Kind am gedeckten Tisch verhungert!

Wenn das Löwenmaul wenig bis gar nix isst, dann ist das so. Es gibt auch immer wieder mal Phasen, in denen er richtig reinhaut. Man muss auch ganz klar mal sehen, dass er mit seiner recht kurzen Statur und seinem eher gemütlichen Wesen vermutlich nicht den Energiebedarf hat, wie sein großer Bruder, der erstens hoch gewachsen und zweitens ständig in Bewegung ist. Kinder sind wie sie sind und essen wie sie essen.

Mir als Mutter bleibt die Aufgabe und Pflicht, mich um gesundes und ausgewogenes Essen zu bemühen. Also stelle ich mehrmals täglich Teller mit Obst und Rohkost zur freien Bedienung auf den Tisch. Und wenn das Löwenmaul nun seit Wochen immer nur 3 Apfelspalten nimmt und dann zufrieden ist, dann wird das wohl reichen.

Nein, meine Kinder müssen nicht aufessen, wenn sie satt sind. Ich verwehre ihnen auch nicht den Nachtisch, wenn sie nicht aufessen, sondern passe die Menge der gegessenen Portion an. Ich denke, sie entwickeln so ein gesundes und natürliches Gefühl für Hunger und Sättigung. Und das ist in Hinblick auf steigende Adipositas-Zahlen sicher nicht das Dümmste.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das alles noch beim Meedchen entwickeln wird. Ich denke in einem Jahr wird ein guter Zeitpunkt sein, um darüber noch mal zu resümieren. Erinnern Sie mich ruhig dran.

In diesem Sinne: Mahlzeit!

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17. April 2014 / Mama Miez

Quietschbeumund 4

QuietschbeuDer Quietschbeu im Dialog mit seiner Lieblings-Erzieherin:
“Die Mama hat mich heute gefragt, ob ich auch in einem anderen Land leben will.”
“In welchem Land denn?”
“In den USA. Oder Afghanistan.”
“Na, dann lieben in den USA. In Afghanistan ist ja überall Wüste und soviel Sand.”
“Dann nehmen wir eben ganz viel Sandspielzeug mit.”

***

Der Quietschbeu steht morgens mit seinem Kuschelkissen in der einen und seinem Stoffkrokodil in der anderen im Flur und wartet darauf, dass wir Abmarschbereit sind. Plötzlich drückt er mir das Kissen auf den Bauch:
“Das … das ist die Gebärmutter.”
“Äh?”
“Und das Krokodil ist das Baby!” Er drückt mir das Krokodil ebenfalls auf den Bauch. “Das Baby ist in der Gebärmutter und die ist in Deinem Bauch!”
“Äh. Nein. Also da ist kein Baby in meiner Gebärmutter!”
“Kann der Papa Dir da noch eins rein machen? Biiiiitteeeee!”

***

Gestern im Auto, auf dem Heimweg vom Kindergarten:
“Wenn die Paulina und ich heiraten, dann bekommen wir auch drei Kinder!”
“Wieso drei?”
“Das ist so. Und wenn zwei Männer sich heiraten, dann können die keine Kinder kriegen.”
“Das stimmt. Sie können die nicht selber bekommen. Aber sie können zum Beispiel ein Kind adoptieren.”
“Ja. Und wenn zwei Frauen heiraten, dann kriegen die sechs  Kinder.”
“Wieso sechs?”
“Na, die haben dann ja zwei Gebärmütter!”

 

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16. April 2014 / Mama Miez

Im Interview zum Thema “Soldatenfamilie”

Über manche Sachen lässt es sich nur sehr schwer selber schreiben. Darum dürfen Sie mich heute bei Frau Mutter im Interview lesen, in dem ich erzähle, wie das so ist, als Soldatenfrau und Soldatenfamilie. Vielen Dank an Nina von “Frau Mutter” für die Möglichkeit über das Thema zu sprechen und für die wirklich guten Fragen.

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“Ich hatte oft mit Vorurteilen zu kämpfen”. Pia über ihr Familienleben an der Seite eines Soldaten »

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16. April 2014 / Mama Miez

Party Vorwehen

Lego Batman WeckerIn 2 Wochen und 2 Tagen wird der Quietschbeu 5. Wir freuen uns beide schon sehr darauf. Die Planungen für seine Peter Pan-Party schreiten langsam aber stetig voran und gestern Nacht konnte ich mit dem Miezmann via WhatsApp dann auch endlich mal die Geschenke final auswählen. Er wird von uns eine Playmobil Rettungsstation bekommen, die er sich so sehr wünscht. Von der Familie gibt’s diesen obermegahammercoolen  Wecker und endlich ein Paar neue Crocs. Das war’s. Na ja, gut, und eben noch die Party. 

Auf den Kindergeburtstag freu ich mich sehr. Inklusive innerer Unruhe und Angst vor 7 Kindern zwischen 3 und 6 Jahren. Olé!

Was mir hingegen jetzt schon wieder schlaflose Nächte beschert ist die Familienfeier. Eigentlich weiß ich genau, dass es dem Quietschbeu zuviel wird, wenn so viele Menschen kommen werden und er nicht mehr Herr der Lage ist. Auf der anderen Seite will er natürlich unbedingt seine Tante Mimi und dem Opa sehen. Ich könnte nun also die Familie meines Bruders einfach nicht einladen. Wenn die das dann aber mitbekommen, ist wieder Stunk angesagt. Verständlich irgendwie. Ich wäre vermutlich auch beleidigt, wenn alle außer uns eingeladen werden würden. Aber nach der letzten Familienfeier vergangenen Sonntag quält mich die Vorstellung, den Quietschbeu wieder diesem Lärm- und Unruhepegel auszusetzen, enorm. Es ist sein Geburtstag. Ich möchte nicht, dass irgendwas aus dem Ruder läuft und er zum Schluss der Leidtragende ist. Ich weiß auch, dass er mit der Familie meiner Schwester keine Probleme haben würde. Wir sehen uns alle sehr regelmäßig und sind uns alle sehr vertraut miteinander. Die Familie meines Bruders sehen wir eigentlich nur zu irgendwelchen Anlässen wie Geburtstagen oder Weihnachten. Der Quietschbeu mag seine Cousinen (6 und 4) aber dennoch sehr gerne.

Ich habe mir daher überlegt, ob wir nicht einfach einen Geburtstagsbrunch machen. Dann sind die Kinder alle noch fit, ausgeschlafen und belastbarer, wir frühstücken nett miteinander, vielleicht können sie dann im Garten spielen und gegen 13/14 Uhr können alle wieder nach Hause gehen. Ja, eigentlich gefällt mir die Idee sehr gut.

Gut, dann hab ich heute hier mal laut gedacht. Hilft ja manchmal auch. Danke für’s  … äh … lesen.

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14. April 2014 / Mama Miez

Eine pantastische Begebenheit

Letzte Woche klagte der Quietschbeu abends, als er schon im Bett saß, über ein schmerzendes Auge. Ich untersuchte kurz sein Auge und fand eine kleine Wimper, die sich im Auge versteckt hatte. Nachdem ich sie vorsichtig heraus gewischt hatte, hielt ich ihm die Wimper auf der Kuppe meines Zeigefingers unter die Nase. Er sah mich verständnislos an und ich musste schmunzeln. Klar. Woher sollte er auch wissen, was ich von ihm wollte.

“Wenn man eine Wimper verliert und die weg pustet, darf man sich etwas wünschen. Das geht dann irgendwann in Erfüllung.”

Er holte tief Luft und pustete. Die Wimper verschwand von meinem Finger und der Mund des Quietschbeus ging auf.

“Nein, pscht, nicht sagen was Du Dir gewünscht hast. Das musst Du ganz für Dich behalten, bis der Wunsch in Erfüllung gegangen ist.”
“Und wie lange dauert das?”
“Das kann mal lange dauern und mal geht das ganz schnell.”
“Hm.”
“Aber Du musst es wirklich für Dich behalten, sonst geht der Wunsch nicht in Erfüllung.”

Er schwieg und erzählte am folgenden Tag im Kindergarten seiner Erzieherin von der weg gepusteten Wimper.

“Ich hab dem lieben Gott meinen Wunsch erzählt. Der erfüllt dann meinen Wunsch. Manchmal geht das schnell. Manchmal nicht”, hat er gesagt. Ich musste grinsen, als ich das hörte. Wir hatten in diesem Zusammenhang gar nicht über den lieben Gott gesprochen. Das hat er sich wohl selber zusammen gereimt. 

An diesem Abend bestellte ich ein paar Deko-Artikel für die Peter Pan-Party zum Quietschbeu-Geburtstag und fragte mich unweigerlich immer wieder, was er  sich wohl gewünscht hat. Etwas zum Spielen? Einen schönen Geburtstag? Dass der Papa öfters zu Hause ist? Alles war möglich. Und es machte mich schon so ein bisschen ungeduldig, dass ich erst wissen würde, was er sich gewünscht hat, wenn es in Erfüllung geht. Sie können jetzt ruhig mit den Augen rollen. Ich glaube da wirklich dran. Bisher ging jeder meiner Wünsche in Erfüllung. Mal wartete ich wenige Tage. Manchmal sogar Jahre. Aber bisher war da irgendwann immer dieses “Ohhhh!”-Erlebnis.

Gestern Vormittag lag der Quietschbeu im Wohnzimmer auf der Erde. Ich saß neben ihm. 

“Du, Mama?”, flüsterte er. “Wann ist mein Wunsch denn erfüllt?”
“Dann, wenn Du bekommen hast, was Du Dir gewünscht hast.”
“Hmmm.”
“Wieso?”

Er senkte den Blick, sah mich mit beschwörendem Blick an und flüsterte: “Ich hab mir den Peter Pan aber nicht erst zum Geburtstag gewünscht …”

Ich musste kurz grübeln, um zu verstehen was er meinte. An dem Abend, als er die Wimper weg gepustet hatte, habe ich im Zuge der Party-Bestellungen eine Peter Pan-Figur bestellt. Diese soll als Deko z.B. des Kuchens dienen und danach natürlich als Spielfigur für den Quietschbeu. Davon hat der Quietschbeu definitiv nichts gewusst. Mir erklärte das natürlich nun auch, wieso er so ausgeflippt ist, als er den Pan zwei Tage später auf der Fensterbank stehen sah. Als ich seine Euphorie bremste und erklärte, der sei erst für den Geburtstag, war er todtraurig davon gestapft. 

“Du meinst die Peter Pan Figur für Deinen Kuchen?”
“Nein. Zum Spielen!”
“Ja, wenn der Peter Pan deinen Kuchen dekoriert hat, darfst Du ihn natürlich zum Spielen haben!”
“Auch wenn ich jetzt schon verraten habe, was ich mir gewünscht hab?”
“Ja, natürlich.”
“Dann ist mein Wunsch ja schon in Erfüllung gegangen!”
“Ja!” 

20140414_pantastisch

Da bestelle ich ausgerechnet an dem Abend, an dem der Quietschbeu seine erste Wimpern-Wunsch-Bestellung aufgegeben hat, genau das, was er sich gewünscht hat. Ohne dass wir vorher drüber sprachen oder ich ihm gezeigt hätte, dass es den Pan überhaupt als Spielfigur gibt. Das ist schon so ein kleines bisschen “Uhhhhhh!”, wenn Sie mich fragen. Ein fantastischer Zufall? Eher eine pantastische Begebenheit! Unbedingt festhalten. Im Herz. Für später.

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13. April 2014 / Mama Miez

Von Zerrissenheit und Überforderung

Ich weiß nicht recht, wie ich anfangen soll, was ich Ihnen heute berichten möchte. Der Quietschbeu hat es im letzten Jahr wirklich beeindruckend geschafft, sich zu regulieren, sein Innenleben zu formulieren und sich seine eigenen Umweltfilter zu schaffen. Das war ein hartes Stück arbeit. Für ihn. Für mich. Für uns als Familie. Ich habe im letzten Jahr Nerven wie Drahtseile entwickelt. Es gab sehr schwierige Phasen, in denen er sehr übersteuert war und ihn die kleinste Kleinigkeit völlig aus der Bahn werfen konnte. Dies dann mit zwei weiteren Kleinkindern um die Beine aufzufangen, war nicht immer leicht. Aber ich habe mich nicht beschwert, konnte ich seine Zerrissenheit doch nachvollziehen und verstehen. Was aber bleibt ist die Überforderung in nicht alltäglichen Situationen mit vielen Menschen. 

Im Kindergarten ist das eigentlich kein Problem mehr. Er kennt den Tagesablauf, die Kinder, die Erzieher. Wenn es mal zu größeren Veränderungen in seinem Alltag kommt, wie z.B. nach dem Abflug seines Papas oder auch nach der Rückkehr, äußert sich dies in körperlicher Unruhe. Er zappelt dann viel, kann nicht still sitzen und rotiert permanent ohne Ruhe. Das ist in erster Linie für alle Erwachsenen sehr anstregend. Kinder können das besser kompensieren. Leider kommt es dann auch mal dazu, dass er jemandem unbeabsichtigt weh tut, weil er z.B. mit seinen Armen unkontrolliert herum rudert. In der Regel dauert diese Anpassungsphase aber nur einen Tag. Dann ist er wieder der Alte. 

Und dann gibt es eben die Ausnahmesituationen, wie zum Beispiel Familienfeiern. Viele Erwachsene, viele Kinder, Lautstärke, Trubel, Unruhe. Dann ist er kaum einzufangen, unheimlich hibbelig und zappelig und noch dazu – das ist das Schwierigste für mich – unüberlegt. So wirft er dann in einem vollen Wohnzimmer einfach mal eine Frisbee. Wenn man ihn dann fragt, was alles passieren könnte, sagt er “Oh!” und erst dann fallen im all die Dinge ein, die eben gegen das Werfen einer Frisbee in einem knüppelvollen Wohnzimmer sprechen. In einer normalen Situation wäre ihm das vorher in den Sinn gekommen. 

Heute waren wir auf einer Familienfeier. Man merkte schnell, wie unruhig und übersteuert er war. Er saß beim Essen nicht eine Sekunde still, reagierte auf Sprache gar nicht oder nur sehr verzögert und brach schnell in Tränen aus, wenn was nicht so lief, wie er das wollte. Das ganze gipfelte dann darin, dass er mit dem Löwenmaul gemeinsam am Esstisch saß, beide ein Eis aßen und herumalberten. Plötzlich, ganz unvermittelt, wendelte er sich dem Löwenmaul zu, grinste und spuckte ihn an.

Ja, ich bin nicht stolz drauf, aber da bin ich ziemlich aus der Hose gesprungen. Spucken geht für mich gar nicht. Das ist die allerunterste Grenze von Lustig. Erst Recht am Tisch mit vollem Mund. Ich hob ihn also vom Stuhl, verschwand mit ihm um die Ecke und sagte ihm sehr direkt und bestimmt, was ich davon halten würde und dass ich das nie wieder sehen wollen würde. Sein Blick war eine Mischung aus Entsetzen, Angst und Scham.

Es ist ein Dilemma. Sind wir unter uns habe ich mehr Nerven und ein dickeres Fell. Sind wir unter uns ist der Quietschbeu viel ruhiger, überlegter und ausgeglichener. Ausnahmesituationen unter viele Menschen kratzen an unser beider hochsensiblen Empfindung. Wir sind beide überreizt, unruhig und dünnhäutig.

Ich sorge mich ständig unangenehm aufzufallen, dass meine Kinder stören könnten oder sie als “unerzogen” angesehen werden. Objektiv betrachtet ist mir das bewusst und an sich auch egal. Subjektiv betrachtet kann ich nicht aus meiner Haut.  

Nach dem heutigen Zusammenprall mit dem Quietschbeu zog ich mir einen Moment zurück, um nicht in Tränen auszubrechen. Mein Vater kam mir nach, fragte, ob er mich trösten dürfe. Er sagte, dass ich mir keine Sorgen machen sollte. Jungs in dem Alter wären so, das wäre nicht Verhaltensauffällig und würde sich verwachsen. Ich musste schmunzeln, auch wenn es mir in dem Moment nicht wirklich half. “Wir haben früher direkt einen Schlag an den Hinterkopf bekommen. Ohne Erklärung Warum oder Wieso. Und wenn man nachgefragt hat, gab’s direkt noch eine. Mach Dir keine Sorgen. Er ist doch erst 5.

Ja, da hat er recht. Er ist erst 5. Aber noch dieses Jahr wird er ein Vorschulkind . Nächstes Jahr ein Schulkind. Und ich frage mich immer wieder, ob er wirklich schon bereit ist, diesen Schritt zu gehen. Ob er schnell genug die Kurve bekommt, wenn diese völlig neue Situation auf ihn einprasselt? Wird er auffällig sein? Anecken? Wie kann ich ihm dann helfen?

Man sollte nicht zuweit in die Zukunft blicken und im Hier und Jetzt leben. Jetzt kann ich für ihn da sein, ihn auffangen und versuchen mit ihm gemeinsam Mittel und Wege zu finden, um sich besser selber zu regulieren. 

Heute verließen wir kurz nach diesem Knall die Feier. Das war für ihn und mich wichtig. Raus aus dieser Situation. Ich wollte im Auto erstmal unser beider Lieblingslied durch die Boxen jagen und den Kopf freipusten. Doch im CD Play war eine uralte CD, die wohl der Miezmann irgendwann am Wochenende ohne mein Wissen eingelegt haben musste. Und so flog mir dann statt Radioactiv von den Imagine Dragons die Münchner Freiheit mit Ohne Dich um die Ohren. Na super. Schleusen auf und erstmal voll laut losheulen. 

Als das Lied zu Ende war flüsterte der Quietschbeu von der Rückbank: “Mama, das ist voll schön. Machts Du das nochmal?

Wir hörten dann 30 Minuten lang Ohne Dich und sangen lauthals mit. Als wir zuhause ankamen waren wir beide wieder völlig geerdet und entspannt. 

Ich wünsche mir einen stinknormalen Familienalltag zurück. Einen, in dem ich mal Freiraum habe um Sport zu treiben, Wellness zu betreiben, allein für mich zu sein. Ich denke, dann wäre ich auch dem Quietschbeu besser gewachsen, ein ruhigerer Hafen und meine eigenen Filter würden wieder besser und stabiler funktionieren. Nach der Rückkehr des Miezmannes hatte ich einen fiesen Durchhänger. Das ganze vergangene halbe Jahr stürzte quasi über mir zusammen und hängt mir nun doch noch sehr nach. Körperlich. Seelisch. Und wieso sollte es meinen großen Sohn anders gehen?

Und ich vermisse meinen Mann. Schon wieder. Immer wieder.

Ohne Dich schlaf’ ich heut Nacht nicht ein
Ohne Dich geh ich heut Nacht nicht heim.
Ohne Dich komm ich heut nicht zur Ruh’.
Das was ich will, bist Du!

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12. April 2014 / Mama Miez

Meilenstein: Das erste Mal im Kino

Heute waren die Jungs das allererste Mal im Kino. Ich war wirklich sehr gespannt, wie sich es finden und sich verhalten würden. Da so ein großer dunkler Kinosaal ja schon beängstigend sein kann, wählten wir das kleines 50er Jahre-Kino “Berli Theater” in meiner alten Heimatstadt aus, in das ich schon als Kind gegangen bin. Wir hatten die Wahl zwischen Plätzen auf dem Rang oder in der Loge. Da sich unsere Jungs zum Film gucken gerne gemütlich hinlümmeln, lieber noch mit uns kuscheln, wählten wir 4 Logenplätze, da die Sitze in der Loge riesig sind, man sich anlehnen oder hinhocken kann. Bei einer Laufzeit von 100 Minuten muss man ja schon mal die Position wechseln können. Erst recht, wenn man so langes stillsitzen erstmal nicht gewohnt ist.

Als wir im Kino ankamen erwartete uns die gewohnt familiäre Atmosphäre, die ich am Berli so sehr schätze. Die Dame am Kartenverkauf fragte noch mal nach, ob wir mit den Jungs wirklich Logenplätze wollten. Es könne gut sein, dass die da gar nicht sehen könnten, weil die Sessel so riesig sind. Ich war angenehm verwundert, immerhin kosten die Logenplätze deutlich mehr, als ein Platz am Rang. Wir wurden kurzerhand in den Kinosaal gebeten, um einmal zur Probe zu sitzen. Am liebsten wären die Jungs gleich sitzen geblieben. Das Löwenmaul verschwand richtig in dem Sessel, konnte aber definitiv die Leinwand noch komplett sehen. Wir entschieden uns also für die Loge.

Dann kauften wir noch einen Becher Popcorn, 2 Capri-Sonnen, eine Tüte Gummibärchen, eine Cola und eine Fassbrause für insgesamt 9,50 Euro. Da bekommt man in einem Kino-Komplex gerade mal nen Popcorn und ne Cola für. Wenn überhaupt.

Vor dem Eingang zum Kinosaal war ein großer Schrank mit bestimmt 50 Sitzkissen und man riet uns, für die Jungs ruhig ein paar mitzunehmen, damit sie ein wenig höher sitzen können. So saß der Quietschbeu schließlich auf 3 Kissen und das Löwenmaul sogar auf 5. Theoretisch. Denn als das Licht ausging wollte er bitte gerne auf meinen Schoss. Der Quietschbeu hatte die Schuhe ausgezogen und sich mit seinen Kuscheltieren, die unbedingt mitmussten, in den Sitz gelümmelt. Ich tat es ihm gleich und zog ebenfalls meine Schuhe aus, setzt mich im Schneidersitz in den riesen Sessel und nahm das Löwenmaul auf den Schoss.

Nach der kurzen Werbung für bald startende Filme ging das Licht noch einmal an und der Besitzer des Kinos kam mit einem Bauchladen rum und verkaufte Eis. Das Löwenmaul nahm ein Ed von Schleck, der Quietschbeu Eiskonfekt. Der Film konnte starten.

Kino-Jungs

Weder der Miezmann noch ich haben erwartet, dass die Jungs wirklich 100 Minuten lang so ruhig und konzentriert sein würden. Ich musste das Löwenmaul immer wieder flüsternd an sein Eis erinnern, das er in seiner Hand vergaß. Irgendwann nach der Hälfte des Films wurde er etwas unruhig und ich fragte, ob er mal Pipi müsse. Er nickte und rannte mit dem Papa schnell auf die Toilette. Gefühlte 10 Sekunden später kam er wieder herein gerannt und sprang auf meinen Schoss. “Wo ist der Papa?” – “Der macht auch Pipi!” winkte er ab und konzentrierte sich wieder auf den Film. Wie der Miezmann später erzählte, ist er ihm einfach abgehauen, so ungeduldig und in Sorge war er, er könne etwas verpassen.

LEGO the MovieGesehen haben wir übrigensLEGO – the Movie. Der Quietschbeu hatte im Vorfeld mal den Trailer gesehen und ist bei der Einblendung des LEGO-Batmans völlig ausgeflippt. Da fiel die Wahl nicht schwer. Der Film an sich war toll. Humor für Erwachsene und Kinder, starke Bilder und eine gut nachvollziehbare Geschichte. Mit ein bisschen Kniepern zum Schluss hin und einem mega Lacher als Abschluss. Die Jungs werden jedenfalls jede Menge Eindrücke zu verarbeiten haben. Der Film war laut und temporeich. Was mir am besten gefiel kann ich hier nicht schreiben. Wäre vermutlich so ein klassischer Spoiler. Aber es war ein guter Film für einen allerersten Kinobesuch. Was aber auch nicht unerwähnt bleiben soll: der Film ist eine 100 minütige Werbesendung für LEGO, deren Welten, Charakteren, Fahrzeuge, Vielfältigkeit, pipapo. Werden bestimmte Welten oder Produkte eingeblendet, gibt’s die Artikelnummer direkt dazu. Allerdings ist das wirklich nett gelöst und wirkt nicht wirklich aufdringlich. Es geht ja auch thematisch um die LEGO-Welten, bzw. um das starre Bauen der verschiedenen LEGO-Produkte nach Anleitung versus das freie kreative Bauen freischnauze. So ein bisschen erinnerte der Film an Matrix. Das war jedenfalls meine subjektive Wahrnehmung.

Die Jungs jedenfalls fanden ihren ersten Kinobesuch großartig, waren danach aber fürchterlich erschöpft und müde. Sooo viele Eindrücke! 

Ein gelungener Meilenstein durch und durch.

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10. April 2014 / Mama Miez

Geschwisterbande

Ich genieße es jeden Tag meine drei Kinder als Geschwister zu erleben. Ihr miteinander, ihr gegeneinander. Ihre Interaktionen auf einer Ebene, die ich nicht nachempfinden kann. Kleine und große Momente, die sie nur sie verbinden und miteinander teilen.

Der Quietschbeu ist ein Kind, das auf Konflikte mit Rückzug und oft auch Tränen reagiert. So ist es oft das Löwenmaul, dass Streit sucht und natürlich auch findet. Es begab sich vor einigen Wochen auf dem Spielplatz, als meine Jungs gemeinsam mit anderen  Kindern auf einem Karussell – aka Kotzschleuder – spielten. Ein weiteres Kind kam dazu und wollte, dass sie sofort anhielten, damit es aufsteigen konnten. Da das natürlich nicht von jetzt auf gleich möglich ist und das Abbremsen einen Moment dauert, reagierte das Mädchen sehr wütend, griff nach der Kapuze des Löwenmauls, das auf dem Geländer des Karussells saß, und zog. Herr Löwenmaul verlor natürlich das Gleichgewicht und stürzte rücklings vom sich drehenden Karussell. Ich sprang sofort auf und zu ihm zu laufen, doch der Quietschbeu war schnell, sprang vom sich immer noch drehenden Karussell rannte auf das Kind zu und schubste es mit Schmackes um. “LASS MEINEN BRUDER IN RUHE!!!” Sein Schrei schallte über den ganzen Spielplatz und alle sahen auf. Ich rief kurz seinen Namen, woraufhin er mich ansah, dann zu seinem Bruder blickte und ihm anschließend wieder auf die Beine half.

Ich kümmerte mich zuerst um das Löwenmaul. Natürlich. Zum Glück war ihm nichts weiter passiert und er ließ sich schnell beruhigen. Dann wandte ich mich dem Quietschbeu zu.

“Wieso hast Du das Mädchen geschubst?”
“Sie hat dem Löwenmaul weh getan!”
“Das stimmt. Aber darum darfst Du ihr doch nicht auch weh tut. Dann bist Du doch genau wie sie.”
“Ich weiß auch nicht wieso ich das gemacht hab. Das ist einfach passiert.”

Ich glaube ihm das. Es sind diese Moment, in denen etwas, was einem sehr tief und fest am Herzen liegt, in Gefahr ist. Psychisch oder Physisch. Es zeigt das, was tief in uns drin ist. Die echte Geschwisterliebe, fern ab von den täglichen Streitigkeiten darüber, wer mehr auf dem Teller hat, wer zuerst die Treppe hochgehen oder die Zähne putzen darf.

Geschwisterliebe ist ein ständiges Konkurieren um große und kleine Dinge. Um Aufmerksamkeit, um Essen, um Spielzeug, um den ersten Platz bei egal war. Konkurrenzkampf gehört zum Leben dazu. Wir messen oder vergleichen uns ständig. Mit Kollegen, Freunden, Familienmitglieder. Und natürlich ganz besonders mit Geschwistern, weil sie dem selben Umfeld entstammen. Und eben dieser gemeinsame Ursprung unserer Herkunft lässt und eine Gemeinschaft sein, an der niemand rütteln kann.

Es ist okay, wenn man den Bruder oder die Schwester zum Weinen bringt. Es ist ganz und gar nicht okay, wenn das ein Außenstehender tut. 

Es ist okay sich den ganzen Tag anzuzicken, zu rangeln, zu streiten. Es ist überhaupt nicht okay, wenn der andere nicht da ist, einem fehlt, weil man nicht teilen kann. Nicht mal die schlechte Laune.

Die Jungs würden dem Meedchen jederzeit, bei egal was, helfend zur Seite stehen, wenn sie darum bittet. Wenn ich sie um etwas bitte werde ich auch mal ignoriert oder angenölt.

Geschwister haben und Sein bedeutet auch, in jeder noch so miserablen Lage nicht allein zu sein. Das Löwenmaul, das sich zum weinenden Bruder ins Bett schleicht, weil ich sein Weinen in der Waschküche nicht gehört habe und ihn beruhigt, dass die Mama gleich ganz bestimmt kommt und er gar nicht traurig sein muss, weil er ist ja da.

Der Quietschbeu, der seiner kleinen Schwester “Der Mond ist aufgegangen” vorsingt, wenn sie im Bett jammert. Nachdem er aus dem gemeinsamen Schlafzimmer ausgezogen war, habe ich ihr die gängigen Kinderlieder aus dem Netz (Tipp: bei real,- kann man die schönsten Kinderlieder inklusive Texten und Noten kostenfrei herunterladen.) geladen. Aber sie will ihren Bruder singen hören, schimpft “Nei!” wenn ich die CD starte und ruft seinen Namen.

Das Meedchen, das ihre Brüder immer trösten muss, sobald einer wegen egal was weint, dabei ihre Köpfe streichelt und “Nei, nei, weine!” sagt.

Sie sind immer irgendwie für einander da. In guten und in schlechten Zeiten.

Geschwister

Ich habe zwei Geschwister. Einen Bruder und eine Schwester. Und meine große Schwester ist der wichtigste Mensch in meinem Leben, neben meiner eigenen kleinen Familie. Und das, obwohl uns 10 Jahre Altersunterschied trennen und ich quasi als Einzelkind aufwuchs. Mir haben meine großen Geschwister schrecklich gefehlt, als sie auszogen. Das ist auch mit ein Grund, warum ich immer einen geringen Altersunterschied für meine Kinder haben wollte. 

Wenn die eigenen Eltern eines Tages nicht mehr sind, wen hat man dann, um gemeinsam zu trauern oder sich gemeinsam an die eigene Kindheit zu erinnern? 

Heute ist Weltgeschwistertag. Wer von Euch mag ebenfalls eine Geschwistergeschichte von seinen Kindern oder gar sich selber erzählen? Ihr dürft dafür das Kommentarfeld weiter unten oder Euer eigenes Blog nutzen. Dann freue ich mich über eine Link-Benachrichtigung.

Sicherlich kann ein Leben ohne Geschwister ebenso erfüllend sein, wie eines mit. Ich möchte da niemandem zu nahe treten. Aber ich habe es immer geliebt Geschwister zu haben und freue mich jeden Tag aufs Neue darüber, dass meine Kinder dieses Geschwisterband haben, pflegen und strapazieren dürfen.

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9. April 2014 / Mama Miez

“Du Blödmann!”

“Du Blödmann!” schallt es über den Kindergartenflur. Ich bin die Mutter, die nicht mal mit der Wimper zuckt, stattdessen das Löwenmaul noch mal bittet, dann jetzt endlich mitzukommen. Ich seh’ genau, dass die eine Mutter erst das Löwenmaul, dann mich mit großen überraschten Augen ansieht. Vermutlich erwartet sie, dass ich eine Ermahnung ausspreche. Ich bin aber auch die Mutter, die es ehrlich gesagt überhaupt nicht schlimm findet, wenn mein Kind seinen Bruder Blödmann nennt. Sofern es das eben in dem Moment so empfindet. Irgendwie muss man seine Gefühle ja verbalisieren und seien wir ganz ehrlich: “Ich finde Dein Verhalten gerade blöd!” klingt zwar sehr höflich und Wortgewandt, drückt aber nicht aus, was mein Kind da gerade empfindet. Er ist sauer, stinksauer , auf seinen Bruder. Beide haben sich hin und her geärgert. Keiner war besser als der andere. Es nörgelte und quengelte schon die ganze Zeit zwischen den Beiden. Da war diese kurze Wutverpuffung nur eine Frage der Zeit.

Ich – persönlich – empfinde Blödmann als ein ziemlich gutes Wort, um seine Wut auf jemanden auszudrücken, ohne ihn tiefgreifend zu verletzen. “Du bist blöd!” wäre jetzt die andere Variante und fragen Sie mich nicht warum, aber DAS würde mich viel mehr stören. Aber vermutlich ist das wieder son ein individuelles Empfindungsding. 

Wirklich – wirklich – überrascht war ich, als das Löwenmaul dem Quietschbeu gestern ein lautes “A’schloch!” entgegen pfefferte. Da war meine sofortige Reaktion ein lautes “Hey!”, dann kurz atmen, sammeln und dem Kind auf Augenhöhe erklären, dass man dieses Wort gar nicht schön findet und er doch lieber weiter Blödmann sagen soll, wenn er sich so über jemanden ärgert. 

A’schloch hat für mich eine ganz andere Qualität als Blödmann. Es ist härter in der Tonalität und somit auch aggressiver in der Ansprache. Blödmann klingt einfach weicher und generell eher harmlos.

Und seien wir ehrlich: Fluchen tun sie alle früher oder später. Sie schnappen im Kindergarten, auf dem Spielplatz und sicher auch mal Zuhause Schimpfworte auf, die sie unreflektiert wiedergeben und ausprobieren. Gänzlich verhindern kann man das nicht. Aber so etwas wie ein Feingefühl vermitteln, was “im Rahmen” ist und was den Gegenüber tief und nachhaltig verletzt, das kann man ihnen schon erklären.

Ich benutze in diesen Fällen gerne das Beispiel vom heruntergefallenen Wasserglas. Nur weil man “Entschuldigung!” sagt, ist es nicht wieder ganz. Man muss sich vorher überlegen, welche Auswirkungen etwas, was man sagt oder tut, haben kann. Und ja, ich glaube fest daran, dass dies auch bereits 4-Jährige können.

“Stell Dir mal vor, zu Dir sagt jemand Arschloch. Wie findest Du das dann?”
“Nicht gut.”
“Und was tust Du dann?”
“Weinen.”
“Möchtest Du, dass der Quietschbeu weint?”
“Nein.”

Gut, vermutlich ist so ein bisschen Empathie von Nöten, um so denken zu können. Aber ich glaube schon, dass die im Regelfall wohl auch vorhanden sein wird. Im Übrigen bin ich auch der Meinung, umso mehr Trara man um ein Schimpfwort bzw. dessen Verwendung macht, umso interessanter wird es für die Kinder dieses auch zu benutzen. Die Jungs dürfen auch “Scheiße!” sagen, wenn ihnen etwas kaputt geht oder sie sich ernsthaft weh getan haben, ohne dass ich sie zurecht weise. Es ist wie ein kleines Ventil, das kurz aufgeschraubt wird, Dampf ablässt und dann wieder geschlossen wird. Mir ist tausendmal lieber, meine Jungs fluchen, als dass die ihre Wut oder Erregung körperlich zum Ausdruck bringen. 

Und das ist der Grund, warum meine Kinder “Du Blödmann!”, aber nicht “Du Arschloch!” sagen dürfen/können/sollen. Ganz subjektiv. Hier bei Miezens.

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8. April 2014 / Mama Miez

Dieser Tag, der Blödmann!

Mein Tag war nicht so gut. Die Grundstimmung war eher mürrisch. Vermutlich, weil die erste Nacht ohne meinen Mann ebenso unruhig und wenig entspannend war, wie die letzten 6 Monate. Wirklich tief und erholsam schlafe ich nur in seiner Gegenwart. Verrückt.

Das Meedchen weinte und schrie den halben Nachmittag, weil es eine wirklich penetrante Fliege auf sie abgesehen hatte und ständig um sie herum flog. Da ich sie aber nicht zusätzlich verängstigen wollte, habe ich mir Fliegenklatschengefuchtel  gespart und sie stattdessen einfach auf den Arm genommen und gekuschelt. Die Jungs verscheuchten die Fliege hingebungsvoll immer und immer wieder, um ihre Schwester zu beschützen. Sehr herzig. Schlimm ist und bleibt es trotzdem. Diese Angst und Panik in ihren Augen setzt mir richtig zu.

Der Quietschbeu bereitete seinen Geschwistern das Abendbrot zu. Ganz alleine. Von Tischdecken über Brote schmieren bis Hände abwischen beim Meedchen. Ich musste nur dekorativ daneben sitzen (und bekam dann auch ein Käsebrot geschmiert *mihi*).

Kurz nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht hatte, heulten dann plötzlich alle Sirenen der umliegenden Dörfer. 10 Minuten später kam dann die Information, dass bei Evonik – 1 Kilometer Luftlinie von unserem Haus – Chlorgas ausgetreten sein, Fenster und Türen geschlossen werden sollen und man sich nicht im Freien aufhalten soll. Später folgten noch Durchsagen durch die Feuerwehr, man solle alle Klima- und Lüftungsanlagen abstellen. Da hätten sie mich mal rotieren sehen sollen. Immerhin habe ich es dann tatsächlich irgendwie geschafft unser Belüftungssystem zu stoppen. Glaube ich.

Inzwischen ist der Gasaustritt aber gestoppt und die Gaswolke  wohl weiter gezogen. Evonik gab auch bereits Entwarnung für unser Dorf. Die Messwerte längen nicht im gefährlichen Bereich. Soviel Adrenalin am Abend.

Nebenan – bei Facebook – habe ich übrigens mal wieder ein Gewinnspiel gestartet.

Und wenn ich ganz viel gute Laune habe, erzähle ich Ihnen morgen mal, warum meine Kinder nicht Arschloch, sehr wohl aber Blödmann sagen dürfen. Dazu habe ich heute aber nicht mehr genug Drive.

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